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Rathauskalender

Station 15: Polizeipräsidium Bochum

Uhlandstraße 35

Das Polizeipräsidium Bochum wurde 1929 nach mehrjähriger Bauzeit als Zentrale der staatlichen Polizei für Bochum, Witten, Hattingen, Wattenscheid, Wanne-Eickel, Herne und Castrop-Rauxel eingeweiht.

Polizeipräsident Stanislaus Graß, Mitglied der Zentrumspartei, zählte knapp vier Jahre später zu den ersten Opfern des NS-Regimes: Im Februar 1933 wurde er von den Nationalsozialisten abgesetzt. Den Posten des Polizeipräsidenten übernahm der Kasseler Stadtrat Konrad Sarrazin, ein williges Werkzeug der Nationalsozialisten. Sarrazin wiederum musste im Herbst 1933 dem SS-Standartenführer Fritz Schleßmann weichen.

Mit Schleßmann hatte das NS-Regime vollständigen Einfluss auf den Bochumer Polizei-Präsidialbezirk gewonnen. In der Folgezeit wurden zahlreiche Häftlinge im Polizeigewahrsam misshandelt und gefoltert.

Besonders grausam ging die Gestapo, die ihren Sitz im Polizeipräsidium hatte, gegen Regimegegner vor. Heinrich König und Karl Springer waren ihre prominentesten Opfer.

1942 wurde die Gestapo-Dienststelle in das Gebäude Bergstraße 76 und von dort nach teilweiser Zerstörung der Diensträume in ein Haus an der Parkstraße (heute: Am alten Stadtpark) verlegt.

Im März / April 1945 wurden vermutlich 22 Gestapo-Häftlinge, vor allem Zwangsarbeiter, im Keller des Hauses an der Bergstraße 76 von Gestapobeamten erschossen. Die Leichen der ersten Exekutionen im März wurden in einem Bombentrichter im Stadtpark vergraben. Am Karfreitag 1945 wurden einige der Häftlinge nach Dortmund überführt und vermutlich Opfer der Massenerschießungen im Rombergpark. Die noch verbliebenen 15 Gestapohäftlinge wurden zwischen dem 5. und 8. April 1945 erschossen und in einem Massengrab auf dem Freigrafendamm begraben.

Gestern und heute


Die Hauptwache an der Uhlandstraße um 1940
Die Hauptwache an der Uhlandstraße um 1940
heute: Das Polizeipräsidium, 2007
Das Polizeipräsidium, 2007