Zu Silvester: OB Eiskirch dankt Helfern für Einsatzbereitschaft

Oberbürgermeister Thomas Eiskirch besucht am 31.12.2017 das Haus Overdyck in Bochum und dankt Helfern für ihre Einsatzbereitschaft in der Silvesternacht.

„Freistoß!“ Gut sieht es aus für die Portugiesen, die gerade gegen Frankreich kicken. Doch der Star der Truppe „versemmelt“ die Chance auf das 1:0; der Ball rauscht weit über die Latte hinweg. Die beiden Spieler an der PlayStation nehmen es gelassen. Die Szene könnte aus vielen Wohnzimmern stammen, doch sie ist eine Momentaufnahme an Silvester in der Jugendschutzstelle der Evangelischen Stiftung Overdyck. Während sich im Wohnzimmer zwei Jugendliche an der Spielekonsole mit einem Länderspiel die Zeit bis Mitternacht verkürzen, unterhalten sich am Kaffeetisch im Nebenraum Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und Fachkräfte der Jugendschutzstelle: über die wichtige pädagogische Arbeit und den Dienst an Silvester.

„Ich möchte einfach einmal Danke sagen“, erklärt Thomas Eiskirch. „Für die meisten Menschen ist es normal, an Silvester nicht zu arbeiten und den Jahreswechsel mit Familie und Freunden zu verbringen. Im Sozialbereich ist das oftmals anders. Und auch wenn es zum Berufsbild dazu gehört, an Abenden, Wochenenden und Feiertagen für andere Menschen da zu sein – selbstverständlich ist dieser Dienst nicht.“

Viele engagieren sich in Bochum haupt- oder ehrenamtlich. Durch Schichtdienste ermöglichen sie es, dass Hilfseinrichtungen aller Art sieben Tage die Woche 24 Stunden für die Bürgerinnen und Bürger da sein können. Raimund Neumeister ist einer von ihnen.

In der Jugendschutzstelle bereitet der Erzieher mit den vier Jungen, die über die Festtage nicht nach Hause zu ihren Familien können oder wollen, alles für Raclette vor. „Wir schnippeln gemeinsam das Gemüse. Nach dem Essen legen wir noch eine Zockerrunde ein oder machen einen Filmabend. Das entscheiden wir gleich gemeinsam.“ Die vier Jungs im Wohnzimmer freuen sich drauf. „Ich habe jetzt schon Hunger. Wann geht’s denn los“, fragt einer gespannt. Für Mitternacht hat Sozialarbeiterin Andrea Görke eine Überraschung besorgt: „Ein kleines Jugendfeuerwerk“, verrät sie. Denn natürlich merken die 42-Jährige und ihr Kollege, dass der 31. Dezember kein Tag wie jeder andere ist. „Die Jugendlichen sind aufgeregt, Silvester ist etwas Besonderes“, beobachtet die Gruppenleiterin.

In dem Einfamilienhaus an der Günnigfelder Straße in Hordel finden Jugendliche Unterschlupf, wenn es Zuhause akut kriselt. „Alle neun Plätze hier sind belegt“, schildert Petra Hiller, Leiterin der Evangelischen Stiftung Overdyck. Vor allem über das Jugendamt kommen sie in einem der Einzel- oder Doppelzimmer unter. Oder die Polizei bringt sie, wenn diese daheim im Streit einschreiten musste. „Die Jugendlichen bleiben zwischen sechs Minuten und sechs Monaten bei uns“, sagt Andrea Görke. Denjenigen, die nicht fast sofort auf dem Absatz kehrtmachen, bietet die Einrichtung an, die Lebenssituation zu klären, an Problemen zu arbeiten und eine Perspektive zu entwickeln. Fünf hauptamtliche Kräfte sind dafür in der Jugendschutzstelle da, die eine Anlaufstelle der Stiftung ist, die sich in Bochum an verschiedenen Stellen für Kinder- und Jugendliche in Not engagiert.

Oberbürgermeister Thomas Eiskirch besucht am 31.12.2017 die Lebenshilfe in Bochum und dankt Helfern für ihre Einsatzbereitschaft in der Silvesternacht.

