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Eisenbahnmuseum Bochum

Dampflok im Eisenbahnmuseum Bochum. Per Klick erhalten Sie ein 360-Grad Panorama.
Wie spannend technikgeschichtliche Museen sein können, zeigt das Eisenbahnmuseum an der Ruhr in Bochum-Dahlhausen, das die Entwicklung des Verkehrsmittels "Eisenbahn" umfassend präsentiert.
Aber auch, wer den Jugendtraum, einmal Lokführer zu sein, als Erwachsener aufgegeben hat, kann im Eisenbahnmuseum eine Zeitreise in seine Kindheit unternehmen. Was weder die "heimische" Spur HO noch die "Gartenbahn" bieten können, findet man in Bochum Dahlhausen.

Alles im Maßstab 1:1 und natürlich zum Anfassen: Zahlreiche historische Dampf- und Dieselloks. Waggons sowie Stellwerks- und Signalanlagen geben einen großartigen Einblick in die deutsche Eisenbahngeschichte.

Aber auch ein Abteilwagen des legendären "Orient-Express" ruft Erinnerungen an die große Zeit der "Dampfrösser" wach. Wer weiß, vielleicht war es gerade dieser Abteilwagen, der Agatha Christie dazu inspirierte, den belgischen Meisterdetektiv Hercule Poirrot auf dem Weg von Paris nach Konstantinopel in Sachen "Mord im Orient-Express" ermitteln zu lassen.

Wer selbst gerne einmal eine Fahrt in einem alten Abteilwagen erleben möchte, dem bietet das Museumspersonal während der Sommermonate, an jedem ersten Sonntag im Monat (April bis Oktober), eine Fahrt mit dem Museumszug an. Dabei verläuft die Fahrt weniger spektakulär wie mit dem alten "Orient-Express", dafür aber durch das wunderschöne Tal der Ruhr von Hattingen nach Wengern-Ost. Außerdem besteht die Möglichkeit, mit der Feldbahn das Museumsgelände zu befahren oder im Führerstand einer Dampflok Nostalgie zu erleben.

Vom Schiff auf die Schiene

Die Geschichte der Eisenbahn im mittleren Ruhrtal beginnt mit der Inbetriebnahme einer Zweigbahn von Steele nach Dahlhausen durch die Bergisch-Märkische Eisenbahn im September 1863.

Drei Dampfloks auf dem Stellwerk. Per Klick erhalten Sie weitere Fotos vom Eisenbahnmuseum Bochum.


Von der Streckenführung sollten insbesondere die in Dahlhausen gelegenen Kohlezechen Hasenwinkel und Vereinigte General & Erbstollen profitieren, deren Kohlevertrieb bis zu diesem Zeitpunkt ausschließlich auf die umständliche Ruhrverschiffung angewiesen war. Neben den Zechen erkannten bald auch andere Industrieunternehmen die Vorteile des Güterversands mit der Eisenbahn und siedelten sich, wie zum Beispiel Dr.-C.-Otto und Companie GmbH, in Dahlhausen (in der Nähe des heutigen Eisenbahnmuseums) an.


Rad einer Dampflok
Das Eisenbahnnetz für den Personenverkehr kam gegenüber dem Gütertransport nur schleppend in Gang. Erst mit der Erweiterung des Streckennetzes bis Laer und Hattingen, später bis Altendorf, Blankenstein und Überruhr gewann er weiter an Bedeutung. Als schließlich das Ruhrtal bis Hagen befahrbar wurde, finanzierten die Gemeinden Linden und Dahlhausen den Neubau eines Bahnhofs, der 1875 fertig gestellt wurde.

Durch die Verstaatlichung des privaten Eisenbahnwesens in Preußen wurde 1895 der Bereich der mittleren Ruhrtalbahn der neu gegründeten Königlichen Eisenbahndirektion Essen unterstellt. Dahlhausen entwickelte sich nun schnell zu einem wichtigen Knotenpunkt des Güter- und Personenverkehrs im Ruhrtal, so dass man 1910 die Strecke Dahlhausen-Steele zweigleisig ausbaute. Ein Umbau des Bahnhofes blieb jedoch unumgänglich, da der Ausbau der Strecke keine nennenswerte Entlastung brachte. So wurde die Personenzugstrecke Steele-Dahlhausen auf einen hochwassergeschützten Bahndamm nahe der Ruhr verlegt und die Zahl der Güterzuggleise erhöht.



Bahnhof Dahlhausen

Außenaufnahme Bahnhof Dahlhausen. Per Klick verlassen Sie den Internet-Auftritt der Stadt Bochum.
Am 28. Februar 1917 wurde das heutige Bahnhofsgebäude, das während des Ersten Weltkrieges unter Einsatz von Kriegsgefangenen weitergebaut worden war, eingeweiht. Ruhrbesetzung und Weltwirtschaftkrise verhinderten zunächst eine neue Blüte des Eisenbahnverkehrs in Dahlhausen. Erst der Zweite Weltkrieg führte wieder zu einem Anstieg des Verkehrs, bis mit Sprengung der Möhnetalsperre am 17. Mai 1943 der gesamte Güterbahnhof sowie das Bahnhofsgebäude überschwemmt wurden.
Die Nachkriegszeit brachte bis zum Beginn des Zechensterbens Anfang der 1960er Jahre nochmals einen kurzfristigen Aufschwung, doch die Zeit der besonderen Bedeutung des Bahnhofs Dahlhausen war mit der Schließung der Zeche „Dahlhauser Tiefbau" endgültig vorbei. 1969 wurde das Bahnbetriebswerk Bochum-Dahlhausen aufgegeben. Im Jahre 1974 folgte mit der Aufnahme des S-Bahn-Verkehrs auch der Fortfall der Personenzüge.

Während die Anlagen des ehemaligen Bahnbetriebswerkes seit 1977 das Eisenbahnmuseum Bochum beherbergen, wurde der Personenbahnhof bis vor kurzem noch vollkommen vernachlässigt. Durch einen Investor die Fassade und Dach in den Formen Jugendstils wiederhergestellt werden. Neben einer geplanten Gastronomie hat das Eisenbahnmuseum einige Räume im Originalzustand eingerichtet und bietet mit einer Ausstellung von bahntypischen Objekten einen interessanten Einblick in die Geschichte des Bahnhofs Dahlhausen.


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Lage im Stadtplan
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