Wasser

Inhaltsverzeichnis



Regenwasser

Niederschlagswasserbeseitigung

Bei bebauten und befestigten Flächen besteht nach den wasserrechtlichen Vorgaben eine grundsätzliche Pflicht zu einer ortsnahen Beseitigung des Niederschlagswassers.

Versickerung

Die Einleitung des unbelasteten (unverschmutzten) Niederschlagswassers von befestigten Flächen der Grundstücke über Versickerungsanlagen wie zum Beispiel Sickermulden, Rigolen und Sickerschächte in den Boden und damit ins Grundwasser bedarf in der Regel einer wasserrechtlichen Erlaubnis der unteren Wasserbehörde.

Weitere Informationen und der Antrag zur Versickerung sind in der Kurzinfo Niederschlagswasserversickerung zusammengefasst.

Ansprechperson

Einleitung in oberirdische Gewässer

Unbelastetes (unverschmutztes) Niederschlagswasser kann grundsätzlich ohne Vorbehandlung in oberirdische Gewässer eingeleitet werden. Für die Einleitung von verschmutztem Niederschlagswasser ist vorab eine entsprechende Behandlung erforderlich. Bei der Einleitung von größeren Regenwassermengen ist im Einzelfall gegebenenfalls eine Drosselung erforderlich.

Einleitungen in Gewässer bedürfen einer wasserrechtlichen Erlaubnis der unteren Wasserbehörde. Die dazugehörigen Planunterlagen und den Antrag können Sie der Kurzinfo Einleitung von Niederschlagswasser in ein oberirdisches Gewässer entnehmen.

Ansprechperson

Bei der Abkoppelung von größeren, bisher an den Kanal angeschlossenen Flächen für eine ortsnahe Beseitigung des Niederschlagswassers, besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, auf Antrag über das Tiefbauamt eine Förderung für eine derartige Maßnahme zu erhalten.

Ansprechpersonen im Tiefbauamt:

Herr Pacha
Telefon: 0234 910-4139

Herr Gunkel
Telefon: 0234 910-3741


Grundwasserbenutzung

Grundwasserkataster

Die Grundwasserdaten aus dem Bochumer Stadtgebiet werden von der unteren Wasserbehörde im Rahmen eines Grundwasserkatasters erfasst und ausgewertet.

Ansprechperson

Brunnen / Brauchwasserbrunnen

Die Benutzung von Grundwasser, zum Beispiel durch einen Brunnen, ist in der Regel erlaubnispflichtig. Die Absicht, einen Brunnen  anzulegen, sollte daher in jedem Fall zuvor der unteren Wasserbehörde angezeigt werden. Hierbei können auch Fragen hinsichtlich der vor Ort zu erwartenden Tiefe des Grundwassers gegebenenfalls im Vorfeld beantwortet werden.

Ansprechperson

Wärmepumpen / Geothermieanlagen

Wärmepumpen sind - ebenso wie Geothermieanlagen und Erdwärmesonden - Systeme, mit denen das im Grundwasser beziehungsweise in dem von diesem durchströmten Gestein oder Erdreich vorhandene natürliche, relativ gleichbleibende Wärmepotenzial genutzt wird. Dabei wird dem Grundwasser und Erdreich durch eine Wärmeträgerflüssigkeit die vorhandene natürliche Wärme entzogen und an der Erdoberfläche in einem Wärmetauscher an die Heizungsanlage abgegeben. Diese Anlagen sind in aller Regel genehmigungspflichtig, da hier das Grundwasser zur Wärmegewinnung mitbenutzt wird und die Wärmetauscher mit wassergefährdenden Stoffen befüllt sind.
 
Die hierfür erforderlichen Unterlagen und den Antrag können Sie der Kurzinfo für Geothermieanlagen  entnehmen.

Sogenannte Luft-Wärmepumpen, bei denen lediglich der Umgebungsluft Wärme entzogen wird, sind hingegen wasserrechtlich nicht erlaubnispflichtig.

