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Aus Laerheides Vergangenen Tagen

Dr. Otto Hülsebusch

Im Gegensatz zu den nördlichen Stadtteilen Bochums, die schon überleiten zu dem flachen Münsterland, sind die südlichen Bezirke stärker aufgegliedert. Hier steigt das Gelände wellenförmig zur Ruhr hin an. Täler und Siepen durchziehen es zumeist in westlicher und östlicher Richtung und geben im Wechsel mit den dazwischenliegenden Höhenzügen der Landschaft ein lebhafteres Gepräge. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang die Talmulde, die sich von der Zeche Julius Philipp in Oberwiemelhausen über die Stiepeler und Querenburger Straße hin nach Steinkuhl und Laer öffnet. Bekannt ist weiter das Lottental, das ein beliebtes Ziel der erholungsuchenden Bevölkerung ist und bei der alten, längst stillgelegten Zeche Glücksburg, Schacht Anna, unweit des Hauses Brenschede beginnt. Zwischen beiden Tälern verläuft, bereits von Querenburg aus, im Zuge der Heintzmannstraße eine weitere Niederung mit einem siepen- bzw. schluchtartigen Charakter in Richtung auf Haus Laer. Sie führt vornehmlich durch den Ortsteil Laerheide.

Laerheide umfaßt in etwa jenen Teil, der bis 1929 selbständigen Gemeinde Laer, der westlich der Eulenbaumstraße (südlich der Eisenbahnstrecke Laer - Dahlhausen) gelegen ist und bis zur Buscheystraße reicht, einer Verlängerung der Querenburger Straße. Der flächenmäßig größere Teil von Laerheide liegt mit dem siedlungsgeschichtlichen Schwerpunkt auf der Südseite des Siepens. Nach Süden und Westen grenzt Laerheide an die jetzigen Stadtteile Querenburg und Steinkuhl. Wer einmal die z. T. sehr abschüssige Heintzmannstraße verfolgt, die die Eulenbaum- und Buscheystraße verbindet, kann sich schon ein anschauliches Bild von diesem Ortsteil machen. Die Oberflächengestaltung ist wohl ein Grund, daß Laerheide seinen ländlichen Charakter wahren konnte. Bis in die jüngste Zeit hinein war Laerheide spärlich besiedelt. Hieran mag auch Darpe gedacht haben, wenn er in seiner Geschichte der Stadt Bochum von der „wacholderbestandenen" Laerheide spricht. Es fehlen hier aber auch die großen Bauernhöfe, wie sie sich um das Haus Laer in der Mitte dieses gleichnamigen Stadtteils gruppieren und vielleicht auf ein tausendjähriges Bestehen zurückblicken können. Wohl befindet sich hier eine Anzahl Kotten, besonders entlang der Heintzmannstraße, die mit ihren freundlichen, vielfach noch im westfälischen Fachwerkstil gehaltenen Bauten, den schwarzen Pfosten und den weißen Feldern, wertvolle Zeugen alter bäuerlicher Kultur sind. Die Namen Voß, Bußmann (Stemmann), Döhmann, Sieberg, Brune, Hase, Feldmann, Pennenkamp sind hier jedem Ansässigen geläufig. Vermutlich ist die Besiedlung dieses Ortsteiles von dem uralten Siedlungskern in Laer-Mitte talaufwärts erfolgt. Der Grund- bzw. (z. T. ehemalige) Waldbesitz verschiedener Bauern von Mitte Laer im oberen Teil von Laerheide deutet möglicherweise darauf hin. Dem-gegenüber zeigte sich in den letzten Jahrzehnten eine umgekehrte Entwicklung, indem wenigstens für das Gebiet der ehemaligen Lönsheide bessere Verkehrsmöglichkeiten zur Stadt bei der Besiedlung stark ursächlich waren. Die Siedlung, die hier im Laufe der Jahre im Dreieck der oberen Heintzmann-, Laerholz- und Papenburger Straße entstand, ist zweifellos durch den Ausbau der Querenburger und Buscheystraße sowie die Errichtung eines Omnibusverkehrs (nach Querenburg und Stiepel) sehr gefördert worden. Natürlich hat die ruhige Lage am Rande des Waldes von Schulte-Suntum hierzu beigetragen. Der genannte Wald schließt mit seiner östlichen Fortsetzung den Ortsteil Laerheide nach Süden ab. Große Felder dehnen sich nördlich davon auf dem Höhenrücken aus, der in Richtung auf Haus Laer allmählich verläuft.

