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Städtische Kulturpreise

Kulturpreise Stadt Bochum

Die Stadt Bochum vergibt zwei Kunst- und Kulturpreise, den Fritz-Wortelmann-Preis und den Peter-Weiss-Preis. Der Fritz-Wortelmann-Preis ist der erste Bochumer Kulturpreis und hat eine lange Tradition. Er wurde bereits im Jahr 1959 ins Leben gerufen. Bis 1993 wurde er jedes Jahr verliehen, seitdem wird er alle zwei Jahre ausgelobt. Somit wird in Bochum jedes Jahr einer der beiden Kulturpreise vergeben: In den ungeraden Jahren der Fritz-Wortelmann-Preis (Figurentheater-Preis) und in den geraden Jahren der Peter-Weiss-Preis (zu Ehren des Autors und Künstlers Peter Weiss).

Die Stadt Bochum hat den Fritz-Wortelmann-Preis gestiftet, um das nicht berufsmäßig ausgeübte Figurentheater zu fördern und das Engagement von Laien, sich kreativ in diesem Kunstgenre auszudrücken, zu unterstützen. Damit wird eine stärkere Verbreitung des Figurentheaters und eine Bereicherung des kulturellen Lebens ins Bochum angestrebt.

Der Preis wird von der Stadt Bochum nach öffentlicher bundesweiter Ausschreibung aufgrund von Wettbewerbsspielen vergeben. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine Jury.
Der Preis ist mit 4.000 Euro dotiert, der auf bis zu drei Preisträgern aufgeteilt werden kann.
Mit der Ausschreibung und organisatorischen Durchführung des Wettbewerbs ist das Deutsche Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst e.V.  beauftragt.

Fritz Wortelmann Preis - Foto einer Puppenspielerin
Der Wettbewerb ist nach dem Theaterwissenschaftler Fritz Wortelmann benannt.
Er wurde 1902 in Werne geboren. Sein Leben widmete er dem Puppenspiel und dessen Professionalisierung. Bereits in den 1920er Jahren engagierte er sich in den damals neu gegründeten deutschen und internationalen Verbänden und arbeitete auch nach dem zweiten Weltkrieg am Wiederaufbau der deutschen Puppentheaterszene mit.
1950 war Wortelmann Initiator des Deutschen Instituts für Puppenspiel (DIP), wodurch Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten erst geschaffen wurden. Als Nachfolgeinstitution wurde 1977 das Deutsche Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst e.V. (dfp) in Bochum gegründet, das auch heute noch erfolgreich existiert. Fritz Wortelmann war ebenfalls Gründer des internationalen Figurentheaterfestivals FIDENA (Figurentheater der Nationen), das alle zwei Jahre inzwischen städteübergreifend stattfindet und mit internationalen Künstlern besetzt ist.
Fritz Wortelmann starb 1976.

Der nächste Wettbewerb zum 45.Fritz-Wortelmann-Preis findet im Herbst 2017 statt.
Weitere Infos zum Fritz-Wortelmann-Preis und den Wettbewerbsbedingungen finden Sie unter:

Deutsches Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst e.V. (dfp)
Hattinger Straße 467
44795 Bochum
Telefon 0234 / 477-20
Telefax 0234 / 477-35
www.fidena.de/fritz-wortelmann-preis

Die Preisträger des letzten Wettbewerbs (2015) sind :

Fritz Wortelmann Preis - Plakat des Wettbewerbs 2011

1. Preis (Kategorie professioneller Nachwuchs) Jan Jedenak aus Stuttgart
1. Preis: (Kategorie erwachsene Amateure) Gruppe M. aus Hildesheim
1. Preis: (Kategorie Schulgruppe / Jugendliche) Puppenspielclub Magdeburg




Der zweite Bochumer Kulturpreis ist nach dem Autor, Maler und Filmemacher Peter Weiss benannt und wird seit 1990 verliehen. Der Preis wird im Wechsel je in den Sparten Literatur, Theater, bildende Kunst und Film vergeben. Auf diese Weise wird versucht, dem gesamten Spektrum des Werkes von Peter Weiss Rechnung zu tragen.

