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Die Siedlungsgeschichte der Altstadt

Albert Lassek


Die Altstadt ist der Siedlungskern, aus dem sich die heutige Stadt Bochum entwickelt hat. Über die Siedlungsanfänge in diesem Stadtteil kann Bestimmtes nicht gesagt werden. Die älteste Urkunde, aus der sich Anhaltspunkte ergeben, ist das aus dem Jahre 890 stammende Verzeichnis der Liegenschaften des Benediktinerklosters Werden an der Ruhr. In dieser Heberolle wird auch ein Hof in Altenbochum (Aldanbuchem) als Besitz des Klosters aufgeführt. Darpe und mit ihm auch Dr. Höfken und Kleff folgern hieraus, daß damals schon ein Neu-Bochum als Siedlung bestanden hat, die in dem Bezirk einer ursprünglich wohl Buchem (sprich: Bukhem) genannten Stammbauernschaft angelegt worden ist und die Veranlassung gab, den älteren, schon vorher besiedelten Teil fortan Altenbochum zu nennen.

Die neue Ansiedlung gruppierte sich um einen Reichshof, der, da der Ortsname Altenbochum schon um 890 geläufig war, in der Zeit der Unterwerfung der Sachsen durch die Franken (775 - 797) als Königshof (ville publica) entstanden sein muß. Damals wurden von dem Frankenkönig Karl dem Großen am uralten Hellweg, der von Duisburg auch über Bochum nach Paderborn und weiter nach Höxter zur Weser führte, aus verschiedenen Gründen, wie Sicherung des Hellwegs als Heeresstraße, Schaffung von Verpflegungsstationen für die bewegliche Truppe, Versorgung der königlichen Hofhaltung und zur Durchführung der Christianisierung, zahlreiche Reichshöfe als Königsgut in Etappenstationen angelegt.

Es konnte bisher nicht festgestellt werden, ob der Bochumer Reichshof eine Neugründung war oder ob ein bereits vorher bestandener sächsischer Oberhof hierzu bestimmt wurde. Kleff nimmt an, daß ein solcher Oberhof, dem in der Regel zahlreiche Unterhöfe zu Abgaben und Dienstleistungen verpflichtet waren, seit der Aufrichtung der Sachsenherrschaft (Ende des 7. Jahrhunderts) über den Volksstamm der Brukterer vorhanden war. Wie die Werdener Urkunde (890) bestätigt, muß der Reichshof im Bestand lockerer Siedlungen (Bauernschaften) aufgekommen sein. Bochum erscheint in den Werdener Heberegistern geradezu als Mittelpunkt dieser Bauernschaften.

In Schenkungs- und Pfändungsurkunden aus der Zeit der direkten Nachfolger Karls des Großen werden die Reichshöfe am Hellweg zum ersten Male erwähnt. In einer Urkunde des Erzbischofs Hermann II. Von Köln vom 17. Juni 1041, die über die Schenkung von 11 Bauernhöfen mit allen Nutzungen und 40 Eigenhörigen im Sachsengau (Borotrahgau zwischen Ruhr und Lippe) bei dem Königsgut Bochum (iuxta villam publicam Cofbuockheim) unterrichtet, wird der Reichshof Bochum erstmalig erwähnt. Nach Rübel darf die Bezeichnung "villa" als einer "publica" wohl unbedenklich als Beweis für ein Königsgut angesehen werden. Von dem Reichshof Bochum ist auch später gelegentlich der Auseinandersetzungen zwischen dem Erzbischof von Köln und den Grafen von der Mark mehrfach die Rede; 1243 wird er Hof von Bochum (curtis Cobuchem) genannt.

Wir wissen heute, daß der Reichshof in dem Bezirk der Altstadt lag, der von der Bleichstraße, Unteren Marktstraße, Kleinen Beckstraße und dem Schwanenmarkt begrenzt wird. Dieses abfallende Gelände war durch das Vorhandensein von Bachläufen für hofmäßige Ansiedlungen besonders geeignet. Ausschlaggebend war aber zweifellos die Nähe des vorbeiführenden uralten Hellweges, der sich zu einem Straßensystem mit vielen Abzweigungen entwickelte. So wurde auch Bochum von einer aus dem Bergischen kommenden uralten Straße, dem späteren Südhellweg, gekreuzt.

Man muß sich die an dieser Wegkreuzung geschaffene Reichshofanlage indessen einfach vorstellen. Auf einem Hügelvorsprung stand die mit Mauern umgebene, in Kriegszeiten wahrscheinlich als Fliehburg benutzte St. Peter- und Paulskirche, die 1888 bei der Aufteilung der katholischen Pfarrbezirke zur Propsteikirche erhoben wurde. Dicht neben der Kirche (auf dem Platze des heutigen Elisabeth-Krankenhauses) lagen noch bis 1855 der Wirtschaftliche (der spätere Schultheißenhof) sowie landwirtschaftliche Nebengebäude an der Kleinen Beckstraße. Im Bereich des Schwanenmarktes wurde der Wirtschaftshof durch das sumpfige Gelände und einen Teich (später Stadtteich mit Bleiche) geschützt. In den Teich mündete die Gladbecke, die aus der heutigen Gegend der Lohbergbrücke kam. Aus dem nördlichen Weichbild floß in diesen Teich die Goldbecke, die später Mühlenbach genannt wurde. Dieser trieb im Katthagen eine Hofmühle und vor Hofstede die landesherrliche Bulksmühle. Der Reichshofbezirk enthielt durch diesen Bachlauf im Norden eine Natürlich Abgrenzung.

Mehr kann über die älteren Siedlungsansätze in der Altstadt nicht gesagt werden. Man gewinnt aber den Eindruck, daß der Reichshof sich keineswegs auf einen eingeschlossenen Raum beschränkte und daß zu ihm - wie bei anderen Reichshöfen und Oberhöfen - zweifellos noch zahlreiche Unterhöfe gehörten. Die Zahl und Lage dieser Höfe kann heute nicht mehr bestimmt werden. Durch Liquidationen und Veräußerungen, die während der Besitzstreitigkeiten im Familienverband der Grafen von der Mark und gegenüber den Erzbischöfen von Köln noch vor dem 13. Jahrhundert stattgefunden haben, ergab sich eine völlige Umgestaltung des Besitzstandes innerhalb des Reichshofverbandes, die sich heute im einzelnen nicht mehr nachweisen läßt.

Ein Teil der sonstigen Höfe, aus denen die Siedlung Bochum zum Dorf erwuchs, muß damals in den Händen freier Bauern und adliger Grundbesitzer geblieben sein. So werden schon früh der Freihof und der Bongardshof an der Kreuzung der Kortum- und der Bongardstraße, der Weilenbrinkshof am Weilenbrink, der Brunsteinhof auf dem Gelände der Pauluskirche, der Hellwegshof außen vor dem Hellwegtor, die Widume als Pfarrhof am Schnittpunkt der Widume- und Hernerstraße und noch andere Höfe genannt, deren Geschichte Dr. Höfken beschrieben hat. Soweit diese Höfe später in die Stadtumwallung zu liegen kamen, haben sie das Land für neue Wohnstätten in der Altstadt bis zu ihrer allmählichen Aufteilung hergegeben.

Eine allmähliche Vergrößerung der hofesmäßigen Ansiedlung um den Reichshof muß durch den stetig zunehmenden Handelsverkehr auf dem Hellweg erfolgt sein. Siedlungsfördernd war ferner die administrative und kirchliche Bedeutung, die Bochum als Hauptort einer zahlreiche Bauernschaften umfassenden Gografschaft (aus der im 13. Jahrhundert das zwischen Emscher und Lippe sich ausdehnende Amt Bochum hervorging) und einer weit über die Ruhr reichenden, in viele Kirchspiele aufgeteilte Dekanie erlangte.