Es sei dann noch erwähnt der flächenmäßig kleinere Teil von Laerheide, der nördlich der Talniederung liegt und bis zur Eisenbahnstrecke Laer - Dahlhausen reicht. Neben der Laerheider Schule an der Einmündung der Markstraße in die Eulenbaumstraße liegt unweit der Eisenbahnunterführung der alte Tengelmann-Kotten, dessen Gebäude durch den Luftkrieg erhebliche Schäden mitbekommen hat, die aber zum großen Teil behoben sind. Weiter westwärts längs der Eisenbahn erreicht man den später noch zu erwähnenden Benners-Kotten.

Von dem Durchgangsverkehr wird der Ortsteil im Zuge der Heintzmannstraße weniger berührt, weil die Straßenführung keine glückliche ist. Den Hauptverkehr in Richtung auf die Wittener Straße nimmt die Markstraße auf, die von Weitmar über Wiemelhausen, Oberquerenburg und Steinkuhl nach Laer führt und erst unterhalb der alten Steinkuhlschule auf Laerheider Gebiet übergeht. In ihrem unteren Teile verläuft die Heintzmannstraße zur Markstraße parallel. Eine Verbindung zwischen Heintzmann- und Markstraße in Höhe der Buscheystraße vermittelt die Laerheidestraße. Sie befindet sich jedoch in einem solchen Zustand, daß selbst ein Fußgänger sie gern meidet. Für den Fahrzeugverkehr scheidet sie ohnehin aus. Ihr Ausbau war schon vor dem Kriege geplant und wäre auch von dem Bewohner von Laerheide gern gesehen worden, da erst dann dieser Ortsteil für den allgemeinen Verkehr richtig erschlossen und der Durchgangsverkehr dann wahrscheinlich statt über die Markstraße über die Laerheide- und Heintzmannstraße erfolgt wäre, zumal dieser Weg in Richtung auf Haus Laer und die Wittener Straße der kürzere ist.

Eine größere Vergangenheit hat Laerheide nicht, doch dürfte ein Rückblick für manchen von nicht geringem Interesse sein. Der auch heute noch überwiegend ländliche Charakter läßt erkennen, daß es in früheren Zeiten über einen viel größeren Wald- und Wasserreichtum verfügte. So reichte beispielsweise der Wald auf der Grenze zwischen Laer und Querenburg bis an die Laerholzer Straße heran. Ein eigener Waldhüter hatte diesen Forst, der zum Haus Laer gehörte, zu betreuen. Weiter war bewaldet der Hang unterhalb der erwähnten Siedlung auf der Lönsheide im Abschnitt zwischen Buschey und Laerheidestraße bis zum Bonnermannssiepen hinab. Der Wasserreichtum wurde nicht unwesentlich verstärkt durch die Randgebiete von Steinkuhl und Oberquerenburg, soweit sie mit ihrer Vorflut auf den Siepen im Zuge der Heintzmannstraße weisen. Man muß dabei auch jenen Teil von Oberquerenburg einbeziehen, der westlich der heutigen Buscheystraße gelegen ist aber nach Osten hin Gefälle hat, was früher ein viel größeres Gebiet umfaßte. Wenn dieses auf den ersten Blick unglaubwürdig erscheint, so muß man berücksichtigen, daß die Höherlegung der Stiepeler Straße unweit des Schreppinghofes, weiter durchgeführte Meliorationen, die teilweise Bebauung sowie auch umgehender Bergbau in der Höhenlage große Veränderungen hervorgerufen haben. So ist denn das Wasser sogar westlich der Stiepeler Straße bis unweit der Bauernschaft Brenschede auf dem nach Osten allmählich verlaufenden Höhenrücken nach Laerheide abgeflossen. Aus diesem Grunde sind auch jene überlieferten Angaben glaubwürdig, daß der Wasserreichtum in dem fraglichen Gelände ausreichte, bereits in der Nähe der heutigen Wirtschaft Benner/Platzmann (Ecke Laerheide- und Heintzmannstraße) eine Mühle zu treiben. Diese Angaben haben sehr viel für sich. Befand sich doch noch vor wenigen Jahrzehnten in dem bereits erwähnten Bonnermannssiepen (hinter dem auf einer Anhöhe gelegenen Görigs-Kotten in Steinkuhl), ähnlich wie am Schnettlers-Berg in Steinkuhl (unweit der Brücke über die ehemalige Anschlußbahn zur Zeche Julius Philipp an der heutigen Querenburger Straße), quer durch den Siepen (mit einer Oeffnung in der Mitte) ein Damm, der zweifellos dem Aufstau des Wassers gedient haben muß. Er ist dann von dem Besitzer des Siepens abgetragen worden. Der Verlust dieses „techn. Ku1turdenkmals" kann eigentlich nur bedauert werden. Erwähnt sei auch noch als Wasserzubringer für den Teil der Talniederung unterhalb der Laerheider Straße die Schlucht hinter dem Grunewald.