Ansprechperson 


Wasser- und Heilquellenschutzgebiete

Wasser- und Heilquellenschutzgebiete dienen speziell dem Schutz des Wassers, zum Beispiel in der Umgebung von Trinkwassergewinnungsanlagen beziehungsweise staatlich anerkannten Heilquellen.

Aktuell befinden sich keine derartigen Schutzgebiete auf Bochumer Stadtgebiet.

Das Heilquellenschutzgebiet Wattenscheid ist nach Ablauf der Geltungsdauer von vierzig Jahren am 1. November 2012 außer Kraft getreten. Das betreffende Gebiet unterliegt somit nicht mehr den besonderen Schutzvorschriften der Heilquellenschutzgebietsverordnung Wattenscheid vom 26. September 1972.

Die am 20. Februar 1993 im Amtsblatt der Bezirksregierung Arnsberg veröffentlichte Wasserschutzgebietsverordnung Sundern-Stiepel ist durch ordnungsbehördliche Verordnung vom 1. Juli 2016 mit Wirkung vom 30. Juli 2016 aufgehoben worden. Somit unterliegt das Einzugsgebiet der ehemaligen Wassergewinnungsanlage Sundern-Stiepel ebenfalls nicht mehr den besonderen Vorgaben der Wasserschutzgebietsverordnung für bestimmte Handlungen, Maßnahmen, Verbote beziehungsweise Genehmigungspflichten.

Ansprechperson


Wassersport auf der Ruhr

Die Ruhr ist auf Bochumer Stadtgebiet ein so genanntes nicht schiffbares Gewässer. Die Ruhr darf im Rahmen des Gemeingebrauchs zum Befahren mit kleinen Fahrzeugen ohne eigene Antriebskraft erlaubnisfrei benutzt werden. Das Befahren bezieht sich auf Ruder- und Paddelboote einschließlich Kanus und Kajaks.

Motorboote, auch solche mit Elektromotor, sind nicht zugelassen. Dies gilt auch für ferngesteuerte Modellboote.

Wassersportliche Veranstaltungen bedürfen einer wasserrechtlichen Zulassung durch die untere Wasserbehörde.

Für die Benutzung des Kemnader Sees gilt die "Gemeingebrauchsverordnung für die Stauanlage Kemnader See". Auskünfte erteilt die Freizeitzentrum Kemnade GmbH, Querenburger Str. 29, 58455 Witten (http://www.kemnader-see.de/) oder die untere Wasserbehörde.

Ansprechperson 


Abwasser und Abwasserbehandlungsanlagen

Indirekteinleitung

Eine Indirekteinleitung ist die Einleitung von Abwässern aus bestimmten Herkunftsbereichen (Gewerbe und Industrie) in das städtische Kanalnetz wie zum Beispiel Abwässer aus der Kraftfahrzeug-Reinigung, aus Zahnarztpraxen/Kliniken, aus der Eisen- und Stahlerzeugung, der chemischen Reinigung oder aus fotografischen Prozessen.

Für die Einleitung von mineralölhaltigem Abwasser aus der Kraftfahrzeug-Branche (Antrag), zur Einleitung von amalgamhaltigem Abwasser aus Zahnarztpraxen/Kliniken (Antrag) und zur Einleitung von Abwasser aus der chemischen Reinigung (Antrag) kann der jeweilige Antragsvordruck verwendet werden.

Ansprechperson
 
Kleinkläranlagen
 
Im Außenbereich der Gemeinde (wo kein Anschluss an das städtische Kanalnetz möglich ist) erfolgt die Behandlung und Beseitigung des häuslichen Abwassers über Kleinkläranlagen. Das so vorgereinigte Abwasser kann zum Beispiel anschließend auf dem eigenen Grundstück versickert werden. Die untere Wasserbehörde überwacht die fachgerechte Wartung und Selbstkontrolle der Kleinkläranlagen durch die Betreiber sowie die Gewässerbenutzung, um eine Verunreinigung des Grundwassers auszuschließen.

Ansprechperson
 
Abwasserkataster / Abwasseruntersuchungsdienst

Im Abwasser- beziehungsweise Betriebskataster werden alle wasserrechtlich relevanten Betriebe mit den zur Überwachung notwendigen Daten erfasst. Zur Überprüfung der zugelassenen Grenzwerte für gefährliche Stoffe im Abwasser veranlasst der Abwasseruntersuchungsdienst die Beprobung von betrieblichem Abwasser. Bei Grenzwertüberschreitungen wird der Betrieb aufgefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Ansprechpartner

Private Autowäsche

Grundsätzlich ist es umweltfreundlicher, Fahrzeuge in Waschanlagen oder auf eingerichteten Waschplätzen zu waschen, da dort eine Abwasserbehandlungsanlage vorhanden ist und oft über eine Kreislaufführung ein sparsamer Wasserverbrauch gewährleistet wird.

Individuelle Kraftfahrzeug-Oberflächenwäschen sind nach der Bochumer Sicherheitsverordnung auf öffentlichen Straßen nur mit reinem Wasser und ohne Einsatz eines Hochdruckreinigers erlaubt. An Sonn- und Feiertagen ist das Waschen von Fahrzeugen von Hand nach dem Sonn- und Feiertagsgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen grundsätzlich verboten.

Bei Autowäschen auf privaten Flächen holen Sie bitte vorher Auskünfte beim Umwelt- und Grünflächenamt ein.

Ansprechperson

Fassadenreinigung

Die bei der Reinigung anfallenden Abwässer müssen bei einer Einleitung ins Kanalnetz den Anforderungen der kommunalen Abwassersatzung entsprechen.Die Einleitung ist in jedem Fall dem Tiefbauamt anzuzeigen.

Ansprechperson im Tiefbauamt:

Frau Zimmermann
Telefon 0234 910-3592


Wassergefährdende Stoffe und Recyclingmaterial

Einbau von Recyclingmaterial
 
Für den Einbau von Recyclingmaterial ist grundsätzlich eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde erforderlich.

Die hierfür notwendigen Unterlagen sind abhängig vom einzubauenden Material und können bei der unteren Wasserbehörde erfragt werden.

Ansprechperson

Heizöllagerung

Die untere Wasserbehörde überwacht die Lagerung von Heizöl und anderer wassergefährdender Stoffe.

Welche Behälteranlagen durch einen Sachverständigen zu prüfen sind, ist abhängig von der Art ihrer Aufstellung (ober- / unterirdisch), der Behältergröße und dem Standort der Anlage (innerhalb / außerhalb von Wasserschutzgebieten).

Nähere Angaben können Sie der Tabelle entnehmen.

Ansprechperson
 
Gewässer- und Bodenverunreinigungen

Eine Verunreinigung von offenen Gewässern (Teiche, Bäche, Seen) oder des Bodens mit wassergefährdenden Stoffen ist der städtischen Feuerwehr oder der unteren Wasserbehörde zu melden. Hierbei sind möglichst der genaue Ort sowie die Art und Menge des ausgelaufenen Stoffes anzugeben.

Bei Bedarf werden örtliche Kontrollen, Sofort- und Folgemaßnahmen zur Beseitigung des Schadens durchgeführt.

Ansprechperson
 
Verunreinigung der öffentlichen Verkehrsfläche durch Verlust von Betriebsflüssigkeiten aus Kraftfahrzeugen
 
Bei festgestellter Verunreinigung von öffentlichen Straßen, Gehwegen und Plätzen durch Öl, Kraftstoff oder andere Betriebsflüssigkeit ist in erster Linie das Tiefbauamt der Stadt Bochum und außerhalb der Dienstzeit die Feuerwehr zu verständigen.

Beim Eintritt von Betriebsflüssigkeiten aus Kraftfahrzeugen in den unbefestigten Boden ist schnellstmöglich die untere Wasserbehörde beziehungsweise die Feuerwehr zu informieren.

Melden einer Ölspur über den Mängelmelder

Ansprechperson

Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist laut Pflanzenschutzgesetz nur auf landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen erlaubt.

Auf anderen Flächen (Nichtkulturland) wie zum Beispiel befestigten Wegen, Plätzen ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln grundsätzlich untersagt.

Eine Ausnahmegenehmigung wird von der Landwirtschaftskammer NRW nur unter bestimmten Voraussetzungen erteilt.

Nähere Angaben zur Genehmigung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sowie alternativer Wildkrautbekämpfung erteilt:
 
Landwirtschaftskammer NRW
Kreisstelle Ruhr-Lippe
Platanenallee 56
59425 Unna,
Tel. 02303 / 9 61 61 43

Gülle und Mist, Ausbringen auf landwirtschaftliche Flächen

Zu bestimmten Jahreszeiten ist das Ausbringen von Gülle und Mist auf landwirtschaftliche Flächen erlaubt. Nähere Angaben sind bei der Landwirtschaftskammer zu erfragen.

Landwirtschaftskammer NRW
Kreisstelle Ruhr-Lippe
Platanenallee 56
59425 Unna
Telefon: 02303 / 9 61 61 22


Hochwasser

Hochwasserrisikomanagement

Hochwasser ist ein natürliches Ereignis, das sich nicht vermeiden lässt und im Bereich eines jeden Gewässers vorkommen kann. Aus diesem Grunde ist es eine sehr wichtige Aufgabe, die Menschen, die Umwelt sowie die Wirtschafts- und Kulturgüter vor den Folgen von Hochwassern zu schützen. In NRW werden daher seit vielen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Gefahren durch Hochwasser zu reduzieren.

Eine zentrale Bedeutung haben dabei nicht nur bauliche Maßnahmen, wie um Beispiel der Bau von Deichen, sondern auch:
  • das Aufzeigen und Kartieren von Risiken und Gefahren,
  • die Information der betroffenen Personen
  • sowie eine gesamtheitliche Vorsorgeplanung.
Da Hochwasser nicht an Bezirks- oder Landesgrenzen endet und somit eine länderübergreifende Zusammenarbeit  erforderlich ist, hat die europäische Gemeinschaft mit Erlass der EG-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie eine für alle Mitgliedsstaaten verbindliche Gesetzesgrundlage geschaffen. Die Richtlinie ist am 26. November 2007 in Kraft getreten und über das Wasserhaushaltsgesetz in nationales Recht umgesetzt worden.

Auf Grundlage dieser EG-Richtlinie werden für alle Gebiete in Nordrhein-Westfalen, in denen signifikante Hochwasserschäden auftreten können, Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten sowie Hochwasserrisikomanagementpläne erstellt.

Alle Arbeitsschritte zur Hochwassermanagementplanung werden, unter Koordination des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MKULNV), von den Bezirksregierungen ausgeführt, wobei die örtlich zuständigen Akteure (Kommunen, Kreise, Wasser- und Deichverbände) und interessierten Stellen wie um Beispiel die Industrie- und Handelskammer, die Landwirtschaft, der Naturschutz oder Bürgerinitiativen in den Planungsprozess einbezogen sind.

Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten

Mit Hilfe dieser rechnerisch ermittelten Karten erkennen Sie, wo in Bochum konkret Gefahren und Risiken durch Hochwasser bestehen. Auf dieser Basis können Sie selbständig die individuelle Gefahrenlage bewerten und dadurch vorbeugende Maßnahmen zur Verminderung von Schäden im Bereich Ihres Grundbesitzes planen.

Was zeigen die Hochwassergefahrenkarten?

Die Gefahrenkarten informieren über die mögliche Ausdehnung und Tiefe einer Überschwemmung. Dabei wird dargestellt, wie das Ausmaß der Überschwemmung für ein häufiges, mittleres (statistisch 100-jährliches) und seltenes (extremes) Hochwasserereignis zu erwarten ist.
 
Was zeigen die Hochwasserrisikokarten?

Die Risikokarten zeigen die Nutzungen, Siedlungsflächen, Kulturgüter, Schutzgebiete, Wirtschaftsbetriebe und wirtschaftlich bedeutsame Infrastruktureinrichtungen auf, die unter den vorgenannten drei Szenarien (häufiges, mittleres und extremes Hochwasserereignis) durch Hochwasser betroffen sind.

