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Station 30: Friedhof Freigrafendamm

Freigrafendamm

Der Zentralfriedhof geht auf Planungen aus den 20er Jahren zurück. 1927/28 begann die gärtnerische Ausgestaltung; im April 1935 fand die erste Beisetzung statt. 1935 bis 1939 entstand - in drei Bauabschnitten - die Gebäudeanlage. Auch wenn mit den Planungen bereits früher begonnen wurde, so ist es doch die Bauphase in der Zeit des Nationalsozialismus, die das Erscheinungsbild des Friedhofs prägt. Die Bauten  (Friedhofsverwaltung, Eingangsbereich, große Trauerhalle mit Krematorium und kleine Trauerhalle) wurden im Sinne repräsentativer nationalsozialistischer Bauauffassung gestaltet. Der Friedhof Freigrafendamm ist der Ort in Bochum, der am deutlichsten die NS-Architektur widerspiegelt. 1939 fertig gestellt, sollten die Bauten auf dem Freigrafendamm wenige Jahre später die Kulisse für die martialischen Totenfeiern abgeben, mit denen das Regime seiner Bombenopfer gedachte.

Die Mehrzahl der Bombenopfer aus der Bochumer Innenstadt sowie 295 deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges sind auf dem Friedhof bestattet.

In den Nachkriegsjahren wurde ein Ehrenrundplatz sowie eine Ehrenstätte mit Urnengräber, Einzelgrabmalen und einem Gemeinschaftsgrabmal für politisch verfolgte und in verschiedenen Konzentrationslagern ermordete Bochumer Bürger auf dem Friedhof angelegt.

Denkmal auf dem Friedhof Freigrafendamm (Hochkreuz und Mosaikwand)
Denkmal auf dem Friedhof Freigrafendamm (Hochkreuz und Mosaikwand)
Ein Denkmal (Hochkreuz und Mosaikwand) gegenüber der großen Trauerhalle erinnert an alle Kriegstoten. Die Mosaikwand wurde 1955 von Ignatius Geitel entworfen und ausgeführt. Sie zeigt eine Darstellung der Niobe, eine Gestalt aus der antiken Mythologie, die um ihre Kinder trauert.

Auf dem Gräberfeld 19, 19 a und 34 wurden 1720 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter verschiedener Nationalität bestattet, die meisten von ihnen aus der ehemaligen Sowjetunion. Insgesamt haben über 2000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ihren Arbeitseinsatz in Bochum nicht überlebt.

Ein 1965 aufgesetztes Gemeinschaftsgrabmal (sarkophagähnlicher Ruhrsandsteinblock mit russischer und deutscher Aufschrift) erinnert an die in Bochum umgekommenen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Es dient als Ersatz für ein 1946 eingeweihtes, neun Meter hohes, mit kyrillischen Inschriften, einer männlichen Figur und einem Sowjetstern versehenes Denkmal, das auf Wunsch sowjetischer Stellen errichtet worden war. Vielen Bochumern missfiel dieses Mahnmal. 1964 wurde es entfernt.

Ein vom Stadtarchiv erarbeitetes Gedenkbuch für die Opfer der Zwangsarbeit in Bochum enthält die Namen der auf dem Friedhof Freigrafendamm bestatteten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Es kann auf dem Friedhof (Trauerhalle) oder im Stadtarchiv eingesehen werden.

Gestern und heute


Blick auf den Eingangsbereich des Friedhofs am Freigrafendamm. Vor dem Eingang befindet sich Platz mit Steinfliesen. Der Friedhofseingang ist durch zwei Säulen geteilt.
Haupteingang des Zentralfriedhofs am Freigrafendamm in Altenbochum, 1940.

Eingang_Freigrafendamm.jpg
Eingang des Hauptfriedhofs, 2012