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Ursula von der Recke

Was mit ungehorsamen Töchtern geschah, auch dafür gibt es in Bochum ein Beispiel. Bekanntlich wurden die Töchter des Landadels, besonders dann, wenn man ihnen keine angemessene Mitgift geben konnte oder wollte, in eines der zahlreichen Klöster und Stifte gesteckt. Dies widerfuhr auch Ursula von der Recke, die in jungen Jahren von ihren Eltern Cordt von der Recke auf Haus Kemnade und Anna von Quadt ins Kloster Gräfrath gegeben wurde. Ursula aber fühlte sich nicht zum geistlichen Leben berufen. Sie ließ sich aus dem Kloster entführen und heiratete ohne Einwilligung der Familie einen gewissen Clemens Nagel. Ob dies wirklich eine Ehe unter ihrem Stand war, wie ihre Gegner später behaupteten, sei dahingestellt, denn "Nagel" ist auch der Name einer Familie des untitulierten westfälischen Adels. Nach dem frühen Tod ihres Mannes - er wurde 1605 von Soldaten erschossen - war Ursula gezwungen, zur Versorgung ihrer drei Kinder ihren Bruder Wennemar von der Recke auf Herausgabe des elterlichen Erbteils zu verklagen. Selbstverständlich verweigerte er seiner Schwester ihr Erbe mit dem Hinweis auf ihren töchterlichen Ungehorsam, weshalb sie der Vater angeblich in seinem Testament enterbt hatte. Seit 1613 war deswegen ein Prozess beim Reichskammergericht anhängig, der 1644 beendet wurde - natürlich zugunsten Wennemars. Ursula von der Recke war darüber längst in Armut und Elend gestorben.