Aber auch in anderer Beziehung hat Laerheide seine Geschichte. Die Eulenbaum- sowie Heintzmannstraße sind Namen, die mit dem Bergbau unserer engeren Heimat aufs engste zusammenhängen. Auf der Zeche Uhlenbaum waren bereits im Jahre 1757 9 Bergleute beschäftigt, was für damals einen bedeutenden Bergbaubetrieb darstellte und auf gute Abbau- und Absatzverhältnisse schließen läßt. Wahrscheinlich ist der Stollen dieser Gewerkschaft in der Nähe von Döhmanns Kotten aus dem Siepen in den Berg getrieben worden. Wie alte Bergleute, die ehedem auf der Zeche Eulenbaum gearbeitet haben, erzählen können, mußten um die Jahrhundertwende bei dem Bau eines Tagesüberhauen in der Nähe des angegebenen Kottens besondere Vorkehrungen getroffen werden, um Wassereinbrüche aus alten Bauten zu begegnen. Bezeichnenderweise ist unweit des schon seit langem für Wohnzwecke hergerichteten Kottengebäudes einer der vielen Kleinzechenbetriebe entstanden, die zu ihrem Teil dazu beitragen sollen, die Kohlennot zu lindern.

Als Tiefbauschacht ist um die Jahrhundertwende der Schacht Eulenbaum niedergebracht worden. Die Schachtanlage gehörte zu den rentabelsten der näheren und weiteren Umgebung. Da sie gute Verdienstmöglichkeiten bot, kamen Bergleute von weit her, um hier ihr tägliches Brot zu verdienen. Wenige Jahre nach dem ersten Weltkrieg ist sie dann stillgelegt worden. Seitdem wird der Abbau der Flöze von Dannenbaum I unterirdisch durchgeführt. Mit der Stillegung dieser Zeche wurde auch die Seilbahn abge-brochen, die all die Jahre hindurch die Kohlen quer über die Heintzmann- und Markstraße, also auch über den Siepen hinweg, zur Schachtanlage Dannenbaum I befördert hat. Gleichzeitig verschwanden damit die mit der Seilbahn zusammenhängenden Sicherungsbrücken an den beiden Straßenübergängen. Seitdem findet der Schacht nur noch als Wetterschacht Verwendung. Die Leitung der Schachtanlage bis zu ihrer Stillegung lag in den Händen des Obersteigers Kramer, eines urwüchsigen Deutschen. Er stammte aus Altendorf (Ruhr) und erfreute sich wegen seiner vorzüglichen Eigenschaften allseitiger Beliebtheit.

Ist die Zeche Eulenbaum den Zeitgenossen noch ein lebendiger Begriff, so läßt sich dieses nicht in gleicher Weise sagen von dem sogenannten Heintzmann-Schacht, der sich ehedem gegenüber der heutigen Wirtschaft Benner/Platzmann befand und schon viele Jahrzehnte verschwunden ist. In groben Umrissen ist die ehemalige Zechenanlage auch heute noch erkennbar, wenn der Luftkrieg auch hier manche Spuren verwischt hat. So fällt ohne weiteres die Platzanlage auf, ein Rechteck, um das sich die Zechenhäuser gruppieren, die später in Wohnungen umgebaut wurden. In der Mitte des Platzes befand sich der eigentliche Schacht in einer Tiefe von 7 Fahrten (35 - 40 m). Vorhanden ist auch noch eine im Zusammenhang mit dem Bergbaubetrieb entstandene Abraumhalde, die im Winkel der talwärts führenden Heintzmannstraße aufgeschüttet wurde und auch heute noch erkennbar ist. Die Halde wurde dann eingeebnet und dient nach Auftragung von Mutterboden schon seit Jahrzehnten kleingärtnerischen Zwecken. Im übrigen ist die Halde mit ihrem Abhang nach der besagten Straße zu durch eine Grasnarbe, die sich im Laufe der Zeit gebildet hat, fast vollkommen verdeckt. Die Blütezeit der Zeche Heintzmann fällt in die Zeit nach dem Kriege 1870 - 1871, als die im Ruhrgebiet allenthalben durchgeführten Eisenbahnbauten zum Nachteil der seit langem rückläufigen Ruhrkohlenschiffahrt dem Kohlenbergbau neue und günstigere Absatzbedingungen und -plätze erschlossen. Von dieser Entwicklung profitierte auch die Heintzmannschachtanlage, als am 1. 6. 1870 die Eisenbahnstrecke Laer - Dahlhausen dem Verkehr übergeben wurde. Damals erfolgte der Bau einer Pferdebahn über die Halde der Zeche, die jetzige Heintzmannstraße und den Siepen, die mittels einer Holzbrücke überspannt waren, hinweg im Zuge der heutigen Erlenkampstraße und über die Markstraße und erreichte unweit von Benners Kotten die neugebaute Strecke Laer - Dahlhausen, wo sich eine Ladebühne befand. Aber auch die Schachtanlage „am Heintzmann" einschließlich der Pferdebahn bestand nicht lange. Mit der Abteufung der bereits eingangs erwähnten Zeche Julius Philipp (1877) kam der Heintzmannschacht zum Erliegen und die Kohlenförderung wurde nach dorthin verlegt, zumal diese Zeche gleichzeitig zu der neu geschaffenen Eisenbahnstrecke Laer - Dahlhausen durch eine vollspurige Anschlußbahn verbunden wurde. Die Erinnerung an jene Zeiten ist noch nicht erloschen. Es gibt alte Leute, die noch erzählen können, wie die Grubenpferde des Heintzmann-Schachtes sonnabends zur Wirtschaft Brinkmann (heute Seier, Apotheke Wiemelhausen) gebracht wurden, wo sie sich ebenfalls von den Strapazen der Woche erholen konnten. Eine Schmiede war zunächst mit der Zeche Heintzmann nicht verbunden. Die Reparaturen an den hölzernen Förderwagen, die auch nur 10 Scheffel (= 8 Ztr.) faßten, wurden durch die Schmiedemeister Rumberg und Gathmann in Stiepel ausgeführt. Es kam verhältnismäßig häufig vor, daß Förderwagen, von Pferden gezogen, mit großem Geräusch über die heutige Mark- und Stiepeler Straße hin und her transportiert wurden.

In der Höhe des Heintzmannschachtes hat der Bergbau noch eine ältere Geschichte. Zu den älteren Zechen dieser Gegend gehörte auch die Zeche Neue Mißgunst in Brenschede (im östlichen Winkel der Mark- und Burgstraße), die bereits um das Jahr 1800 bestand. Etwa um das Jahr 1813 erwarb sie auch die Kohlenfelder auf der Schreppingsheide, zu denen auch der Prinz-Kater-und Patriarchen-Stollen gehörte. Diese Stollen führten von der Sohle der bereits eingangs erwähnten Talniederung Zeche Julius Philipp, Steinkuhl, und zwar östlich und westlich der heutigen Stiepeler Straße aus in südlicher Richtung in den Berg. Sie hatten bis zum Schreppingshof eine Bauhöhe von 20 bis 30 m. Beide Stollen waren bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Betrieb und waren nach damaligen Begriffen im Laufe der Jahrzehnte stark abgebaut. Im Jahre 1817 faßte dann die Gewerkschaft Neue Mißgunst den Plan, durch Anlegung eines sogenannten tiefen Stollens die Kohlen in einer größeren Höhe abzubauen. Diese Möglichkeit war durch Anlegung eines Stollens in dem Laerheider Siepen gegeben. In Verfolg dessen wurde dann der sogenannte Egmont-Stollen von dem Siepen von Laerheide aus in der Richtung auf den Hof Schrepping gebaut. Das Stollenmundloch lag bei Siebergs Kotten in Laerheide. Im Jahre 1825 war dieser Stollen bis zum Kiekuths-Kotten (heute Gelsenkirchener Bergwerks AG), an der heutigen Buscheystraße vorgetrieben worden, wie man an den nach oben ausgeworfenen Lichtlöchern feststellen konnte. So lautet wenigstens die Aussage eines um die damalige Zeit in einem Prozeß vernommenen Zeugen. In der Folge wurde der Stollen in der Richtung auf die bereits mehrfach erwähnte Zeche Glücksburg als Erbstollen weitergebaut, um das Wasser nach dorthin zu lösen. Von der Zeche Glücksburg aus führte dann der Erbstollen über die Zechen Karl Friedrich und Friedrich in Stiepel zur Zeche St. Mathias, Erbstollen in Baak, wo die Grubenwasser auch von dem Schacht Heintzmann in die Ruhr ausliefen. Nach Abteufung des Heintzmannschachtes und Fertigstellung der Anschlußbahn ging auch um das Jahr 1870 die Kohlenförderung der Zeche Glücksburg, die bis dahin weit über ein halbes Jahrhundert oder noch länger vermittels einer Schleppbahn durch das Lottental zur Ruhr geschafft war, nunmehr über den Heintzmannschacht zur Laer-Dahlhauser Bahn.

Der Name Heintzmann ist mit der Geschichte des Ruhrkohlenbergbaues eng verbunden. Im Jahre 1756 kam Johann Friedrich Heintzmann, der bis dahin in Stolberg-Wernigerodeschen Diensten gestanden hatte, an die Ruhr. Seine Erfahrungen, die er im Harzbergbau gewonnen hatte, kamen in reichem Maße dem aufblühenden Ruhrbergbau zugute. Es waren ihm jedoch hier nur acht Jahre erfolgreichen Wirkens beschieden. Johann Friedrich Heintzmann ist auch der Verfasser der Revidierten Bergordnung vom 29. 4. 1766, die bis zum Erlaß des Allg. Berggesetzes im Jahre 1865 in Geltung blieb. Einer seiner Nachfolger war der Berggeschworene Julius Philipp Heintzmann, der 1769 zum Bergmeister ernannt wurde und seit 1791 als Oberbergmeister tätig war. Er war auch Rendant der damals ins Leben gerufenen Knappschaftskasse, die ihren Sitz in Bochum bekam. Die heutige Ruhrknappschaft geht auf diese Einrichtung zurück. Ein Enkel des Schöpfers der Preuß. Bergordnung, Heinrich Heintzmann, war um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts Direktor des Essener Bergamtes. Er sah es als seine Lebensaufgabe an, sich dafür einzusetzen, den aufstrebenden Bergbau von den Fesseln staatlicher Bevormundung zu befreien und im Zuge mit der fortschreitenden Technik liberalen Wirtschaftsgedanken zum Siege zu verhelfen. Das Berggesetz von 1865 hat diese Gedankengänge auch mehr oder weniger verwirklicht. Um dieselbe Zeit war in Bochum Rechtsanwalt Heintzmann tätig, der ebenfalls starke Bindungen zum Bergbau hatte. So war er um das Jahr 1857 Grubenvorsteiher der Stollenzechen Glücksburg (Brenschede) und Julius Philipp (Querenburg) sowie einer Reihe weiterer Kleinzechen nördlich und südlich der Ruhr. Die Benennung der Tiefbauschachtanlage in der Laerheide, die später in Betrieb genommen wurde, wird wohl nach ihm erfolgt sein.

Es war daher ein glücklicher Gedanke, daß die Stadtverwaltung Bochum nach der Eingemeindung der früheren Landgemeinde Laer (1929) die damalige Schützenstraße in Laerheide, an der auch die Schachtanlage Heintzmann gelegen war, für die Folge in Heintzmannstraße umbenannte. Sollte die Umbenennung dieser Straße auch mehr die Erinnerung an die Schachtanlage als solche wachhalten, so ehrt die neue Straßenbezeichnung aber auch gleichzeitig die Träger des Namens Heintzmann, die soeben genannt wurden und im Laufe mehrerer Menschenalter nacheinander im Interesse des Kohlenbergbaues erfolgreich tätig waren.

Hat der Ortsteil Laerheide in der Vergangenheit nach obigen Ausführungen ein verhältnismäßig ruhiges Dasein geführt - die Zeche Heintzmann war letzten Endes ein Kleinbetrieb; auch war später der Schacht Eulenbaum nur eine Nebenanlage in sonst wenig besiedelter Gegend -, so darf er andererseits auch Anspruch darauf erheben, bei der Geschichte des Kohlenbergbaues unserer engeren Heimat nicht ganz vergessen zu werden. Die vorstehenden Zeilen sollen einen Beitrag hierzu liefern.