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Henriette Kortum

Porträt von Frau Henriette Kortum
Henriette Kortum
Franziska Arnoldine Natorp geborene Rocholl (1768 bis 1843) war eine Arzttochter aus Langenberg. Ihr Vater gehörte zu den Mitgliedern der Bochumer Freimaurerloge "Zu den drei Rosenknospen".

Kortums Bericht lässt deutlich erkennen, dass er zu jenen eher seltenen aufgeschlossenen und verständnisvollen Vätern gehörte, die auch ihre Töchter zu fördern bereit waren. Für seine eigene Tochter Henriette kam die Natorpsche Schule allerdings zu spät. Henriette, geboren 1770, war begabt und, wie der Vater berichtete, eine leidenschaftliche Botanikerin. Auch dies fand offensichtlich seine Unterstützung. Aber trotz aller Begabung konnte sie als Frau nicht studieren und nichts werden und nichts veröffentlichen, schon gar nicht im Bereich der Naturwissenschaften. Während ihr jung verstorbener Bruder Medizin studierte und mit seinem "Gesundheitsbüchlein für Bergleute" zu frühem Ruhm gelangte, musste sie ihr Genie im heimischen Wohnzimmer verschwenden. 1794 hatte Henriette Kortum den Apotheker Peter Wilhelm Ludwig Döring aus Hohenlimburg geheiratet. 1818 wurde die Ehe geschieden, und auch dieser Schritt seiner Tochter fand die volle Billigung und Unterstützung von Vater Kortum - was damals alles andere als selbstverständlich war. Denn seit dem Allgemeinen Preußischen Landrecht von 1794 konnten Frauen sich zwar scheiden lassen - ungefähr das einzige Recht, das sie besaßen -, doch mussten sie dies in aller Regel mit dem Verlust ihres Vermögens, ihrer Kinder, ihres sozialen Ansehens und mit der Verstoßung durch die eigene Familie bezahlen. Henriette Kortum war eine sparsame und geschäftstüchtige Frau, die jedem ihrer vier Kinder ein Haus vermachte. Die eigenhändige Abrechnung für das 1827 erbaute, ihrer Tochter Henriette zugedachte Haus in der Rosenstraße ist erhalten. Außerdem hinterließ sie eine 1790 begonnene Sammlung von Backrezepten, darin vergleichbar einer weitläufigen Verwandten, der Kochbuchautorin Henriette Davidis. 1839 starb Henriette Kortum. Ihre Grabplatte befindet sich zusammen mit denen ihres Schwiegersohns und ihres Enkels sowie dem Denkmal ihres Vaters auf dem Alten Friedhof an der Wittener Straße.