Der Preis soll Ansporn und Förderung für die Kunstschaffenden der verschiedenen Sparten sein, ihre Arbeit im Sinne eines humanistischen Engagements fortzusetzen, für welches das Gesamtwerk von Peter Weiss beispielhaft steht. Mit Person und Werk von Peter Weiss verbunden ist ein engagierter Kunst- und Kulturbegriff, der die geistig-politische Auseinandersetzung als zentrales Anliegen künstlerischen Schaffens einfordert. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Über die Vergabe des Preises entscheidet eine vom Rat der Stadt Bochum berufene, unabhängige Jury.

Peter Weiss wurde am 8. November 1916 in der Nähe von Berlin geboren. 1934 verließ er Deutschland wegen seiner jüdischen Abstammung und folgte 1939 seiner Familie nach Schweden, wo er sich endgültig in Stockholm niederließ.
Weiss setzte sich in seinen Werken mit seiner persönlichen und politischen Vergangenheit, dem Faschismus, Gewalt und Revolution auseinander. Bis Anfang der sechziger Jahre drehte Peter Weiss etliche surrealistische und dokumentarische Filme, die ihn mit der staatlichen Filmzensur in Konflikt brachten.
1961 erscheint sein erster, autobiografischer Roman „Abschied von den Eltern“.In den siebziger Jahren schaffte Peter Weiss über einen langen Zeitraum sein triologisches Romanwerk „Die Ästhetik des Widerstands“.
Weiss prägte über Jahrzehnte hinweg die Entwicklung der deutschsprachigen Literatur mit und gilt als einer der herausragenden deutschen Erzähler der Nachkriegszeit. In zahlreichen Sprachen übersetzt werden seine Stücke heute überall in der Welt gespielt.
Am 10. Mai starb Peter Weiss im Alter von 65 Jahren in Stockholm. Für seine Werke erhielt er mehrere Preise und Auszeichnungen.
Peter Weiss mit Werk bei seiner Ausstellung im Kunstmuseum Bochum 1980
Peter Weiss mit Werk bei seiner Ausstellung im Kunstmuseum Bochum 1980
Das Kunstmuseum Bochum widmete Peter Weiss bisher zwei Ausstellungen.

Die erste, bis dahin umfassenste, stellte den bildenden Künstler 1980 mit dem Titel „Der Maler Peter Weiss“ vor, wodurch dessen Bild in der deutschen Öffentlichkeit in maßgeblicher Weise erweitert und bereichert wurde und die öffentliche Einschätzung korrigierte, Peter Weiss sei nur literarisch tätig gewesen. Die zweite Ausstellung „Fluchtpunkt Paris“ im Jahre 2006 nahm die zahlreichen Aufenthalte von Peter Weiss in der französischen Metropole zwischen 1950 bis zu seinem Tod zum Anlass. Weitere Informationen zu Peter Weiss und seinen Werken sind unter dem Link www.peterweiss.org der Internationalen Peter-Weiss-Gesellschaft, die im Jahr 1989 gegründet wurde, zu finden.


Die bisherigen Preisträger des Peter-Weiss-Preises sind:
Im Jahr 1990 George Tabori in der Sparte Theater
im Jahr 1992 Marcel Ophüls in der Sparte Film
im Jahr 1994 Elfriede Jelinek in der Sparte Literatur
im Jahr 1996 Jochen Gerz in der Sparte Bildende Kunst
im Jahr 1998 Christoph Hein in der Sparte Literatur
im Jahr 2000 Kurt Hübner in der Sparte Theater
im Jahr 2002 Harun Farocki in der Sparte Film
im Jahr 2004 Hans Haacke in der Sparte Bildende Kunst
im Jahr 2006 Ingo Schulze in der Sparte Literatur
im Jahr 2008 Dimiter Gotscheff in der Sparte Theater
im Jahr 2010 Rosemarie Trockel in der Sparte Bildende Kunst
im Jahr 2012 Fatih Akin in der Sparte Film
im Jahr 2015 Ulrich Peltzer in der Sparte Literatur