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Ilse Kivelitz

Porträt von Frau Ilse Kivelitz, Mitbegründerin vom Kulturrat Gerthe Bochum, schwarz-weiß Aufnahme
Porträt von Frau Ilse Kivelitz, Mitbegründerin vom Kulturrat Gerthe Bochum

geboren am 25. September 1942,
Bochum Kulturrat Gerthe
Ehrenringträgerin seit 2004

Interviewtermin: Januar 2005 

"Der Dialog zwischen den drei großen Weltreligionen muss stattfinden und alle, die in diese Richtung arbeiten, sind bei uns herzlich willkommen", sagt Ilse Kivelitz. 

Man könnte sie als Mutter des Bochumer Kulturrates in Gerthe bezeichnen. Seit 1988 hat die Initiative ihren Platz auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Lothringen. Zunächst gab es 60 Quadratmeter in der Markscheiderbude, mittlerweile stehen 1.600 Quadratmeter im ehemaligen Magazin zur Verfügung. 

Der Bochumer Kulturrat wurde zur Institution und mit ihm das Kulturangebot im Bochumer Norden etabliert. 

Auf dem Weg dahin stecken unzählige Stunden, Tage, Jahre unermüdlicher ehrenamtlicher Arbeit. Dazu gehören Auseinandersetzungen mit Verwaltungen und Behörden, Anträge bei Sponsoren und "Bretter-bohren" bei der Politik. 

Seine Wurzeln hat der Kulturrat in der soziokulturellen Bewegung der späten 70er und frühen 80er Jahre. Er entstand aus dem Bedürfnis, Kultur selber zu machen, Raum für andere, neue kulturelle und soziale Angebote zu haben, diese zu entwickeln neben dem alten traditionellen Vereinsleben. Das gab es auch im Bochumer Norden reichhaltig unter anderem mit Schützen, Sängern und Turnern. 

Die Bezeichnung "Mutter des Kulturrates" könnte man nicht nur wegen der Urheberschaft wählen, sondern auch, weil es dazu einen Vater gibt: ihren Ehemann Gerd Kivelitz. Er ist auch der Vater der gemeinsamen drei Söhne. 

2004 bekamen beide zusammen, bisher als einziges Ehepaar, den Ehrenring der Stadt Bochum. "Der Ehering wurde nach genau 40 Jahren zum Ehrenring", freut sich die engagierte gebürtige Münsteranerin. 

Die kulturelle Prägung bekam sie schon im Elternhaus vermittelt. Die Mutter, ausgebildete Künstlerin, entschied sich zwischen Ehe und Stipendium in der Künstlerkolonie Worpswede für die Ehe. "Eine konservative Entscheidung", sagt Ilse Kivelitz. Doch bei ihr sei es letztlich nicht anders gewesen: 1964 fiel die Entscheidung für Hochzeit, Umzug nach Bochum und Familie - Kinder statt Karriere, aber trotzdem Kultur! 

Ihr ehrenamtliches Engagement für die Kultur währt nun schon über drei Jahrzehnte. Es ist tief verwurzelt in der politischen Überzeugung gegen nationalsozialistisches Gedankengut, Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz. Diese Haltung schlägt sich nieder im Programm des Kulturrates. 

Mittlerweile werden dort durchschnittlich drei Veranstaltungen pro Woche angeboten : Von der Lesung, über Konzerte bis hin zu Kunstausstellungen und Theater. Ilse Kivelitz hofft, dass diese Angebote auf fruchtbaren Boden fallen. 

Das will sie aber nicht dem Zufall überlassen. Deswegen legt sie Wert auf die Zusammenarbeit mit den Schulen. Ebenso wichtiger Bestandteil ist die Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde. Daraus resultieren unter anderem die "Anne-Frank-Kulturwochen " und der Einsatz für den Neubau einer Synagoge in Bochum. 

Der Dialog der Kulturen ist für Ilse Kivelitz und den Kulturrat kein Schlagwort, sondern Programm: Nachdem in den Anfangsjahren das Judentum einen besonderen Stellenwert hatte, ist nun die islamische Kultur fast gleichrangig geworden. Auslöser dafür ist die Problemverschärfung nach dem 11. September 2001, die Entwicklung im Nahen Osten und die Zuspitzung der Irak-Krise. 

Verstärkt plant Ilse Kivelitz nach den jüngeren Ereignissen die Zusammenarbeit mit dem Integrationsausschuss der Stadt, um Angebote für das Programm des Kulturrats entwickeln.