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Auf der alten Zeche „Friederika"

Kleff

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts hatte die Grafschaft Mark für den Bergbau vier Geschworenenbezirke: Hörde, Wetter, Blankenstein und Bochum. Bei den damaligen bergbaulichen Zuständen war das Amt der Geschworenen gewiß nicht leicht. Ihre Gehilfen, die Obersteiger, hatten die eigentliche Betriebsleitung, schlossen die Gedinge ab und überwachten die Gruben-Rechnungsbeamten. Alle 14 Tage erstatteten sie dem Oberbergamte sog. Fahrberichte über den Zustand der ihnen unterstellten Gruben. Im Bochumer Bereich amtete damals der Obersteiger Kesten. Seine Grubenberichte gestatten mancherlei. Einblicke in die Art damaliger Zechenarbeit. Eine der Kesten unterstellten Gruben war „Friederika". Sie lag in der früheren Gemeinde Wiemelhausen, in der Gegend des heutigen Milchhofes, also nahe bei dem alten Städtchen Bochum.

Im Sommer 1797 wurde auf „Friederika" ein neuer Schacht niedergebracht. Die Arbeit betrieben 4 Hauer und 2 Haspelknechte. Sie hatten auch das Zimmerungsholz aus einem älteren Schachte auf dem Grunde des Bauern Brunstein herauszuholen und ihn dann zuzuwerfen. „Weilen die Wasser so stark und des Nachts mitgehalten werden mußten", war bald auf Pumpen zu denken. Auf Friederika lagen noch drei alte Pumpen, größtenteils aus Holz. Sie hatten zwar einen Kupferstiefel, aber „weilen sie so lange im Wasser und Schlamm gelegen, ist das Holz ganz weich geworden". Der Pumpenmacher Rautwurm hatte sie schon einmal ausgeschlammt und nachgebohrt. Er meinte: „Wo ein Ast im Holze ist, ist es feste, auf andern Stellen aber so weich, daß viel Leder nötig sein wird". Nach Geheiß des Obergschworenen Wünnenberg wurden drei Oerter übereinander angehauen, zuerst das Ort für den Kasten, „wo die unterste Pompe soll eingießen und die oberste nehmen soll". Am 19. August in der Nachmittagsschicht wurden „die Pompen zu gange gebracht". „Um das die Kohlenkübel keinen Schaden bringen, auch, wann gezogen wird, keine Kohlen oder Berge in die Pompen fallen", verkleidete man den Schacht gegen die Pumpen hin mit Brettern und Latten.

Der neue Schacht war in einem Roggenfelde des Brunstein niedergebracht worden; wegen des entstandenen Schadens erhielt Brunstein 2 Taler 15 Stüber Abgeltung. Auf einem Grundstück des Bauern Denis stand noch ein altes Zechenhaus. Es wurde abgebrochen und über den neuen Schacht gesetzt, damit die Haspelknechte nicht „den ganzen Tag in der Hitze und wann es regnet, unter freyem Himmel stehen und die Bergleute bei ihrer nassen Arbeit Gelegenheit haben, ihre Kleidungsstücke zu trockenen".

Im Herbst konnte wegen „Wettermangels" vor den Grundstrecken nicht täglich gearbeitet werden. Der Obersteiger Kesten half eigenhändig mit, Wettertüren zu setzen. Er war der Meinung, „daß die Wetter durch den Stollen wegen der vielen Winckels und Verfaulung des Holzes verschwechet werden". Deshalb sollte ein „übersich" bis zu Tage aus- und aufgehauen werden. Der Obersteiger versuchte auf höhere Weisung hin auch. Ob von drei Haspelknechten nicht einer gespart werden könne. Er kam aber zu dem Urteil; „Weilen die Kohlen so naß sind, wird es zwehen Knechten zu schwer; zudem haben sie auch das Holz vorzurichten, Zettel zu schreiben und ins Journal einzudragen".

Im November kam das Ort Nr. 2 Osten vor die „Hauptverbrückung" und wurde darum aufgegeben. Vier Arbeiter brachen nun Holz aus einem alten Nachbarschacht; es wurde bei dem neuen Gesenk bebraucht, „weilen neues Holz zu deuer und nicht gut zu haben ist". Da die Ernte jetzt ganz vorbei war, wurden die beurlaubten Bergleute, die ja entweder selbst einen Kotten bewirtschafteten oder bei ihrem Pachtherrn in der Landwirtschaft zu helfen hatten, zur Bergarbeit zurückgerufen.

Im Januar 1798 wurden die Wasser so stark, daß zwei Pumper mehr angelegt wurden. Jetzt waren ihrer acht; jeder erhielt 15 Str. Lohn und arbeitete 6 Stunden. Alle Woche mußte der Sumpf unten im Schacht „gesaubert" werden - „wegen der vielen kleinen Kohlen", die hineinfielen. Aus irgend welchen Gründen vermutete man auch „Bosheiten" einiger Leute, als man in den Holzrohren der Pumpen grobe Späne, Hammerstiele u. dergl. fand. Die Pumpen machten überhaupt viel Sorgen. Einmal hatte man Holzrohre, die schon anderwärts gebraucht waren, niedergebracht; sie mußten jedoch wider ausgebaut werden, „weilen sie vom Fentil ausgerieben waren". Der schweren Arbeit wegen standen die Pumper nur 6 Stunden. Ein Henrich Leiterholt z. B. mußte die Arbeit wieder aufgeben, da ihm eines Tages das Blut aus dem Munde spritzte. Es war zu der Zeit nicht gerade leicht, geeignete Bergleute zu finden. Als einem Friedrich Kremer unter Tage „Kohlen auf die Hant fielen", und er deshalb nicht mehr arbeiten konnte, war man froh, daß sich ein Justus Weitkämper anlegen ließ. Ein Probeversuch, die Pumper 8 Stunden bei der Arbeit zu halten, schlug gänzlich fehl. Die Haspelknecht, die die Kohlen an einer Rolle nach oben zu winden hatten, galten nicht als eigentliche Bergleute. Als sie einmal im Lohn den Pumpern gleichgestellt sein wollten, lehnte der Obersteiger ab. „Sie wollen aufhören zu arbeiten", meldete Kesten, „weilen solche mehrenteils Tagelöhner sind, kann man sie nicht zwingen". Das Bergamt verlangte, die Zeche so stark wie möglich zu belegen, und band dem Fahrsteiger ein, „nicht nur die Zeche über Tage zu besuchen, sondern auch fleißig nachzufahren". Es drängte auch immer wieder auf Einführung des 100 Ringel-Gedinges. Endlich konnte der Obersteiger melden: „Die fernere Kohlenförderung ist vor jedem Ort auf 1 Hauer 1Schlepper p. 100 Ringel exel. Tratte-Kohle zu 1 Tlr. 51 Str. 3 ½ Pf. Gemein Geld gedrungen. Die Haspelknechte erhielten für 100 Ringel, die sie zu Tage zogen 56 Str.

Daß ein niedrig gehender Abbau Tagesbrüche verursachte, war begreiflich. Der Bauer Brunstein fuhr z. B. in diesem Jahre fünf zu, wofür ihm 4 ½ Tlr. vergütet wurden. Im übrigen stand Brunstein recht freundschaftlich zur Zeche. Als 1798 am ersten Christtag die Pumper sich nicht pünktlich ablösten, fror die oberste Pumpe zu. Was blieb zu tun? „Die Pumpe wurde auseinander gerissen und in des Bauern Brunstein seine Stube hinter den Ofen gebracht, wo daß Eis dennoch nicht geschmolzen; sondern haben den 2ten ganzen Tag mit gekochtes Wasser und Salz gearbeitet und haben die Röhren loshauen müssen", meldete Kesten. Als die Pumpen endlich wieder in Ordnung waren, erboten sich die Pumper, das aufgelaufene Wasser auf ihre Kosten auszupumpen. Für die Folge wurde ein alter erfahrener Hauer, Conrad Cornelius, beauftragt, auf Pumpen und Pumper besonders zu achten und kleinere Instandsetzungen auszuführen.