Als schließlich der Bochumer Reichshof 1180 als königliches Leben auf den neuen Herzog von Westfalen, den Erzbischof von Köln, überging, ist es zweifellos zu weiteren Ansiedlungen gekommen. Von dem herzoglichen Recht der Landesbefestigung haben die Kölner Erzbischöfe reichlich Gebrauch machen müssen, um besonders das erzbischöfliche Territorium in Südwestfahlen gegen die aufkommende Landeshoheit der Grafen von der Mark zu behaupten. Wichtige Grenzpunkte am Hellweg wurden damals befestigt und mit Rechten und Privilegien ausgestattet. Darpe nimmt an, daß dies auch in Bochum geschehen ist. Ein positiver Nachweis läßt sich hierüber nicht führen. Es darf vielmehr angenommen werden, daß mit der Befestigung in Bochum erst mit der Ausbildung städtischer Verhältnisse im 13. Jahrhundert begonnen worden ist.

Unter der Landeshoheit der Grafen von der Mark, die seit 1243 im Besitz der Grafschaft, des Gerichtes und des Hofes Bochum waren und die ihre Besitzansprüche in jahrzehntelangen diplomatischen und kriegerischen Auseinandersetzungen gegenüber Köln schließlich mit königlicher Billigung 1293 endgültig durchsetzten, begann ein neuer Abschnitt in der Siedlungsgeschichte der Altstadt. Dies ergibt sich aus einer Urkunde vom 8. September 1298, nach der Teile des Reichshofbezirkes an Handwerker und Gewerbetreibende zur Anlegung von Hausplätzen gegen Zahlung eines Erbpachtzinses zur Verfügung gestellt waren. Mit der Einziehung des Pachtzinses wurde der Schultheiß beauftragt. Die Wohnplätze und ein Marktplatz (forum) lagen im Bezirk der Beckstraße, Brückstraße und Gerberstraße. Diese zweifellos älteste Wohnsiedlung der Altstadt nannte man wegen der kleinen Häuser (Katen, Kotten) Kattort, Karrot und später auch Katthagen. Über siedlungskundliche Einzelheiten dieses Teiles der Altstadt unterrichtet Dr. Höfken.

Nachdem Graf Engelbert II. von der Mark 1321 das alte Reichshofrecht mit neuen städtischen Rechten zu einem bestimmt umschriebenen Stadtrecht vereinigt hatte und bereits eine Hauptstraße, die Obere Markstraße, angelegt war, hat man um diese Ansiedlungen einen Wall ausgeworfen und einen Graben angelegt, der wahrscheinlich damals schon im Zuge des Weilenbrinks, der Schützenbahn und des Spitzberges verlief. Stadtmauern hat Bochum nie besessen.

Dichtes Strauchwerk und Hecken auf dem Wall werden das Eindringen in die Stadt erschwert haben. Um 1340 begann Graf Adolf IV. von der Mark mit dem Bau einer Burg, um sich gegenüber dem Kölner Erzbischof im Besitze seines Hofes und der aufkommenden Stadt zu sichern. Eine solche Sicherung durch eine Burg können wir mit der Erhebung des Ortes zur Stadt in vielen Städten Westfalen feststellen. Der Burgbau erfolgte wahrscheinlich an der Stelle, an der später die Rentei stand, also an der Ecke der Rosenstraße und dem Kirchplatz. Schon im Jahre 1345 mußte auf Einwirkung des herzoglichen Erzbischofs die Burganlage geschleift werden. Im Volksmund sprach man später noch von einem Schloß, eine Bezeichnung, die aber wohl mehr dem alle Häuser überragenden Renteibau galt.

Im Zuge der Ausdehnung der Altstadt wurde 1351 der Hellwegsverkehr, der sich von Altenbochum in Richtung der heutigen Brüder- und Rottstraße an der Altstadt vorbei zur Alleestraße bewegte, über den Buddenberg und die Obere Markstraße in die Siedlung hinein und über die Bongardstraße wieder hinausgeleitet. Die Bebauung an der Oberen Markstraße und Buddenbergstraße konnte nun beginnen. Als weitere Hauptstraßenzüge treten die Beckstraße, die Brückstraße und die Hellwegstraße immer mehr hervor.

Den Abschluß dieser fünf Zugangsstraßen bildeten die fünf Stadttore, und zwar das Becktor (Bachtor, benannt nach der durchfließenden Goldbecke), das Brücktor (1423 Bruggepairte, benannt nach einer alten Brücke und einem dort gelegenen Hof, 1319 Haus to der Brüche, 1423 bruggegude), das Bongardstor(benannt nach einem alten Baumgarten = Bongard), das Hellwegstor (auch Slotpforte-1428- nach dem daneben gelegenen Slothof, der später vom Hellwegshof aus bewirtschaftet wurde) und das Buddenbergstor (benannt nach dem hochgelegenen Gelände, 1351 butenboirch = Butenberg = Außenberg, außerhalb der Stadtumwallung). Die Stadttore hatten eine Doppelte Öffnung für Wagen und Fußgänger. Sie müssen ziemlich unzugänglich gewesen sein, denn vor allen Toren befanden sich Schemmen, hölzerne, zugbrückenartige Stege. Neben jedem Tore hatte der Pförtner in dem kleinen Torhause Unterkunftsräume, die später (1717) bei Einführung des Stadtzolles (Akzise) auf Korn, Wein und Schlachtvieh auch den Akzise-Schreiber beherbergten. Um 1400 war so in einer für deutsche Stadtanlagen charakteristischen elliptischen Rundform ein kleines mittelalterliches Landstädtchen mit städtischer Selbstverwaltung und eigener Gerichtsbarkeit entstanden, das sich von einem Dorfe (1388 dorpe to buychem) zunächst nicht sehr unterschied.

Auch nach dem großen Stadtbrand am 25. April 1517, der die engbebauten, meist strohbedeckten Fachwerkhäuser mitsamt der Pfarrkirche in Schutt und Asche legte, wurde die Grundrißform der Altstadt wenig geändert. Es dauerte zwei Jahrzehnte, bis der Neuaufbau vollendet war. Es entstanden meist ärmliche Häuser, teilweise durcheinander gebaut ohne regelrechte Straßenflucht. Ein neues Rathaus an der Südostecke des Marktplatzes (an der Oberen Markstraße) konnte erst 1526 fertiggestellt werden. Der Wiederaufbau der Kirche, mit dem man 1519 begonnen hatte, währte bis 1547; ein massives Schieferdach an Stelle eines Strohdaches erhielt sie erst 1599. Von den Häusern waren 1533 eine Reihe noch nicht wieder aufgebaut.

Die Altstadt zählte 1522 rund 100 Häuser und 157 Bürger. Am 28. September 1581 wütete erneut eine Feuerbrunst, der 110 Häuser zum Opfer fielen. Etwa 2000 Jahre später, im Jahre 1765, gab es in der Altstadt 343 Häuser und 1406 Einwohner. Von den Häusern werden 6 als groß, 30 als mittelgroß, 141 als klein, und 95 als ganz klein bezeichnet: 42 Wohnhäuser standen leer, 5 waren umgefallen und 8 eingebaut. Bewohnt wurden damals nur 288 Hausstätten. Einhundert Jahre später (1842) hatte Bochum 3959 Einwohner und 412 Wohnhäuser. Diese Zahlen lassen eindeutig das geringe Wachstum der Ackerbürgerstadt vom 15. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts erkennen.