Das zu erwartende Schadensausmaß bei Hochwasser hängt dabei im Wesentlichen vom Schadenspotential in den überschwemmten Gebieten und der Eintrittswahrscheinlichkeit des Hochwasserereignisses ab. Das Schadensausmaß bei einer häufigen Überschwemmung von Grünflächen ist dabei weniger problematisch einzuschätzen als eine seltene Überschwemmung in Siedlungsgebieten.

In den Hochwassergefahrenkarten werden jedoch nur Überschwemmungen berücksichtigt, die durch ausufernde oberirdische Gewässer entstehen.

Überflutungen aus dem Kanalnetz, die um Beispiel infolge eines Starkregenereignisses entstehen, werden nicht betrachtet und können gegebenenfalls in manchen Bereichen zu zusätzlichen Problemen führen.

Die Karten stehen im Internet unter www.flussgebiete.nrw.de bereit.

 Erstellung von Hochwasserrisikomanagementplänen bis Dezember 2015

Bis Ende des Jahres 2015 werden von den Bezirksregierungen unter Beteiligung der Kommunen, Verbände und interessierten Gruppen die Hochwasserrisikomanagementpläne erarbeitet. Sie sollen alle Aspekte des Hochwasserrisikomanagements berücksichtigen, wobei der Schwerpunkt der Pläne auf Maßnahmen zur Vermeidung, zum Schutz und zur Vorsorge sowie auf nichtbaulichen Maßnahmen der Hochwasservorsorge und/oder einer Verminderung der Hochwasserwahrscheinlichkeit liegen soll.

Ziel der neuen Pläne ist es, über bestehende Gefahren zu informieren und Maßnahmen unterschiedlicher Akteure zu erfassen und abzustimmen, um hochwasserbedingte Risiken für die menschliche Gesundheit, die Umwelt, Infrastrukturen und Eigentum zu verringern und zu bewältigen.

Die Öffentlichkeit wird nach Abschluss der Arbeiten über die Ergebnisse informiert.

Weitere Informationen zur Umsetzung der Hochwasserrisikomanagementplanung können unter www.flussgebiete.nrw.de aufgerufen werden

Überschwemmungsgebiete

Seit vielen Jahren werden in Nordrhein-Westfalen die durch Hochwasser gefährdeten Flächen rechnerisch ermittelt und durch eine Verordnung als Überschwemmungsgebiete festgesetzt beziehungsweise vorläufig gesichert (§ 76 Wasserhaushaltsgesetz). Grundlage für die Ausweisung der Überschwemmungsgebiete ist ein Hochwasserereignis, das statistisch alle 100 Jahre einmal auftritt (HQ100).

Die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten zählt zu den strategischen Vorsorgemaßnahmen im vorbeugenden Hochwasserschutz und erfolgt mit dem Ziel, Schäden durch Hochwasserereignisse zu verringern oder weitestgehend zu vermeiden. Überschwemmungsgebiete dienen vorrangig dem Erhalt oder der Gewinnung von Rückhalteflächen und der Regelung des Hochwasserabflusses.

In den Überschwemmungsgebieten gelten besondere Schutzvorschriften. So sind dort zur Vermeidung späterer Hochwasserschäden die Ausweisungen neuer Baugebiete ebenso wie die Errichtung oder Erweiterung baulicher Anlagen in der Regel untersagt. Weiterhin ist es im Allgemeinen nicht zulässig, wassergefährdende Stoffe auf dem Boden abzulagern oder aufzubringen, Grünland in Ackerland umzuwandeln oder Baum- und Strauchpflanzungen anzulegen.

Auskunft über bestehende oder geplante Festsetzungen von Überschwemmungsgebieten erhalten Sie bei der Bezirksregierung Arnsberg oder auch im Umwelt- und Grünflächenamt, untere Wasserbehörde, Telefon: 0234 910-1624.