Gegen April 1799 war es mit diesem Schacht so ungefähr zu Ende. Man „teufte" nahebei einen neuen Schacht ab, den Schacht „Rosine". „Hauer Conrad Cornelius und Consorten" erhielten je Lachter (= 2,092 m) 5 Tlr. Das nötige Pulver wurde auf 30 Str. gerechnet. Als „fester Stein" angehauen wurde und Wasser die Arbeit sehr erschwerte, erhöhte Kesten das Gedinge um 1 Tlr. Ende April war das Flözliegende erreicht. Mitte Mai waren die Wasser so stark, „daß die Tonnen beständig gehen mußten"; das Gedinge wurde um 1 ½ Tlr. erhöht. Aber die Bergleute klagten, daß sie nicht ihren Lohn verdienten. Da machte der Obersteiger eine Probe, wieviel in 12 Stunden auf 4 Hauer und 4 Haspelknechte abgeteuft werden könnte. Ergebnis? „Also haben dieselben 15 Zoll auf 2/3 in der Abteufung gewonnen". Das Gedinge wurde auf 11 Tlr. 20 Str. gesetzt; dazu kamen für den Ringelgroße Kohle 3 Str. Ein Haspelknecht erhielt 12 Str. im Schichtlohn. Die nötige Holzzimmerung wurde außer der Schicht vorgerichtet; dafür gab es 72 Str. für den Lachter. Am 6. Juni stellte Kesten fest, daß in der Abteufung - nicht gearbeitet wurde. Er ließ die Arbeiter auffordern, sofort wieder zu ihrer Zeche zu kommen. Am folgenden Tage fand er nur die Haspelknechte am Schachte. Da ließ er die Arbeit einstellen. Vermutlich gingen die Abteufer ihrer Kötterarbeit nach. Und dabei verlangte das Bergamt, weil überall Kohlenmangel sei und man sich für die Winterzeit eindecken müsse, sich für die Erntezeit gehörig einzurichten. Es sollte listenmäßig vermerkt werden, wieviel Tage jeder Bergmann seinem Pachtherrn zu arbeiten verpflichtet sei.

Ende Juni begann die Vorrichtung der Pumpen. Die unterste Pumpe hatte 36, die obere 35 Fuß zu heben. Am 5. Juli kamen die Pumpen in Gang. Wieder wurde über dem Tageshaspel ein Fachwerkhäuschen errichtet. Der Hauer Cornelius verstand sich auch auf die Arbeit „mit Stroh und Leimen" (=Lehm), auf die Herstellung von Lehmwänden. Bald war er wieder unter Tage, um die Kammer der obersten Pumpe zu erweitern und mit Holz auszuhauen. Grubenholz war damals schon rar; als man den Schacht durchschlagen und Fahrten- und Förderschacht durch „Spreizen und Bretter" trennen wollte, bedeutete das eine erhebliche Auslage. Am 17. Juli sollten „2 Hauer 1 Schlepper und 2 Haspelknechte den Sumpf 2 Lachter westen und 2 Lachter osten des Schachtes mit 4 Fuß Höhe aufhauen". Da streikten die Pumpen wegen eines Risses, „die Förderung zu Tage konnte nicht geschehen". Unterdes hatte das Ort Nr. 2 die geforderten 9 Fuß Höhe; nun wurde den dort arbeitenden Leuten, 2 Hauer und 1 Schlepper mit 2 Haspelknechten, für 100 Ringel Kohle 3 Tlr. gezahlt. Außer Wassersorgen gab es auch „Wettermangel". Ende Juli konnte man 4 Tage nicht zur untersten Pumpe gelangen. Da veranlaßte der Obersteiger, daß ein Luftloch vom Tage niedergebracht wurde; gleichzeitig wurde von unten aufgehauen, um durchschlägig zu werden. Die Leute erhielten je Lachter 1 ½ Tlr., dazu kamen an Geleuchtkosten noch 12 Str. „Weilen die Stollenkohle, wohin die Wasser gepompt", erschlammt war, wurden Säuberungsarbeiten nötig. Das alles forderte Zeit, und „da die zwei Pumpensätze wie auch -röhren (aus Holz) trocken gelegen, so hat der Hauer Justus Weitkemper und Consorten dieselben in Wasser bringen müssen", wofür er 24 Str. gemein Geld erhielt.

Der Absatz an Kohlen war im Sommer gering, so daß man 8 Fuß hohe Haufen aufstürzte; dazu wurde der dritte Mann jeder Schicht herangezogen. Das bedeutete natürlich: weniger Lohn. Als der Obersteiger den Pumpern die Wasserhaltung verdingen wollte, konnte er keinen dazu bewegen. Da legte er zwei Mann ab und nahm 6 Mann auf 3/3, von denen jeder 8 Stunden stehen sollte; den Lohn erhöhte er von 15 auf 18 Str. Aber was mußte er melden? „Die Pompers sind ganz ungehorsam und sagen, daß sie keine 8 Stunden für 18 Stüber pumpen wollen noch können. Einer sagte, er wolle 20 Stüber haben, wo nicht, so wolle er nicht mehr pumpen, oder ob sonsten jemand da wäre, der die zwehen Stüber fressen wollt; vor die groben Ausdrücke wird derselbe um 1 Schichtlohn in Strafe genommen".

Mitte Oktober schafften vor Ort 1 und 2 je 4 Hauer, 2 Schlepper und 5 Haspelknechte auf zwei Drittel. Das Gedinge stand zu 2 Tlr. 58 Str. für 100 Ringel. Vom 4. September bis zum 3. Oktober brachte Ort 1 z. B. 1634 ½, Ort 2 1684 ¼ Ringel; aber verkauft wurden nur 966 Ringel. Ort 2 war vom Schacht an 43 Lachter aufgefahren. Da ein Schlepper in einer Schicht die Kohlen nicht zum Aufschlag bringen konnte wurde ein weiterer Schlepper angelegt. Die Herbsttage brachten so viel Wasser, daß zeitweise nicht an allen Stellen gearbeitet werden konnte, trotzdem noch in einem Luftloch eine Pumpe vorübergehend mitarbeitete. „Da die Arbeiter nicht auf ihren Lohn kommen", luden sie Kohlen und fuhren sie auf Schiebkarren nach Bochum und zwar nur Stückkohle. Wenn es nicht bei Tage geschah, dann abends und nachts. Ein Vergnügen war es gewiß nicht. Denn bei dem schlechten Absatz kam nicht so viel heraus, einen ordentlichen Fahrweg bis zum Schachte anzulegen. Deshalb „akkordierte" der Obersteiger mit dem Bauer Brunstein, „daß er das Fahrweg (=Fuhrwerk) über sein lant bis an die Wege fahren ließ, um daß die Kohlen nicht alle auf der Halte(=Halde) Stehen bleiben" - für 16 Ringel Kohlen. Unterm 21. November wandte sich die Zeche Friederika an das Oberbergamt, die Stadt Bochum anzuhalten, die Wege fahrbar zu halten. Es würden täglich 218 Ringel gefördert, der schlechten Wege wegen könnten aber nur wenige Kohlen verkauft werden. Man berief sich auf das Wegegeld, das Bochum erhob; es reichte zur Instandhaltung der Wege längst nicht aus.

Anfangs Januar 1800 war Ort 1 40 Lachter weit gekommen, so daß auch hier ein zweiter Schlepper nötig war. Die Kohlenförderung auf 4 Hauer, 4 Schlepper und 5 Haspelknechte wurden zu 3 Tlr. 22 Str. für 100 Ringel verdungen. Ort 2 war 60 Lachter weit gekommen. Da 20 Lachter weiter „eine gute Stelle an einem Fohrweg" kam, wo ein neuer Schacht stehen könne, dachte man bereits wieder an Abbau. Jedoch störte vorerst noch eine böse Verdrückung, so daß das Gedinge um 1 ½ Tlr. für ein Lachter erhöht werden mußte. Der Wassersumpf mußte wieder mal entschlammt werden. IN die unterste Pumpe war Schlamm und Feinkohle geraten, weshalb sie zweimal auseinandergenommen und nachgebohrt werden mußte.

Im Februar gab es beinahe ein Unglück. Ein Schlepper auf der Strecke Nr. 2 ließ einen gefüllten Kübel in den Schacht stürzen - „aus Bosheit", wie sich herausstellte. Dafür wurde er mit einem Schichtlohn bestraft und kam an den Haspel zum Ziehen, während sein Bruder von dort weg zum Schleppen geholt wurde. Das Bergamt verfügte, dem Schlepper B. mündlich zu eröffnen - lesen konnte er wohl nicht - im Wiederholungsfalle werde mit Gefängnis bestraft werden. Freilich, er hatte auch sonst noch „Leute geärgert". Auf einem ganz unreinen Ringel hatte er z. B. „zum Spiedakel" (=Spektakel) ein Holz gestückt; vor diese Unordnung ist derselbe um 30 Str. in Straf genommen".

Da die Wasser immer stärker wurden, „und die Pompers an den zwo untersten Pompen nicht vermögent waren, daß ein Mann 8 Stunden aushalten konnte", mußten Mitte Februar zwei Pumper neu angelegt werden. Die Leute an den untersten Pumpen standen 6, an der oberen 8 Stunden.