Der siedlungsmäßige Zustand um 1800, den der Arzt und Jobsiadendichter Dr. Karl Arnold Kortum 1790 im Neuen Westfälischen Magazin beschreibt und den Rektor Kleff in einem plastischen Stadtmodell wiedergegeben hat, ergibt sich aus der diesem Aufsatz beigegebenen Stadtansicht, deren Bearbeitung der von Kortum 1790 angefertigte erste Stadtplan und ein Plan aus dem Jahre 1842 zugrunde liegen. Nach den Ausführungen Kortums gab es damals in der Altstadt folgende Straßen: die in Bongardstraße, Obere Markstraße, Königstraße und Buddenbergstraße unterteilte Hauptstraße, die Schützenbahn, die Grabenstraße, die Rosenstraße, die Untere Markstraße, die Eulengasse, die Beckstraße, den Katthagen, die Gerberstraße, die Brückstraße und den Spitzber. Einige Nebengassen waren noch nicht benannt. An öffentlichen Gebäuden erwähnt Kortum das Rathaus, die Rentei und das Gasthaus. Es waren drei Kirchen (die katholische Pfarrkirche, die 1659 eingeweihte evangelisch-lutherische Pauluskirche, die 1798 in Benutzung genommene reformiert Johanniskirche), drei konfessionelle Schulen (Volkschulen) und je eine katholische und evangelische Lateinschule vorhanden.

Wall und Graben nebst den Stadttoren dienten nur noch dem Schutz der städtischen Akziseeinahmen. Auf die Erhaltung der Torhäuser, der Gräben und Wälle wurde deshalb besonders Wert gelegt. Der Wasserfluß der Gräben ging vom Buddenberstor (auch Wittener Tor genannt) zum Hellwegstor und von hier zum Bongardstor (auch Essener Tor genannt) und dann zum Brücktor, wo das Wasser bei der städtischen Schleuse den Mühlenbach (Goldbecke) erreicht. Vom Buddenbergstor ging ein weiterer Wasserlauf hinter dem Weilenbring zur Bleiche (daher Bleichtstraße) und erreichte hier die Gladbecke am Einfluß in den Stadtteich (am Schwanenmarkt).

Erst im Jahre 1750 wurden infolge der stärkeren Besiedlung Teile vom Wall und Graben zugunsten der Kämmereikasse stückweise verkauft. Der Verkauf war nur eine endgültige Veräußerung des Besitzrechtes der Stadt, denn längst waren auf dem Stadtwall Bürgerhäuser erbaut und einige verpachtete Grabenteile als Gärten benutzt worden. Die Regierung in Cleve machte den Verkauf von der Bedingung abhängig, daß anstelle der Grabenteile hohe Häuser, Mauern oder Holzzäune erbaut werden sollten, um jeder Akzise-Hinterziehung vorzubeugen. Die unverkauften Wallteile bebaute die Stadt selbst. Die Häuser überließ sie den Bürgern gegen einen jährlichen Pachtzins. So entstand anstelle des Walles die Grabenstraße. Die letzten Reste des alten Stadtgrabens, teils verschlammt, teils zugeschüttet, wurden 1855 den Anwohnern gegen einen geringen Preis als Eigentum überlassen. Die Stadttore wurden in der bergisch-französischen Zeit (1806/13) niedergerissen und beseitigt. Nur die Torhäuser am Buddenbergs- und Bongardstor blieben bestehen und wurden auf bestimmte Zeit von der Stadt verpachtet. Die Altstadt wurde eine offene Stadt.

Die um die Mitte es 19. Jahrhunderts zunächst sich langsam anbahnende, dann aber immer stärker werdende Umwandlung der Ackerbürgerstadt in eine Industriestadt konnte auf den baulichen Zustand der Altstadt nicht ohne Einfluß bleiben. Die Veränderungen des mittelalterlichen Grundrisses erstreckten sich vor allem auf die Verbreiterung der Hauptstaßenzüge durch Niederlegung der alten Häuser. Aus den Hauptstraßen wurden Verkehrs- und Geschäftsstraßen. Nur in den abzweigenden kleinen Gassen, wie Beckstraße, Weilenbrink, Grabenstraße, Spitzberg und Gerberstraße, sowie am Alten Markt blieben mit ihren Giebelhäusern, Traufenhäusern und Mansardenhäusern und den wechselvollen Dachformen Altstadtbilder erhalten, die erst der letzte Krieg fast restlos vernichtete. Der künftigen Stadtplanung erwächst die städtebauliche und architektonische Aufgabe, eine neue Altstadt in das Stadtgefüge einzubauen.