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Naturschutzgebiet Blumenkamp

Tiefer geht`s nicht

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Erlen im Bergsenkungssee
Erlen im Bergsenkungssee
Das knapp vier Hektar kleine Naturschutzgebiet Blumenkamp ist gleichzeitig der tiefst gelegene Ort in Bochum. Es wurde bereits 1985 sichergestellt. Bergsenkungsprozesse haben hier im Grenzbereich der Ortsteile Hordel und Günnigfeld eine großflächige Mulde entstehen lassen, die sich im Laufe der Zeit mit Niederschlagswasser füllte. Heute ist dieser Weiher ein Paradies für Erdkröten und viele andere aquatische Lebewesen. Dazu zählen auch einige Wasserschildkröten, die man an warmen Tagen beim Sonnenbad beobachten kann. Es handelt sich um Terrarien-Tiere, die von ihren Besitzern ausgesetzt wurden. Mitten im See fallen zahlreiche Erlen auf, die wie ein Mangrovenwald wirken. Ihre "Luftwurzeln" sind in trockenen Jahren dem Wasser quasi "hinterher" gewachsen.

Amphibientunnel
Amphibientunnel
Die Landlebensräume der Amphibien liegen überwiegend außerhalb der NSG-Grenzen. Von besonderer Bedeutung für die größte Bochumer Erdkrötenpopulation ist dabei der etwa einen Kilometer entfernte "Kruppwald". Um von dort ihre Laichgewässer zu erreichen, müssen die anwandernden Erdkröten die stark befahrene Blücherstraße queren, was oftmals einem Todesurteil gleich kam. Seit ihrem Ausbau zu einer überörtlichen Umgehungsstraße mit sieben integrierten Amphibientunneln besteht berechtigte Hoffnung auf Verbesserung dieser Situation.

Beachtlich ist die große Zahl der hier brütenden Wasservögel. Trotz Verbot werden sie leider von den Anrainern aus den benachbarten Siedlungen gefüttert. So gelangen mit Brot und Kot übermäßig viele Nährstoffe ins Wasser, die das ökologische Gleichgewicht empfindlich beeinträchtigen können.

Geburtshelferkröte
Geburtshelferkröte
Eine weitere Besonderheit des ersten Bochumer Naturschutzgebietes sind die seltenen Geburtshelferkröten. Nach der Befruchtung wickeln die Weibchen den Männchen die Laichschnüre um den Hinterleib. Erst Wochen später, kurz vor dem Schlüpfen der Kaulquappen, werden diese ins Gewässer abgesetzt.

Als Verstecke an Land bevorzugen die Geburtshelferkröten seit einigen Jahren die Trockenmauern der benachbarten ökologischen Kleingartenanlage "Kraut & Rüben". So gibt dieses in Deutschland einzigartige Projekt ein eindrucksvolles Beispiel zur Bedeutung naturnaher Gärten für die heimische Tierwelt.