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Gewalt gegen Lehrer*innen

Lehrkräfte sind oft sowohl  verbalen Androhungen von Gewalt als auch tatsächlichen Angriffen ausgesetzt. Die Formen der Gewalt reichen von Beleidigungen bis hinzu Körperverletzungen. Täter sind Schüler*innen oder Eltern. Bei dieser Gewalt handelt es sich um die Zerstörung bzw. Beschädigung persönlicher Gegenstände, Attacken mit Gegenständen aus dem Klassenraum, Schläge, Drohungen, Beleidigungen oder Mobbing. Lehrkräfte sind auf solche Übergriffe kaum vorbereitet. 

Wenn Beschäftigte einen Gewaltvorfall melden, muss dieser ernst genommen und gehandelt werden. Nicht nur der objektive Schweregrad der Bedrohung ist entscheidend, sondern die subjektive, persönliche Wahrnehmung der Beschäftigten.

Eine vertrauliche Einzelberatung für Opfer von Gewaltvorfällen ist für eine erste Verarbeitung der Vorkommnisse grundlegend. Deshalb müssen die betroffenen Lehrkräfte die Möglichkeit erhalten, einen Ansprechpartner in der Schule zu finden. In vielen Schulen sind dafür schon Krisenteams (auf der Grundlage des Notfallordners) eingerichtet worden.

Auch die Schulpsychologen vor Ort können helfen, denn zu den Dienstaufgaben der Schulpsychologen gehört es, für Lehrer*innen beratend tätig zu sein (schulpsychologie@bochum.de, Telefon: 0234-33 39 421)

Inzwischen gibt es im Regierungsbezirk Arnsberg Soziale Ansprechpartner*innen (SAP) . Sie sind geschulte Kolleg*innen aus unterschiedlichen Schulformen und beraten bei berufsbezogenen, aber auch außerschulischen Konflikten und Problemlagen. Sie unterliegen der Schweigepflicht (s. SAP Flyer der Bez. Reg. Arnsberg auf dieser Homepage).

Wichtige Hinweise:
  • Unterstützungsangebote vor Ort realisieren
    • festlegen, was gemacht werden kann und muss,
    • sofortige Klärung der Gefährdungslage und Unterstützungsangebote in der Schule,
    • Entscheidung treffen, ob Ordnungsmaßnahmen ausreichen oder ob die Polizei einzuschalten ist.
  • Jede Art von Bedrohung als Dienstunfall melden
    • Jede Art von Bedrohung (auch eine telefonische Drohung) oder erlittener Gewaltanwendung unverzüglich als Dienstunfall beim Arbeitgeber melden.
    • Zu einem Arzt des Vertrauens gehen; dies dient zum eigenen Schutz und zu einer späteren Einleitung von notwendigen Folgemaßnahmen.
  • Den Gesundheitszustand dokumentieren
    • Häufig ist es notwendig, den Arzt einzuschalten und Psychologen zu Rate zu ziehen, um den aktuellen Gesundheitszustand zu dokumentieren.
  • Strafanzeige über den Arbeitgeber stellen
    • Von den zur Fürsorge verpflichteten Personen und Institutionen  - d.h. von der Schulleitung oder der zuständigen Dienstaufsicht - muss eine Strafanzeige gestellt werden.
  • Versorgungs- und Versicherungsschutz in Anspruch nehmen
    • Bzgl. der materiellen  Folgen von Schäden an Körper und Gesundheit sind tarifbeschäftigte Lehrer*innen über die Unfallkasse NRW versichert.
    • Bei beamteten Lehrerkräften sind analog die Personaldezernate der Bezirksregierungen für den Versicherungsschutz zuständig.
    • Je nach Schwere des Unfalls können die Leistungen des Versorgungsrechts ( für Beamte) bzw. der gesetzlichen Unfallversicherung (für Angestellte) in Anspruch genommen werden.
  • Längerfristige Unterstützungsangebote sicherstellen
    • Wenn eine Erkrankung länger anhält, sollte möglicherweise die Zusage einer weiteren Unterstützung durch den Arbeitgeber über ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) in Erwägung gezogen werden. Hier können von Seiten des Arbeitgebers Hilfs-und Unterstützungsmaßnahmen eingeleitet werden, die genau auf die betroffene Lehrkraft abgestimmt sind.
Weitere wichtige Hinweise:
  • Bei der Bezirksregierung Arnsberg gibt es eine telefonische Beratung bei aktuellen Gewaltvorfällen an Schulen.
  • Beratungsfeld „Mobbing am Arbeitsplatz: MobbingLine NRW , Telefon: 0211-837 1911
Jeder Gewaltvorfall sollte auch dem Personalrat gemeldet werden!!

Quelle: GEW Broschüre kurz & knapp 2/15