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Sabine Braun

Porträt von Sabine Braun, Leichtathletin, fünffache Olympia-Teilnehmerin Siebenkampf, schwarz-weiß Aufnahme
Porträt von Sabine Braun, Leichtathletin

geboren am 19. Juni 1965,
Ehrenring 3. Oktober 2004,
erfolgreiche Leichtathletin,
fünffache Olympia-Teilnehmerin
Siebenkampf

Interviewtermin: 11. Januar 2005 

Sie ist eine der erfolgreichsten Athletinnen aller Zeiten, sie ist eine der besten Sportlerinnen in der Geschichte der Leichtathletik: Sabine Braun war zweimal Weltmeisterin im Siebenkampf, sie nahm fünfmal an den Olympischen Spielen teil. 

Zum ersten mal war sie 1984 in Los Angeles dabei, zum letzten mal 2000 in Sydney. Als Vize-Europameisterin verabschiedete sie sich mit 37 Jahren aus dem aktiven Leistungssport. Das war 2002 - die Presse titelte: "München verbeugt sich vor Sabine Braun." 

Sie wurde mit dem Rudolf-Harbig-Preis geehrt, den der deutsche Leichtathletikverband als höchste Auszeichnung verleiht, für den Vorbildcharakter und die herausragende sportliche Leistung. 

Die gebürtige Essenerin ist seit 1988 Mitglied des TV Wattenscheid 01. Der sportliche Erfolg nach dem Abitur führte sie vom Tusem Essen über Düsseldorf und Leverkusen zum bedeutenden Wattenscheider Leichtathletik Verein. 

In Wattenscheid absolvierte sie von 1988 bis 1991eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Bis heute hält sie die berufliche Ausbildung neben der sportlichen Karriere für notwendig und rät jungen Leuten, unbedingt einen Beruf zu erlernen neben dem Sport. Ihre Passion aber war und ist der Sport. 

Sie hatte Glück, denn Sportmäzen Klaus Steilmann, damals Europas größter Textilunternehmer, ermöglichte ihr die Ausbildung in seinem Unternehmen neben dem sportlichen Aufstieg. "Uns verbindet mehr als nur das Mäzenatentum", versichert die schlanke Frau. 

Sanfte Locken umschmeicheln ihr Gesicht. Das ist heute anders als zu den Zeiten als sie bei nationalen oder internationalen Wettkämpfen in der Öffentlichkeit stand: mit Kurzhaarfrisur, angespannt und konzentriert. 

Seitdem sie selbst nicht mehr aktive Leistungssportlerin ist, widmet sie sich im Olypmpia-Stützpunkt in Wattenscheid der Talentsuche. Bereits seit 1998 fördert sie dort den Nachwuchs als Trainerin, mittlerweile mit voller Stelle. "Ich möchte meinen Erfolg weitergeben", erklärt sie ihr Engagement für die jungen Sportlerinnen. Die jungen Mädchen, mit denen sie engagiert trainiert, sind zwischen 14 und 16 Jahre alt. 

Aber auch bürokratische Arbeit gehört zum Alltag von Sabine Braun: Wettkämpfe müssen organisiert, Sportlerinnen gemeldet werden. Und auch persönlich betreut sie die Talente, schulisch und gesundheitlich. 

Ihr Traumberuf ist der der Trainerin allerdings nicht. 

In 2004 absolvierte sie ein berufsbegleitendes Studium zur Sportökonomin an der European Business School. Die Privat-Universität in der Nähe von Wiesbaden zählt zu den renommiertesten Einrichtungen Deutschlands. Damit vertiefte sie ihre Kenntnisse im Event-Management mit Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Bilanzen, strategischer Unternehmensführung. Jetzt könnte sie zum Beispiel ins Management von Borussia Dortmund oder bei Schalke 04 einsteigen oder die Fußball WM organisieren. "Die Fußballwelt ist allerdings eine Männerdomäne", sagt Sabine Braun. Bei der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin gäbe es da schon eher Möglichkeiten, meint die Spitzensportlerin. 

Neben dem Sport engagiert sich Sabine Braun für die Landeskrebsgesellschaft. Hintergrund ist die eigene schmerzliche Erfahrung. Mutter und Schwester verlor sie durch den Krebs. Sabine Braun ist überzeugt: "Vorsorge ist eine wichtige Chance für Frauen." Sie wirbt für das Angebot des Landessportbundes, der die Möglichkeit bietet, im Sportverein Informationsvorträge zur Krebsvorsorge zu organisieren.