Am 10. Februar begannen die Arbeiten zu einem neuen Schacht, der „Dorothea" genannt wurde. Hauer Wittich und Consorten erhielten für jeden niedergebrachten Lachter 3 Tlr. Am 5. März konnte der Obersteiger 4 Lachter Teufe abnehmen. Wegen des starken Wassers mußte das Gedinge, das schon auf 6 Tlr. gekommen war, nochmals um 1 Tlr. erhöht werden. Auf Schacht Rosine wurde auf Geheiß des Bergamtes zu Anfang April die Arbeit eingestellt. Ort Nr. 2 Westen war vom Schacht 90 Lachter weit gekommen, „wovon 1 Lachter unter dem neuen Dorotheaschacht her war". Die Bretter auf der Strecke riß man auf und brachte sie im Schichtlohn zu Tage. Ort Nr. 1 Westen stand noch um 22 Lachter zurück. Hier blieben die Streckenbretter, auf denen die Kohlen geschleppt wurden, liegen, auch der stehenbleibenden Pumpen wegen. Letztere hatten viel zu tun. Am 25. April, morgens zwischen 8 und 9 Uhr, fand er Obersteiger, daß das Wasser 2 Fuß 2 ½ Zoll über der Bühne des Sumpfes stand; es wurde darauf gerechnet, daß es, „wann die Pumpen gut bleiben", in drei Tagen zum Sumpf gebracht sei. Nicht selten machten auch die Wetter Last, so Ende Mai, als zwischen Schacht Rosine und Stollen ein Luftloch bis auf die „wahre Stollensohle" tief gebracht wurde. Der Obersteiger berichtete: „Die Oeffnung des Alten Mannes und Vorrichtung ist im Schichtlohn, weilen derselbe voll böser Wetter gestanden und desselben kein Geding geschlossen werden konnte. Es sind alle Veranstaltungen vorgerichtet, allein es haben keine Wetter verschafft werden können; so muß ein Luftloch gegen diesem Luftloch abgedeuft werden, den Wettern eine Wechselung zu verschaffen".

Im neuen Dorotheaschacht war „der Stein so fest gewesen, daß er mit Schlegel, Eisen und Schießen gewonnen werden mußte". Das Gedinge wurde darum auf 8 Tlr. für den Lachter erhöht; die Kosten für das Pulver trug die Zeche, wie der Obersteiger gemeldet hatte. Das Bergamt stellte jedoch fest, daß die alte Belegschaft noch Pulver vorrätig hatte und es hergab, nicht die Zeche. Darum vom Bergamt der Wischer: der Obersteiger soll in Zukunft seine Berichte deutlicher und bestimmter anfertigen. Anfangs Juli war der Schacht seiger tief 10 Lachter 20 Zoll, tonlägig 4 Lachter 60 Zoll, zusammen also etwa 15 Lachter.

Au der Halde lagen über 17 000 Ringel Kohlen. Weil sich „nunmehro der Debit(= Absatz) auf der Zeche einfand", wurde unterhalb der Denisschen Wiese ein Abfuhrweg angelegt. „Dörner" wurden gehauen und in die „Trahnen"(=Radspuren) gelegt. „Den Weg zu höhen" wurde beiderseits ein Graben aufgeworfen. Mitte Juli 1800 arbeiteten auf Schacht Dorothea 6 Hauer, 3 Schlepper und 5 Haspelknechte. Der Unterschichtmeister hatte vorerst mit dem Verkauf der Haldenbestände zu tun; dann kam er als fünfter Mann an den Haspel. Er hatte auch die teilweise verwitterten Bestände mit neu gewonnenen Kohlen zu versetzen - zur Vermehrung des Absatzes. Eines Tages traf der Geschworene v. Cölln 6 Bergleute, die bei ihren Ladungen nach Bochum fast nur dicke Stücke hatten. Das gab ½ Schichtlohn Strafe. Die gleiche Strafe traf einen, der größtenteils auch nur Stücke fortschob und gar noch einen Sack mit Brocken (=handlichen Kohlenstücken) auf der Schiebkarre hatte; dafür hatte er den Wert einen halben Ringels an den Schichtmeister zu vergüten. Als der Absatz wieder abflaute, fragte der Obersteiger in Wetter an, ob nicht die ganze Zeche Friederika während der Erntezeit stillgelegt werden solle. Das Oberbergamt gab zurück, der ansehnlichen Haldenbestände wegen werde nachgelassen, daß die Zeche in den Erntewochen still stehe. Bis dahin müsse aber noch das Gedinge vermindert werden, der Geschworene v. Cölln fand es zu hoch. Deshalb veranlaßte er ein Probehauen in 5 Schichten. Ergebnis? Für 100 Ringel gab es 2 Tlr. 40 Str. und 12 Str. an „Scherf- und Schmiedekosten". Die hilfsweise in einem Luftloch des Schachtes Rosine eingebrachte Pumpe wurde „ausgerissen" und- in einen Teich auf Brunsteins Hof gebracht, damit sie nicht rissig werde. Sie bekam Urlaub, bis der neue Schacht „Leonhard" sie nötig hatte.