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Rathauskalender

Historische Gemeindekarten (Originale von 1823 bis 1910)

Gemeindekarte Sevinghausen (aus dem Jahr 1823, mit Änderungen bis 1870)
Gemeindekarte Sevinghausen (aus dem Jahr 1823, mit Änderungen bis 1870)

Im Rahmen der Preußischen Landesaufnahme, die im Bereich der Stadt Bochum zwischen 1823 und 1824 vorgenommen wurde, wurden nicht nur die Detailkarten des Urkatasters und die Urmesstischblätter erstellt, sondern auch Übersichtskarten für jede aufgenommene Gemeinde.

Diese Karten wurden als Tuschezeichnungen zumeist im Arbeitsmaßstab 1:10.000 ausgeführt und aufwändig mit Aquarellfarben koloriert. Die Karten liegen alle als Inselkarten vor und sind teilweise nicht genordet. Die Kartierung erfolgte mittels Nadelübertragung, an vielen Stellen sind die Einstechlöcher noch sichtbar. Diese Karten wurden als Blattübersichten für die einzelnen Karten des Urkatasters verwendet. Aus diesem Grunde werden diese Karten teilweise auch als Gemarkungsübersichten bezeichnet. Aus heutiger Sicht viel interessanter sind aber die zahlreichen topografischen Details, die in diesen Karten enthalten sind.

Von den Gemeindekarten liegen in den meisten Fällen vier verschiedene Stände vor. Neben den frühesten Karten aus den Jahren 1823 und 1824 gibt es Blätter von 1823 mit Nachträgen bis 1870. Neuzeichnungen der Gemeindekarten erfolgten im Rahmen umfangreicher Kataster-Neubearbeitungen etwa 1885 und 1886 und noch einmal 1904 bis 1910. Insgesamt 94 Karten liegen vor.

Mittels dieser Karten können wir jetzt für den Zeitraum von 1823 bis 1910 für das gesamte heutige Stadtgebiet topografisch inhaltsreiche, geometrisch recht genaue und optisch sehr ansprechende Karten mit Kartenbild ähnlichen einem Stadtplan anbieten. Diese sind umso interessanter, weil für die ehemals selbständigen Vorortgemeinden erst ab dem Zeitpunkt der Eingemeindung zwischen 1904 und 1939 detailliertes Kartenmaterial vorhanden ist.

Bei der historischen Analyse dieser Karten muss bedacht werden, dass es sich bei den Karten um Arbeitskarten für den täglichen Gebrauch der Katastermitarbeiter gehandelt hat. Wenn es diesen hilfreich war, wurden die Karten inhaltlich immer wieder fortgeführt. Nur in Einzelfällen sind nachträgliche Fortführungen in roter Tusche kenntlich gemacht. Dies bedeutet, dass manche der abgebildeten Informationen deutlich jünger sind als das Herausgabedatum der Karte. Zum Beispiel ist in den Karten von 1823 in den meisten Fällen der Verlauf von Eisenbahntrassen eingezeichnet, die erst 50 und mehr Jahre später errichtet wurden.
Die Kapelle Sankt Bartholomäus in Rot in der Gemeindekarte 1823 und in Blau in der Deutschen Grundkarte 2010
Die Kapelle Sankt Bartholomäus in Rot in der Gemeindekarte 1823 und in Blau in der Deutschen Grundkarte 2010

Dank Scan-Technologie, behutsamer Bildretusche und großformatigen Farbplot-Systemen können die Gemeindekarten originalgetreu bereitgestellt werden. Außerdem wurden die Karten anhand von Passpunkten georeferenziert und können so am Computer mit der aktuellen Situation in Deckung gebracht werden.

Die als Nachdruck auf Büttenpapier ebenfalls erhältlichen Gemeindekarten 1823 wurden im Jahre 1972 von den hier vorgestellten Original-Gemeindekarten abgeleitet. Da diese zum damaligen Zeitpunkt technisch nicht anders reproduzierbar waren, wurden sie im historischen Duktus neugezeichnet, wobei zumeist mehrere Gemeinden für eine Karte zusammengefasst wurden.

Weitere Links zu diesen Karten: