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Burg Blankenstein

Blick auf den 30 Meter hohen Turm der Burg Blankenstein. Per Klick verlassen Sie den Internet-Auftritt der Stadt Bochum.
Die Gründung der Burg Blankenstein geht auf Graf Adolf I. von der Mark im Jahr 1226 zurück. Nach der Ermordung des Erzbischofs Engelbert I. von Köln legten Gefolgsleute des Kölner Würdenträgers die Isenburg bei Hattingen aus Rache in Trümmer. Aus den Steinen errichtete der Droste Ludolf von Bönen den ersten Verteidigungsbau an strategisch günstiger Lage oberhalb einer Ruhrfurt auf einem riesigen Felsen, dem "blanken Stein". Von hier aus konnten Reisende und Kaufleute kontrolliert werden, die - einer alten Handelsstraße folgend - die Ruhr unterhalb der Burg überqueren mussten.


Graf Engelbert I., der von 1249 bis 1277 regierte, erweiterte die Burg zu einer festungsähnlichen Anlage. Durch seinen Drosten, Bernd Bitter, ließ er den nach ihm benannten "Graf-Engelbert-Turm" erbauen, der 300 Jahre bis zu seinem Abriss einen weiten Blick ins damals stark bewaldete Ruhrtal ermöglichte. Einiges deutet darauf hin, dass die Burgkapelle ebenfalls in der Regierungszeit des Grafen Engelbert I. errichtet wurde.

Landschaftsaufnahme von der Burg Blankenstein mit Blick auf das Dorf Blankenstein
Der Überlieferung nach, fand auf der Burg zu Pfingsten des Jahres 1321 eine denkwürdige Begegnung statt: Graf Engelbert II. überreichte den Abgesandten Bochums eine Urkunde, die den Bochumern die Stadtrechte verlieh.

Beschauliche Ruhe fanden die Burg und ihre Bewohner in der Folgezeit nicht. Dafür sorgte die damalige politische Lage in der Grafschaft sowie die ständigen Erb- und Gebietsstreitereien. So gönnten Graf Engelbert III. (1347 bis 1391) und sein Nachfolger, Graf Dietrich (1391 bis 1398), sich kleinere und größere Scharmützel mit streitbaren Nachbarn.

Die bauliche Vollendung der Burg litt unter diesen unruhigen Zeiten erheblich. So konnte erst Herzog Adolf III. (1398 bis 1448) die Bauten abschließen. Unter seiner Herrschaft wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts ein neues Herrenhaus im Innenhof der Burg erbaut. Sein Sohn, Herzog Johann I. von Kleve, erhielt nach unzähligen Auseinandersetzungen im Jahre 1461 das volle Verfügungsrecht über die Grafschaft Mark. Er verpfändete Burg und Amt Blankenstein an den Drosten Kracht Stecke.

Luftaufnahme von der Burg Blankenstein
Dessen Sohn, Johann Stecke, übernahm das Drostenamt nach dem Tode seines Vaters. Mit ihm und der Prunksucht des Herzogs Johann II. begann der Zerfall der Burg. Aufgrund leerer Kassen wurden notwendige Reparaturarbeiten an der Burg nicht mehr ausgeführt und die Burg wurde baufälliger.

Als Herzog Johann II. im Jahre 1494 die Burg verließ, um das Amt des Burggrafen von Dortmund anzunehmen, zerfiel sie weiter. Die ehemalige Bedeutung der Anlage konnte in der Folgezeit nicht wieder hergestellt werden. Bewegung kam in das Burgleben wieder, als spanische Truppen im Jahre 1614 die Burg besetzten.

Außenaufnahme der Burg Blankenstein
Das endgültige "Aus" der ehemals stolzen Burg kam, wie bei vielen Herrensitzen und einst blühenden Städten, mit dem zerstörenden Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648). Im Jahre 1637 übernahm Johann Georg von Syberg das Drostenamt und wohnte zehn Jahre lang auf Blankenstein, ehe er 1647 auf sein Erbgut Haus Kemnade zog. Da der Zerfall der Burg Blankenstein immer weiter fortschritt, beantragte die Familie Syberg im Jahre 1662 beim Kurfürsten Friedrich Wilhelm den Abbruch der einstigen Festung - die Genehmigung folgte.

Mit den Steinen der Burg Blankenstein wurde Haus Kemnade weiter ausgebaut und befestigt. Den viereckigen Burgturm, der der Vernichtung widerstand, bewohnten ab 1771 die Familien Wolfshagen und Kortwich. Etwa um 1800 baute Wolfshagen aus Steinen und Materialien der Burg unweit des Turmes ein Wohnhaus. Kortwich verkaufte seinen Anteil im Jahre 1842 an den Kaufmann Forstmann. Im Jahre 1860 erwarb die Familie vom Stein das Burggelände und betrieb eine Fabrik zum Färben von Garnen.

Die wechselvolle Geschichte der Burg beendete schließlich die Stadt Bochum. Sie kaufte diese im Jahr 1922. Am 14. August 1947 wurde auf der Burg ein Heimkehrer-Erholungsheim eröffnet. "Den erholungsbedürftigen, 1947 heimgekehrten Kriegsgefangenen, vornehmlich denen aus Russland kommenden, wurde hier auf Kosten der Stadt ein vierwöchiger Erholungsaufenthalt geboten, der in besonders gelagerten Fällen auf acht Wochen ausgedehnt werden konnte." (Verwaltungsgericht der Stadt Bochum 1948 bis 1952) Von 1968 bis 1971 ließ die Stadt Bochum die Burg sanieren. Seitdem ist der 30 Meter hohe Turm wieder zu besteigen, von dem sich ein hervorragender Bick ins Ruhrtal  bietet: mit Haus Kemnade, dem Kemnader See, dem alten Dorf Stiepel und der um das Jahr 1000 gegründeten Stiepeler Dorfkirche.


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Lage im Stadtplan
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