Seinen Dank trägt Oberbürgermeister Thomas Eiskirch auch zur Bochumer Lebenshilfe, die sich für geistig behinderte Menschen einsetzt und vielfältig Hilfe zur Selbsthilfe leistet. In Langendreer ist am Silvesterabend neben Wohnbereichsleiter Dietmar Werner auch Martina Vikus im Einsatz. Sie ist früher gekommen, um mit den neun Mitgliedern der Außenwohngruppe an der Hauptstraße den Nachmittag und Abend zu gestalten. „Es sind Kollegen krank geworden, das kann passieren“, erklärt die 51-Jährige ihren früheren Dienstbeginn schlicht. Im barrierefreien Erdgeschoss sitzen die Bewohnerinnen und Bewohner am Kaffeetisch zusammen, nachher kochen sie gemeinsam. Holzfällerschnitzel soll es geben, mit Röstzwiebeln und Spiegelei. Luftschlangen und Luftballons haben alle schon gestern aufgehängt. 30 Jahre ist der jüngste Bewohner alt, 71 die älteste Bewohnerin. Im August ist die neue Wohngruppe fertig geworden.

150 Bewohnerinnen und Bewohner beherbergt und betreut die Bochumer Lebenshilfe in ihren zwei Wohnstätten und den nun sechs Außenwohngruppen. Melanie und Dirk Stebner freuen sich über ihren Umzug vom Wohnheim in die „WG“; auch das noch fehlende Sofa für das eigene Wohnzimmer kann das Strahlen des Ehepaars, das sich vor fünf Jahren das Ja-Wort gegeben hat, nicht trüben: „Wir sind wunschlos glücklich.“ Zusammen zu Abend essen, unterhalten, Musik hören, fernsehen, anstoßen, Raketen starten – das alles steht mit Martina Vikus‘ Begleitung für Silvester noch auf dem Plan. Um ein Uhr endet die Schicht der pädagogischen Helferin, dann ist Wechsel. Warum er denn gekommen ist, möchten die WG-Mitglieder von Thomas Eiskirch wissen: „Um Danke zu sagen“, lautet auch hier seine Antwort.

Oberbürgermeister Thomas Eiskirch besucht am 31.12.2017 die Feuerwehr in Bochum und dankt Helfern für ihre Einsatzbereitschaft in der Silvesternacht.

Ein Dank gebührt ebenso den Menschen, die für die Sicherheit in Bochum an Silvester und vielen anderen Tagen und Nächten im Einsatz sind. Dazu zählen unter anderem die 14 Feuerwehrleute, die sich auf der Innenstadtwache an der Bessemer Straße bereithalten, um im Notfall jederzeit auszurücken. 60 Berufsfeuerwehrleute sind es in ganz Bochum, unterstützt von weiteren 60 ehrenamtlichen Brandbekämpfern und Lebensrettern. Eher „silvesteruntypische Einsätze“ haben die Helfer bis zum frühen Vorabend gefahren, unter anderem haben sie umsturzgefährdete Bäume entlang der Universitätsstraße gefällt und zersägt. „Bis null Uhr geht es meist recht ruhig zu“, berichtet Feuerwehrchef Simon Heußen. Zu Mitternacht beginnt jedoch die Haupteinsatzzeit. Vor allem unkontrolliert abgefeuerte Raketen und in Menschenmengen gezündete Knallkörper bereiten den Feuerwehrleuten zunehmend Sorgen. Erschwerend kommt hinzu: „Je länger die Nacht desto schwieriger werden die Gespräche“, weiß Simon Heußen. Grund dafür ist der Alkohol, mit dem manche Feiernde zu reichlich den Jahreswechsel „begießen“.

Brandmeister Moritz Reinike und Brandmeisteranwärter Helge Schneider hören aufmerksam zu; für sie ist es der erste Silvesterdienst. Nicht an-, aber doch gespannt blicken sie auf die kommenden Einsatzfahrten. „Die Spannung bleibt“, versichert Brandoberinspektor Wilhelm Siebert den jungen Kollegen und sagt: „Man muss auch immer an den Eigenschutz denken.“ In der Silvesternacht wird manch ein Einsatzwagen schon mal von einer Rakete oder einem Böller getroffen – nicht immer unabsichtlich, wie der erfahrene Zugführer weiß. Schuld auch hier: „Der Alkohol. Er senkt die Hemmschwelle, macht übermütig.“

Eine gefahrlose Schicht wünscht Oberbürgermeister Thomas Eiskirch daher den Feuerwehrleuten: „Kommen Sie gut und gesund ins neue Jahr.“

(2. Januar 2018)

Weitere Bilder vom Silvesterbesuch des Oberbürgermeisters: