Metanavigation

Die Stadt Bochum auf facebook
Folge der Stadt Bochum auf Twitter
Die Stadt Bochum auf YouTube
Folge der Stadt Bochum auf Instagram

Rathauskalender

Emschergenossenschaft erweitert mit einer neuen Zukunftsinitiative Zusammenarbeit mit den Städten

Städte in der Region und das Land Nordrhein-Westfalen unterzeichneten die gemeinsame Absichtserklärung


Eine integrale Wasserwirtschaft leistet einen bedeutenden Beitrag für das Leben in den Städten von morgen. Mit der „Zukunftsvereinbarung Regenwasser“ haben die Emscherkommunen vor knapp zehn Jahren gemeinsam mit der Emschergenossenschaft und dem Land Nordrhein-Westfalen einen ersten wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Auf Initiative der Emschergenossenschaft soll nun eine weitere Kooperation der Region neue Zukunftsperspektiven durch deutlich mehr interdisziplinärer Zusammenarbeit bieten: Eine erste gemeinsame Absichtserklärung unterzeichneten am Donnerstag alle Emscherstädte mit der Emschergenossenschaft. Ebenfalls mit dabei: die Stadt Bochum.
 
Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz unterzeichnet die Zukunftsinitiative "Wasser in der Stadt von morgen".
„Wir benötigen lebendige und lebenswerte Städte. Dazu müssen wir uns den Herausforderungen des Klimawandels und den sich ändernden Ansprüchen an unsere Städte stellen. Deshalb begrüße ich die fachübergreifenden und interkommunalen Planungen. Wir werden daher die Realisierung von Projektideen über einen jährlichen Wettbewerb finanziell unterstützen“, sagt NRW-Umweltminister Johannes Remmel.

„Eine nachhaltige Wasserwirtschaft führt alle Themen rund um den Wasserkreislauf zusammen: Unsere Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ rückt unter anderem Wasserwirtschaft, Stadtentwicklung, Freiraumplanung, Klimaanpassung, Straßenbau, Bildung, Kunst und Kultur näher zueinander“, sagt Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, „eine integrale Wasserwirtschaft leistet daher einen bedeutenden Beitrag für das Leben in den Städten und Metropolregionen von morgen.“

Im Bottroper BernePark, einer zu einem Bürgerpark umgestalteten ehemaligen Kläranlage der Emschergenossenschaft, versammelten sich am Donnerstag die Vertreter der Emscherstädte und unterzeichneten mit der Emschergenossenschaft die  gemeinsame Absichtserklärung. In den kommenden Monaten werden die inhaltlichen, rechtlichen und strukturellen Vorgaben für die Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ erarbeitet. Auf dieser Grundlage werden dann weitergehende Beschlussfassungen bewirkt.

Kooperationen und Synergien
Die Emscherregion verändert sich nicht nur durch den Strukturwandel. Auch der demographische Wandel und der Klimawandel verändern Zielrichtungen in der Siedlungsentwicklung und stellen die Region vor neue Herausforderungen. Diese Anforderungen müssen die Planungen aller Beteiligten in der Region in abgestimmten Prozessen ausgewogen berücksichtigen.

Um die Städte in der Emscher-Region auch unter sich ändernden Rahmenbedingungen zukunftsfähig zu halten, müssen Veränderungen mit einer Stadtgestaltung verbunden sein, die ein intaktes Lebensumfeld ermöglicht und einen Qualitätsgewinn für das städtische Leben erzeugt.

Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz begrüßt die Initiative: „Wir arbeiten bereits in vielen Bereichen mit anderen Kommunen intensiv zusammen. Diese Kooperation ist ein wichtiger Schritt für den ökologischen Umbau und die Weiterentwicklung der Region.“

Gruppenbild aller Unterzeichner der Initiative
Die Anpassung an den Klimawandel ist eine elementare Aufgabe aller Planungen. Der Umgang mit dem Regenwasser als Bestandteil der integralen Wasserwirtschaft in Siedlungsgebieten ist ein Leitthema für nahezu alle Ziele. Wasserwirtschaft hat damit eine tragende Rolle in der Stadtgestaltung und Stadtentwicklung.

Die Vernetzung von Grünzügen und Wasserachsen, temperaturregulierende Wasserflächen, dezentrale Puffer- und Speicherräume zum Rückhalt von Starkregen, die Gestaltung von urbaner Landschaft mit der Bewirtschaftung von Regenwasser sind elementare Bestandteile in der ökologischen Stadtentwicklung und der Anpassung und Minderung der Klimawandelfolgen.

Möglicher Ausgangspunkt, um Potenziale aufzuzeigen
Ein Ausgangspunkt für die künftige intensivere Zusammenarbeit könnte unter anderem auch das als Pilotprojekt mit der Stadt Herten entwickelte Kooperationsmodul „ZuGaBe“ sein. Das Akronym steht für „Zukunftschancen ganzheitlich betrachten“. Dabei geht es um ein konkretes und praxisorientiertes GIS-gestütztes Planungsmodul.

Das Programm zeigt die Potenziale des Zusammenwirkens von integraler Wasserwirtschaft und Stadt- und Freiraumplanung mit anderen Fachdisziplinen auf. Es hilft, Synergien zwischen verschiedenen Handlungsfeldern zu erkennen und Chancen für eine Stadtentwicklung mit Blick auf Wasserthemen zu ermitteln.

Regenwasser-Projekte
Die neue Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ baut darüber hinaus auf der „Zukunftsvereinbarung Regenwasser“ auf, die die Emschergenossenschaft 2005 mit den Emscherkommunen und dem Land NRW auf den Weg gebracht hatte. In Bochum sind seitdem zahlreiche Projekte umgesetzt worden, hier nur zwei Beispiele:

Im Großen Busch
Die Siedlung im südlichen Stadtteil Weitmar wurde in den 50er-Jahren gebaut und ist durch eine zwei- bis dreigeschossige Zeilenbauweise geprägt. Aufgrund des großzügigen Freiflächenangebotes wurde für die Regenwasserbewirtschaftung eine wenig aufwändige, aber auch dementsprechend unspektakuläre Form gewählt. Als Blickfang dienen die aufgeständerten Zuleitungselemente sowie ein dauerhaft eingestauter Bereich, der mit Teichpflanzen gestaltet wurde.

Schillerschule
Ökologische Themen bilden seit jeher einen Schwerpunkt des pädagogischen Konzepts des Gymnasiums im Stadtteil Ehrenfeld. Die Schaffung eines Grünen Klassenzimmers wurde mit der Abkopplung und Entsiegelung von Schulhofbereichen verbunden, für einen Gebäudetrakt wurde eine offene Rigole realisiert. Die Maßnahme wird in schulische Umweltthemen eingebunden und zeigt eindrücklich auf, was jeder Einzelne tun kann.

Weitere Beispiele finden sich auf www.emscher-regen.de unter „Projekte“.