Grußwort von Oberbürgermeister Thomas Eiskirch zum Jahreswechsel 2017/2018

Collage zum Grußwort 2017/2018


Liebe Bochumerinnen und Bochumer,

das Jahr 2017 war für die Stadt Bochum durch vier wesentliche Themen geprägt: Wir haben den Grundstein für die Entwicklung zur Gigabit-City gelegt, die Entwicklung des Viktoria-Quartiers ist entscheidend vorangetrieben worden, das soziale Engagement haben wir in den Focus unseres Handelns gerückt und den Bürgerservice konnten wir deutlich verbessern.

„Bochum wird die schnellste Stadt Deutschlands“. Unter dieser Überschrift haben wir im März 2017 mit Unitymedia und der Stadtwerke Bochum GmbH als starkem Partner den Ausbau mit superschnellem Internet beschlossen. Das heißt, bis Ende 2018 werden wir die Bochumer Haushalte und Unternehmen nahezu flächendeckend mit Gigabit-Anschlüssen versorgen können. Damit machen wir uns fit für morgen und für übermorgen. Unser Ziel ist die bestmögliche Versorgung für die Bürgerinnen und Bürger, aber auch für die Unternehmen in unserer Stadt. Highspeed-Internet, Fernsehen in HD, Bild-Telefonie oder Online-Gaming sind bald ohne Zeit- oder Qualitätsverlust in Bochum möglich. Und für viele Unternehmer und Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ist home-office eine interessante Arbeitsplatzergänzung. Dieses Angebot ist für Großstädte in Deutschland einzigartig und markiert einen Meilenstein in der Entwicklung der Stadt.

Luftbild Rathaus-Umfeld

Seit mehr als 10 Jahren wird über eine der bedeutendsten Zukunftsfragen in der Stadt Bochum diskutiert: Die Entwicklung der Innenstadt. Die Erwartungen der Einzelhändler, der Investoren, der Beschäftigten der Stadt, der Öffentlichkeit insgesamt sind sehr hoch. Der Rat der Stadt Bochum hat nach intensiver Diskussion die mehrheitliche Entscheidung getroffen, die Innenstadt weiter zu entwickeln. So wird in dem Telekom-Block und auf dem freiwerdenden Areal des ehemaligen Justizzentrums das neue Viktoria-Karree entstehen. Die Bochumer Innenstadt erhält in ihrem Einkaufs- und Dienstleistungsangebot einen neuen Impuls und wird mit einer Markthalle, der Bücherei und der VHS das Angebot sinnvoll und hochwertig ergänzen.

In diesem Zuge hat der Rat der Stadt Bochum nach einem intensiven Beratungsprozess entschieden, auch das Umfeld des Historischen Rathauses baulich neu zu ordnen. Dort steht das stark sanierungsbedürfte Bildungs- und Verwaltungszentrum (BVZ). Statt für eine aufwändige Kernsanierung hat sich der Rat der Stadt im November 2017 für den Abriss der Immobilie ausgesprochen – und damit für eine große bauliche Neugestaltung und starke Aufwertung der Bochumer Innenstadt.

Ziel ist es, den gesamten Bereich entlang der westlichen Seite der Viktoriastraße – zwischen Appolonia-Pfaus-Park, Technischem sowie Historischem Rathaus und Husemannplatz – mit Einzelhandel, Dienstleistungen, Verwaltungsangeboten, Bildungseinrichtungen, Wohnen und einer Markthalle neu zu beleben. Eingebettet werden diese verschiedenen Nutzungen in grüne „Inseln“ mit Verweilplätzen. Die neu gestaltete Viktoriastraße soll so zu einem starken Rückgrat für die Innenstadt werden und diese gegenüber der wachsenden Konkurrenz durch den jederzeit verfügbaren Online-Handel stärken.

Standen wir 2015 und 2016 vor der Herausforderung, die große Zahl Geflüchteter, die in kurzer Zeit zu uns kamen, unterzubringen und zu versorgen, geht es heute und in Zukunft darum, diejenigen, die bleiben werden, in die Stadtgesellschaft zu integrieren. Das erste war ein „Sprint“, den wir nicht zuletzt dank der Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer gemeistert haben. Jetzt kommt der „Marathon“. Jetzt geht es darum, die Menschen nachhaltig mit Bildungsangeboten zu versorgen und ihnen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu geben. Denn nur dann werden sie wirklich in Bochum ankommen. Dieses Themas hat sich Anfang des Jahres auf Initiative der IHK und der Stadt Bochum ein breites Bündnis angenommen, dem neben unserer Stadt auch die Nachbarstädte Herne, Witten und Hattingen sowie mehrere Hochschulen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen und Religionsgemeinschaften angehören. Gemeinsam haben wir den „Verein zur Unterstützung und Ausbildung von Zugewanderten“ (QuAZ) gegründet. Ein derartig breites Bündnis hat es bislang in Deutschland noch nicht gegeben. Das Bündnis hat Vorbildcharakter. Zweck des Bündnisses ist es, Zugewanderte zu qualifizieren, auszubilden bzw. auf Ausbildung oder Studium vorzubereiten, wobei der Erwerb der deutschen Sprache ein Schwerpunktthema ist. Mittlerweile haben 250 Menschen ihre Ausbildung im Qualifizierungszentrum begonnen. Damit ist es voll belegt.

Bürgerschaftliches Engagement ist ein unverzichtbarer Teil der gesellschaftlichen Strukturen Bochums. Und diese wollen wir unterstützen und fördern. Daher werden wir 2018 eine „Ehrenamtsagentur“ als Anlauf- und Servicestelle für Interessierte auf den Weg bringen. Mit dem neuen Familienbüro als Anker für alle familienbezogenen Fragestellungen, der Stärkung der Seniorenbüros sowie der Einrichtung dezentraler Flüchtlingsbüros schaffen wir qualifizierte Angebote für viele Lebenslagen der Bürgerinnen und Bürger. In unserem Blickfeld sind auch die Menschen, die häufig an den Rand gedrängt werden.  Wir wollen die Betreuung und Versorgung der wohnungslosen Menschen in Bochum nachhaltig verbessern. Deshalb baut die VBW Bauen und Wohnen ein neues Fliednerhaus, eine neue Übernachtungsstelle für Wohnungslose. Wir werden darin ein soziales Zentrum errichten wie es im gesamten Ruhrgebiet einmalig ist. Darüber hinaus wollen wir an der Bessemer Straße eine als Flüchtlingsunterkunft vorgesehene, aber dafür nie genutzte Immobilie, als Tagesaufenthalt für Obdachlose einrichten.

Start des Bürgerserviceportals - Mein Bochum - mit Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und Stadtrat Sebastian Kopietz

Ende August haben wir das Bürgerservice-Portal „Mein Bochum“ freigeschaltet. Damit sind wir unserem Ziel, Verwaltungsvorgänge für die Bürgerinnen und Bürger zu beschleunigen und zu vereinfachen sowie Dienstleistungen rund um die Uhr anzubieten, einen großen Schritt näher gekommen. Bis zum Jahresende werden rund 50 Formulare in dieses Portal, das über die städtische Homepage zu erreichen ist, eingestellt. Unser Ziel: Bis zu 80 Prozent der kommunalen Dienstleistungen sollen zukünftig online erledigt werden können.

Ein erster Meilenstein in Richtung Digitalisierung war zuvor bereits das Kita-Portal Bochum, mit dem wir im Mai online gegangen sind. Alle Bochumer Kita-Träger und -Betreiber machen hier mit. Somit erspart das Portal den Eltern viele Wege und erleichtert ihnen die Voranmeldung ihrer Kinder in den Einrichtungen ihrer Wahl. Die Zugriffszahlen zeigen: Das Angebot wird gut angenommen. Und wir planen eine Weiterentwicklung: Wir arbeiten daran, zukünftig auch die Angebote von Tagesmüttern und -vätern ins Portal aufnehmen zu können.

In Bochum leben viele engagierte Menschen. Menschen mit Ideen. Menschen, die mitmachen und mitgestalten wollen. Deutlich zu spüren war das bei der ersten Bochumer Bürgerkonferenz, die im Februar im RuhrCongress stattgefunden hat. Hierzu eingeladen hatten wir 371 Bochumerinnen und Bochumer, die unsere Stadtgesellschaft nahezu repräsentativ abbildeten. Hier kamen Menschen zusammen, die manche Dinge durchaus kritisch sehen. Die Resonanz der teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger war aber überaus positiv. Interessiert und engagiert haben sie sich einen ganzen Tag lang mit der Bochum Strategie auseinandergesetzt. Und sie haben eigene Vorschläge entwickelt. So ist beispielsweise der Bau einer Markthalle in der Innenstadt thematisiert worden – ein Vorschlag, der nun aktiv von der Politik aufgegriffen wird. Am 17. März nächsten Jahres wird die zweite Bürgerkonferenz stattfinden. Wir werden wieder 371 Bürgerinnen und Bürger einladen, um uns einen Tag lang intensiv darüber auszutauschen, was uns ganz besonders am Herzen liegt: die Entwicklung der Stadt Bochum.

Auch Bürgerstunden werde ich in 2018 weiterhin regelmäßig anbieten, bei denen die Menschen ihre ganz persönlichen Anliegen zur Sprache bringen können. Der SommerDIALOG im Bermuda-Dreieck wird im September 2018 fortgesetzt und es wird ein neues Format geben, das ich im kommenden Jahr erstmals anbieten möchte: den JugendDIALOG. Es ist mir wichtig, zu erfahren, was Jugendlichen in unserer Stadt fehlt, was ihre Themen sind oder was ihnen wichtig ist. Dazu lade ich regelmäßig 15 Bochumerinnen und Bochumer im Alter von 16 bis 21 ein, um gemeinsam mit den jungen Menschen neue Ideen zu entwickeln, die Bochum auch in diesem Sinne weiter voranbringen.

Liebe Bochumerinnen und Bochumer,

vor wenigen Wochen haben wir den Bahnhof Gesundheitscampus eröffnet. Anfang Januar 2018 wird der neue Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) fertig und wir bauen zurzeit eine neue Brücke über den Sheffield-Ring. Viele ärgern die Baustellen, die Staus, die Beeinträchtigungen. Ich kann den Ärger verstehen, aber klar ist auch: Die Baustellen werden verschwinden, ein schöneres Bochum wird entstehen. Ich würde mich freuen, wenn Sie als Botschafterinnen und Botschafter Werbung für unsere Stadt machen würden. Vielleicht sogar an Bord eines ganz neuen Airbus. Denn diese Lufthansa-Maschine, die im November in Dienst gestellt wurde, trägt den Namen unserer Stadt: Bochum.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein frohes und friedliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.
 

Ihr

Thomas Eiskirch
Oberbürgermeister