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Bochumer Stadtgeschichte

Von der Stunde "Null" und Karl dem Großen - Bochum erhält die Stadtrechte

Stadtwappen der Stadt Bochum
Stadtwappen der Stadt Bochum
Die Stadt Bochum ist gut 680 Jahre alt, ihre Geschichte ist jedoch viel älter. Der Blick in die Vergangenheit reicht bis zur Jungsteinzeit: 4000 bis 1800 vor Christus. Wie vorgeschichtliche Funde im Bochumer Stadtgebiet belegen, war dieser Raum schon damals Standort für zahlreiche Siedlungsplätze.

Werfen wir einen Blick auf das beginnende Mittelalter. Hier liegen die siedlungsgeschichtlichen Anfänge der Stadt Bochum: Karl der Große ließ am Schnittpunkt zweier Fernstraßen, die die heutige Innenstadt durchkreuzen, einen Reichshof errichten. An diesen Reichshof grenzte eine Siedlung, die sich zum Mittelpunkt der umliegenden Bauernschaften entwickelte. Im Jahre 1041 wurde Bochum erstmals in einem Dokument der Kölner Erzbischöfe urkundlich erwähnt.

Eine besondere Bedeutung hat das Jahr 1321 für unsere Stadt. Am 8. Juni dieses Jahres verlieh Graf Engelbert II. von der Mark im Rittersaal der Burg Blankenstein Bochum die Stadtrechte. Gleichzeitig wurde dem Bochumer Schultheissen, d. h. dem Ortsvorsteher die Straf- und Zivilgerichtsbarkeit übertragen. Nur drei Jahre später, im Jahre 1324, erhielt Bochum das Recht, jährlich drei Pferde- und Krammärkte durchzuführen.

Bochumer Stadtplan aus dem Jahr 1755
Bochumer Stadtplan aus dem Jahr 1755
Die Entstehung des Namens "Bochum" bringt uns in gewisse Schwierigkeiten, denn es bieten sich mehrere Deutungen an. Zwei Versionen setzten sich im Laufe der Zeit durch. Die erste besagt, dass der Name aus der Ursprungsform "Bock-Hem" - Heim unter den Buchen - entstanden ist. Die zweite Version nimmt Bezug auf das Buch im Stadtwappen und führt den Namen auf das Buchmacherhandwerk beziehungsweise die Stätte der Gelehrsamkeit zurück.

Kriege, Seuchen und Stadtbrände hemmten die Entwicklung Bochums. Obwohl Bochum im Besitz eines Reichshofes war, die Stadtrechte erhalten hatte, Märkte durchführen durfte und vor dem Bongardtor über ein freies Gericht verfügte, blieb unsere Stadt über Jahrhunderte hinweg nur ein kleines, sich langsam entwickeltes Ackerbürgerstädtchen. Die Ursachen dafür lagen in den politischen Verhältnissen, Seuchen und Stadtbränden. Aber auch die geografische Lage Bochums spielte dabei eine Rolle Die Grafen von der Mark auf der einen Seite und die Erzbischöfe von Köln auf der anderen, musste die Stadt zahlreiche Kriege über sich ergehen lassen, die ihre rasche Fortentwicklung hemmten. Das Bochumer Maiabendfest ist auf eine solche Fehde mit der Nachbarstadt Dortmund im Jahre 1388 zurückzuführen.


Kohle, Eisen und Stahl bingen die Wende - ein Ackerbürgerstädtchen wird zur Großstadt

Außenaufnahme der Zeche Dannenbaum, zu sehen ist die gesamte Zeche von vorne, Schwarz-Weiß-Aufnahme
Zeche Dannenbaum
Der Aufschwung der Stadt begann wie in allen Ruhrgebietsstädten mit der Industrialisierung, und zwar mit der Entdeckung und dem Abbau der Kohle. Einer Überlieferung zufolge war Bochum der Wegbereiter für diese Entwicklung. Um das Jahr 1700 soll der Hirtenjunge Jörgen auf unserem Stadtgebiet in den Ruhrbergen die ersten Kohlen gefunden und ihren Heizwert erkannt haben.

Mit dem Kleinabbau von Kohle im Süden der Stadt begann der Fortschritt. Im Jahre 1735 wurden bereits 25 Kohlenflöze in Bochum gezählt. Das erste märkische Bergamt in Bochum nahm im Jahre 1738 seine Tätigkeit auf. Einige Jahre später gelang der entscheidende Durchbruch, dem wir die Entwicklung unserer Stadt und ihren wirtschaftlichen Aufstieg verdanken. Im Jahre 1801 wurde die erste Dampfmaschine im Ruhrkohlenbergbau auf der Zeche Vollmond eingesetzt. Sie ermöglichte die Abteufung eines Tiefbauschachtes. Die ersten Koksöfen wurden 1837 in Betrieb genommen, 1880 wurde die erste Brikettfabrik auf der Zeche Dahlhauser Tiefbau errichtet.

Aufgrund des Kohleabbaus besaß Bochum bald darauf einen weiteren Wirtschaftszweig, der das Vorwärtskommen entscheidend beeinflusste: die Eisen- und Stahlerzeugung und deren Verarbeitung. Jacob Mayer, der Begründer des Bochumer Vereins, erfand um 1851 den Stahlformguss. Bereits 1867 war die erste Gussstahlglocke als Ergebnis dieser Arbeit auf der Pariser Weltausstellung zu bewundern.

Aufnahme der Bochumer Gussstahlglocke, die vor dem Rathaus Bochum steht
Bochumer Gussstahlglocke
Auch das Rathausglockenspiel, das 1929 als erstes Glockenspiel aus Gussstahl im neuen Bochumer Rathaus installiert wurde, stammt selbstverständlich aus der Fabrikation des Bochumer Vereins.

Angezogen durch die Kohle siedelten sich in den nächsten Jahren weitere Großstahlwerke, aber auch Klein- und Mittelbetriebe der Eisenverarbeitung in Bochum an. Die Chemie entdeckte um 1870 ebenfalls die Verwendungsmöglichkeiten der Kohle. Dr. Carlos Otto nutzte erstmals Abfallprodukte zur Weiterverwendung und produzierte Benzol und Teer. Aus seinen Verkaufsfirmen gingen die Aral AG und die Ruhr-Stickstoff AG hervor. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nahm auch die Einwohnerzahl der Stadt zu. Zechen und Betriebe benötigten zahlreiche Arbeitskräfte, die sich in Bochum niederließen. Die Eingemeindungen der Jahre 1904, 1926 und 1929 führten zu einem raschen Anstieg der Bevölkerungszahlen. Im Jahre 1875 lebten 28.368 Bürger in Bochum; 1929 wurden 321.836 Einwohner gezählt. Bochum war innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer Großstadt herangewachsen.


Vom Wiederaufbau zum heutigen Bochum

Der die Stadt fast völlig zerstörende Zweite Weltkrieg stellte große Anforderungen an Bürger, Rat und Verwaltung. Bochum wurde schnell mit den Problemen fertig. Am 30. Oktober 1946 trat die erste freigewählte Stadtverordnetenversammlung zusammen. Schon 1948 wurde ein Neuordnungsplan für die Bochumer Innenstadt verabschiedet; der Wiederaufbau wurde sofort in Angriff genommen. Erneut waren Kohle, Eisen und Stahl die wichtigsten Stützen der Stadt und ermöglichten ein rasches, sich kontinuierlich fortsetzendes Wachstum.

Kadetten und Studenten

Außenaufnahme der Ruhr-Universität Bochum, Schwarz-Weiß-Aufnahme
Ruhr-Universität Bochum
Nur wenige Jahre später geriet das aufwärts strebende Bochum erneut in eine Krise. Das Zechensterben begann. Am 29. Februar 1960 schloss die Zeche Prinz Regent als erste von insgesamt 17 Anlagen ihre Tore. Im März 1973 wurde der letzte Bochumer Pütt "dichtgemacht": Hannover Hannibal. Die Schließung aller Zechen hatte den Verlust von 45.000 Arbeitsplätzen zur Folge und wirkte sich auf die Eisen- und Stahlindustrie aus, in der weitere 10.000 bis 15.000 Arbeitsplätze verloren gingen.

Auch diese Krise meisterte die Stadt Bochum schnell. In der Zeit von 1958 bis 1973 wurden 115 neue Betriebe mit rund 40.000 Arbeitsplätzen in Bochum an. Die Adam Opel AG ließ sich im Jahre 1961 nieder. Sie hat bochum den Beinamen "Stadt der Kadetten" eingetragen.

Das Jahr 1961 brachte der Stadt eine weitere Errungenschaft: Der Landtag von Nordrhein-Westfalen beschloss die Errichtung der Ruhr-Universität in Bochum. Sie wurde am 30. Juni 1965 eröffnet und nahm den Lehrbetrieb mit 1.300 Studenten auf. Heute sind rund 35.000 Studenten an der Ruhr-Universität eingeschrieben.

1975 ist ebenfalls ein bedeutendes Jahr für die Geschichte unserer Stadt. Am 1. Januar des Jahres erfolgte im Zuge der kommunalen Neuordnung der Zusammenschluss mit der ehemaligen Nachbarstadt Wattenscheid zur "neuen" Stadt Bochum. Erstmalig erwähnt wird die Stadt Wattenscheid als villa Uattenscethe in pago Borathon im 9. Jahrhundert im Heberegister des Klosters Werden. Zwischen 1413 und 1427 verlieh der Landesherr Graf Adolf von der Mark Wattenscheid die stadtähnlichen Rechte der Freiheit. Am 15. Januar 1876 bekam Wattenscheid "durch des Königs Majestät" die Stadtrechte verliehen.

Heute zählt Bochum knapp 400.000 Einwohner und hat eine Stadtgebietsfläche von 145,40 Quadratkilometern.

Weitere ausführliche Informationen zur Bochumer Stadtgeschichte.