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Stadtquartiere Westend

(Griesenbruch, Stahlhausen, Goldhamme)

Um die drei Quartiere des Westends umfangreich aufzuwerten, städtebauliche und soziale Projekte in Zusammenarbeit mit vielen Akteuren und Hauseigentümern des Quartiers umzusetzen, hatte die Stadt Bochum einen umfassenden integrierten Stadtumbauprozess angestoßen. Der Stadtumbauprozess im Westend begann im Jahr 2007 und endete zunächst 2013, mit einer Übergangsphase 2014. Die Planungsgruppe Stadtbüro hatte 2007 von der Stadt Bochum den Auftrag erhalten, den Prozess vor Ort zu initiieren und zu begleiten. Die Arbeit vor Ort wird in Kooperation mit der IFAK e.V., einem seit über 30 Jahren im Westend ansässigen Träger geleistet. In diesen Jahren wurden die Maßnahmen aus dem städtebaulichen Entwicklungskonzept umgesetzt.

Spielplatz Maxund Klaras Drachenland
Als einige bauliche „Meilensteine“, die mit viel Bürgerbeteiligung und -engagement entwickelt wurden, sind der Umbau des Springerplatzes mit dem angrenzenden Spielplatz „Max und Klara ́s Drachenland“ und dem Generationenpark, der Umbau der evangelischen Friedenskirche zum Stadtteilzentrum „Q1“, der Stadtteiltreff „Alte Post“, die Erneuerung verschiedener Spielplätze im Westend und die Anlage des Wendenparks und Gremmeparks als öffentliche Grünflächen in den drei Quartieren zu nennen.


Die drei Stadtteile des Westends haben in den Jahren des Stadtumbauprozesses eine unterschiedlich starke Entwicklungsdynamik erlebt. Während im Griesenbruch und in Stahlhausen die Stadtumbaumaßnahmen zu deutlichen positiven Veränderungen geführt haben, gilt dies noch nicht im gleichen Maße für das Teilgebiet Goldhamme. Daher ist im Jahr 2015 der Startschuss für die zweite Projektphase Stadtumbau Bochum Westend ‚Schwerpunkt’ Goldhamme gegeben worden.
Die sozialen und städtebaulichen Determinanten zeigen einen erhöhten Förderungs- und Unterstützungs- bedarf für das Stadtquartier Goldhamme. Im gesamtstädtischen Vergleich gibt es Abweichungen in der Sozialstatistik. So ist das Gebiet zum einen durch einen hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen, zum anderen aber auch durch einen geringeren Anteil an älterer Bevölkerung geprägt.
Ebenso ist der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund im Vergleich zur Gesamtstadt deutlich höher. Insgesamt leben Menschen aus vielen Nationen im Quartier. Auch die Personengruppen, die von staatlichen Transferleistungen leben, ist gegenüber der Gesamtstadt erhöht. Auch die Anzahl der Großfamilien mit fünf und mehr Personen ist in Goldhamme doppelt so hoch wie in der Gesamtstadt. Zugleich ist das Quartier geprägt von überproportional vielen Single-Haushalten.

Der Gebäudebestand in Goldhamme ist überwiegend durch Einzeleigentum geprägt. Daneben sind größere Wohnungsbestände im Besitz der Vonovia Wohnungsgesellschaft, die in den letzten Jahren bereits aktiv in den Gebäudebestand im Westend investiert hat und dies in Goldhamme fortsetzen wird. Mit seinem überwiegend gründerzeitlichem Grundriss, ist es ein Stadtteil mit hoher baulicher Dichte und einem geringen Anteil an öffentlichen Grünflächen sowie einer mangelnden Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.
Mit diesem Hintergrund wurde das Städtebauliche Entwicklungskonzept im Jahr 2014 mit dem Fokus Goldhamme fortgeschrieben. Das STADTumbauBÜRO an der Kohlenstraße begleitet die Entwicklung und Umsetzung der städtebaulichen, sozialen und kulturellen Projekte. Beauftragt ist weiterhin die Planungsgruppe STADTBÜRO, die in Kooperation mit IFAK e.V. das Stadtteilbüro und den Prozess betreut. Die gefestigten Kooperationsstrukturen mit Akteuren aus dem sozialen und kulturellen Bereich, die bereits in der ersten Projektphase entstanden sind, werden weiterhin für die Entwicklung von Goldhamme genutzt. Mit dem Stadtumbaubeirat, der Westendkonferenz, verschiedenen inhaltlichen Arbeitskreisen und dem StadtumbauTreff findet ein regelmäßiger Austausch mit den lokalen Akteuren und den Bewohnern zur Entwicklung des Quartieres statt.
Als wichtige Akteure sind auch die privaten Gebäudeeigentümer in den Prozess eingebunden. Sie beteiligen sich aktiv an der Erneuerung des Stadtteiles durch konkrete bauliche Projekte, die sowohl die Sanierung der Gebäude als auch die des Wohnumfeldes betreffen. So konnten durch eine gezielte Eigentümeraktivierung (Fassaden- und Hofflächenprogramm, Beratungen vor Ort, direkte Ansprache etc.) mehr als 180 private Sanierungsmaßnahmen im Westend angestoßen und gefördert werden, die zudem eine große Anzahl an privat getragenen Sanierungsmaßnahmen nach sich zogen und ziehen. Das Außenanlagen- und Fassadenprogramm fördert nach wie vor Gestaltungsmaßnahmen im gesamten Fördergebiet des Westends.
Ein weiterer Projektansatz des Stadtumbaus ist die Verbesserung und Anpassung der Infrastruktur im Stadtteil, zum einen im Bereich der Nahversorgung und zum anderen im sozialen Bereich. Dieser Projektansatz wird mit einer Reaktivierung von leerstehenden, städtebaulich bedeutenden Immobilien (Kirchen, Bunker, ehem. Gewerbeimmobilien) verknüpft.

Im Westend wurden mit dem Ausbau der evangelischen ‚Friedenskirche’ zum heutigen ‚Q1‘ in Stahlhausen sowie der ‘Alten Post’ in Goldhamme, jeweils ein Stadtteil- und Nachbarschaftstreff entwickelt. Die ‘Alte Post’ wurde im Jahr 2014 und das ‚Q1‘ als Stadtteilzentrum Westend im Mai 2015 eröffnet. In diesen Treffs wird die sozial-integrative Arbeit für das Westend geleistet.
Q1

Des Weiteren sind die beiden neu geschaffenen Treffpunkte die wichtigsten Bausteine zur Verstetigung des Stadtumbauprojektes. Neben diesen Gemeinbedarfseinrichtungen, die direkt über den Stadtumbau entwickelt und gefördert wurden, wurden und werden weitere Gelder außerhalb der Städtebauförderung in die soziale Infrastruktur des Westends investiert (u.a. Kita Neubau).
Das Thema Nahversorgung wurde im Kontext des Stadtumbaus durch zwei Projektansätze bearbeitet. Die bestehende Versorgungslücke, v.a. in Goldhamme, wurde durch die Ansiedlung eines Discounters in Goldhamme geschlossen. Mit der Eröffnung und dem Betrieb des ersten Abendmarktes in Bochum, dem Moltkemarkt, ist der traditionelle Stadtteilmarkt auf dem Springerplatz wieder belebt worden.

Im Rahmen des Stadtumbaus wurde ein Markenzeichen des Westends deutlich: Die direkte Nähe zu den ‘Highlights’ der ehemaligen Kulturhauptstadt – Jahrhunderthalle Bochum mit Westpark und Viktoria- quartier mit Schauspielhaus und dem 2016 eingeweihten Anneliese Brost Musikforum Ruhr – stellt eine bevorzugte Lage und somit Entwicklungspotenzial für das gesamte Westend dar. Dass die städtebaulichen Maßnahmen Beachtung finden, zeigt sich durch die Auszeichnung von zwei Projekten im Westend: Im Juni 2016 hat das ‚Zentralmassiv‘ den mit 10.000 € dotierten „ULI Germany Award for Excellence“ gewonnen. Die Revitalisierung des ehemaligen Hochbunkers am Springerplatz in Bochum wirkte als Katalysator für die Aufwertung und Belebung des öffentlichen Raumes.„Hier wurde mit Herzblut agiert, und zwar sowohl seitens der Stadt, des Besitzers und des Architekten in einer vorbildlichen Zusammenarbeit. Durch die Sanierung des Bunkers mit integrierter kreativer Hochschule und des Platzes unter Einbeziehung der Menschen wurde in Bochum ein Ort der Begegnung und des Wohlbefindens geschaffen, der vorher für das harte Gegenteil stand.“, so ein Mitglied der Jury. Das‚Q1‘ hat 2016 im bundesweiten Wettbewerb „Kirchengebäude und ihre Zukunft“ der Wüstenrotstiftung den ersten Preis gewonnen. Neben den städtebaulichen und wohnungswirtschaftlichen Ansatzpunkten werden im Rahmen des Stadtumbaus auch sozial integrative Projekte entwickelt und durchgeführt. So zum Beispiel das jährlich stattfindende Stadtteilprojekt vieler verschiedener Institutionen zum Thema Integration oder Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen wie die Quartiershausmeister. Zudem erfreut sich der Verfügungsfonds des Stadtumbaus zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements, vergeben durch den Stadtumbaubeirat, großer Beliebtheit und wird rege in Anspruch genommen. Auch hier wurde eine Maßnahme ausgezeichnet: Die erweiterte Ausgabe zur Quartierszeitung ‚Dreiviertel‘ „Neu in Deutschland“ erhielt den deutschen Lesepreis der Stiftung Lesen.
Die mit viel Bürger- und Akteursengagement erarbeitete Rahmenplanung für den Kernbereich Goldhamme enthält verschiedene bauliche Projekte und Bausteine, die in den folgenden Jahren sukzessive realisiert werden.
Ein weiterer zentraler Baustein der Arbeit des StadtumbauBüros sind die Aktivitäten zur Verstetigung des Stadtumbaus. Mit dem ‚Q1‘, der ‚Alten Post‘, der Überführung der Stadtteilzeitung WestendGazette in die DreiViertel und der Übernahme der verantwortlichen Organisation des Westendfestes durch die Westendfest AG wurden in den letzten Jahren bereits wichtige Grundlagen geschaffen.