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Peter Scholl-Latour

Porträt von Herrn Peter Scholl-Latour
Peter Scholl-Latour
"Letztlich hat die Tatsache, dass ich in Bochum geboren bin und ein paar Jahre hier gelebt habe, auch eine große Rolle gespielt."

Der Arztsohn Peter Roman Scholl-Latour wurde am 9. März 1924 in Bochum geboren. 1936 schickten ihn seine Eltern, die weiterhin in Bochum lebten, zum Schutz vor den Nazis auf ein Jesuitenkolleg in der Schweiz. 1940 kehrte er nach Deutschland zurück, um in Kassel sein Abitur zu machen.

 Von den Nazis aus unbekannten Gründen verfolgt, flüchtete er nach Frankreich und nahm 1945 als Angehöriger der französischen Armee am Indochinakrieg teil. Anschließend studierte er in Mainz, Beirut und Paris Philologie, Politologie und Arabistik. Wegen Geldmangels versuchte er während seines Studiums in Paris, eine Reportage über seine Reise durch die sowjetische Besatzungszone zu verkaufen: "Le Monde" veröffentlichte seinen ersten Zeitungsartikel. Scholl-Latour promovierte 1954 in Paris.

 Bevor er sich 1956 endgültig für den Journalismus entschied, war er Regierungssprecher des Saarlandes. Zwischen 1956 und 1983 widmete er sich dem Fernsehen: Scholl-Latour leitete das ARD-Studio in Paris, war Programmdirektor des WDR-Fernsehens sowie Chefkorrespondent und Leiter des ZDF-Studios in Paris. Während dieser Zeit berichtete er aus vielen Ländern und Krisengebieten, die er bereiste: als Afrika-Korrespondent und als Sonderkorrespondent für Vietnam.

 1983 wechselte Scholl-Latour schließlich zu den Printmedien: Neben seiner Tätigkeit als Chefredakteur und Herausgeber des "Stern Magazin" wurde er Vorstandsmitglied des Stern Verlags Gruner + Jahr. Nachdem er dort ausgeschieden war, blieb er als Schriftsteller und Autor von Dokumentarfilmen tätig.

 Scholl-Latour gilt als Experte für den Nahen Osten und den Islam. In Beirut erhielt er ein Diplom in Orientalistik. Am 21. Oktober 1999 wurde ihm vom Land NRW der Professorentitel verliehen. Seine Erfahrungen gab er an Studenten der Ruhr-Universität weiter, als er 2001 ein Hauptseminar über Auslandskorrespondenten leitete.

 Für seine Leistungen erhielt er mehrere Auszeichnungen wie den "Adolf-Grimme-Preis", die "Goldene Kamera" und die Straßburger Goldmedaille für deutsch-französische Annäherung: den "Aristide-Briand-Preis". Für sein publizistisches Lebenswerk erhielt er 2005 den ersten Henri-Nannen-Preis.

Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Der Tod im Reisfeld", "Allah ist mit den Standhaften" und "Der Wahn vom himmlischen Frieden".

Peter Scholl-Latour lebte später zumeist in Paris als freischaffender Publizist. 

Am 16. August 2014 verstarb er im Alter von 90 Jahren in Rhöndorf.