Gerthe West

Beteiligung

Planung im Dialog mit der Öffentlichkeit

Gerthe West

Ideenaustausch

Die Bürgerbeteiligung im Rahmenplanverfahren „Gerthe-West“ geht trotz Coronapandemie weiter. Schön, dass Sie vorbeischauen!

Als Ersatz für die erste Planungswerkstatt, die leider aufgrund der kurzfristig verschärften Coronaschutzmaßnahmen entfallen musste, findet der angedachte Ideenaustausch nun online statt. Hier erfahren Sie, wie die ersten grundsätzlichen Ideen der drei Planungsteams aussehen. Bis zum 10. Januar 2021 können Sie die Ideen der Teams kommentieren, Fragen an die Teams stellen und eigene Ideen einreichen, indem Sie eine Email an folgende Adresse schicken: gerthe-west@plan-lokal.de

Das gleiche Angebot können Sie analog in der Bezirksverwaltungsstelle Bochum Nord, Heinrichstraße 42, in Form einer Ausstellung von Montag, 14. Dezember, bis Freitag, 18. Dezember, wahrnehmen (Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch: 14 bis 17 Uhr und Donnerstag bis Freitag: 10 bis 13 Uhr). Aufgrund der geltenden Coronaschutzmaßnahmen sind folgende Hygieneregeln zu beachten:

  • Maximal zwei Personen gleichzeitig
  • Einlass nur mit Mund-Nasen-Bedeckung
  • Angabe von Kontaktdaten zur Rückverfolgbarkeit (Ideen/ Hinweise bleiben anonym!)

Die ersten Ideen der Planungsteams

Damit die interessierte Öffentlichkeit von Anfang an die Rahmenplanung mitbegleiten kann, präsentieren die Planungsteams ihre ersten grundsätzlichen Ideen. Es geht in diesem Verfahrensschritt noch nicht um detaillierte, fertige Planungen, sondern ganz bewusst um die planerische Grundidee der Planungsteams. Es geht um die Leitgedanken, insbesondere in Bezug auf die Verbindungen zum Freiraum und Siedlungsbestand und in Bezug auf die Schwerpunktthemen Verkehr und Mobilität, Entwässerung, Klima und Umwelt.

Ganz konkret wurden für diesen frühen Zeitpunkt in der Rahmenplanung folgende Abgabeleistungen von den Teams gefordert:

  • Analyseergebnisse bzw. Bestandsaufnahme: Die Planungsteams zeigen auf, woraus sich ihr Leitgedanke ableitet.
  • Leitgedanke: Mit einem Leitbild, einer Kollage oder einer anderen frei wählbaren Form stellen die Planungsteams ihren Leitgedanken für die Rahmenplanung dar.
  • Strukturplan: In einem relativ groben Maßstab von 1:2500 werden in einem Strukturplan grundlegende Strukturen, insbesondere die Zonierung und Organisation des Planungsraums, dargestellt. Es geht auch hier um die planerische Grundidee. Details - wie Gebäude, einzelne Bäume, Gärten uvm. – stehen in einem Strukturplan ganz bewusst noch nicht im Fokus.
  • Textliche Erläuterung
  • Video mit einer Erläuterung der ersten Ideen

Ihre Anmerkungen und Ideen

Ihre Fragen und Kommentare zu den ersten grundsätzlichen Ideen der Planungsteams und Ihre eigenen Ideen können Sie bis zum 10. Januar 2021 an folgende Email-Adresse schicken: gerthe-west@plan-lokal.de

Die eingehenden Kommentare und Hinweise werden den Planungsteams, den Gutachtern sowie dem Begleit- und Empfehlungsgremium für eine planerische und fachliche Einschätzung übermittelt. Das Begleit- und Empfehlungsgremium formuliert auf Grundlage der vorhandenen vielschichtigen Expertise im Gremium und in Kenntnis der Fragen und Anregungen der Öffentlichkeit erste Planungshinweise an die Teams. Die Planungsteams werden Gelegenheit haben, relevante Fragestellungen schriftlich zu beantworten. All dies wird in einer Dokumentation zu dieser Beteiligungsphase zusammengeführt, deren Veröffentlichung für Anfang Februar auf dieser Website vorgesehen ist, sodass allen Interessierten eine inhaltliche Auseinandersetzung hiermit bis zur zweiten Planungswerkstatt möglich ist.

cityförster + felixx

Drei Nachbarschaften für ein grünes Netzwerk

Ein sensibler Umgang mit dem Bestand und die bewusste Anwendung eigenständiger und innovativer Bautypologien schaffen drei Nachbarschaften mit ganz eigenen Identitäten. Im grünen Ring liegt ein gemeinschaftlich genutzter Hof, lebhaft und nachbarschaftlich. Im Waldquartier laden dichtes Grün, wassernahe Freiräume und Wohngebäude zum Schlendern und zum Spiel ein. Das Tor ins Grün erzählt aktiv die Geschichte und fügt sich als urbanen Raum und Stadtbaustein in das Gerther Stadtleben ein.

Im Norden Bochums liegen vielfältige Grün- und Landschaftsstrukturen. Dazu zählt der Hiltroper Volkspark, der neu entstehende Bürgerpark und die offene Agrarlandschaft. Das Gerther Zentrum ist ein mischgenutzter Ort, den es weiter zu beleben gilt. Weitere Zentralitäten, wie das Schulzentrum Gerthe und das St. Maria-Hilf-Krankenhaus bieten Ankerpunkte in der Stadtstruktur. Das Projektgebiet liegt stadtstrukturell im Übergang zwischen Gerthe und Hiltrop. Momentan ist der wertvolle Baumbestand im Projektgebiet Rückseite der Stadtteile. Der Grünraum ist nur teilweise, durch einen Schleichweg und durch die Wildnis für Kinder erschlossen.

Grün verbinden – Zentralitäten nutzen

Im ersten Schritt schaffen wir zusammenhängende Freiraumverbünde. Die einzelnen Grünräume bergen ein hohes Potential für Mensch und Natur. In der Verbindung und Verwebung dieser, entsteht ein neuer ökologischer Korridor mit vielfältigen Freiraummutzungen für Jung und Alt. Im zweiten Schritt stärken wir die Zusammenhänge zwischen bestehenden Zentralitäten und Nachbarschaften und ergänzen sie mit neuen Impulsgebern. Das sind beispielsweise die neuen Kitas und Mobilitätshubs. Strategisch gesetzt, bilden sie Schnittstellen zwischen den Bebauungsstrukturen und Naturräumen. Sie laden ins Grün ein.

Bebauungsstrukturen entwickeln sich aus und mit dem Freiraum

Durch den Gehölzbestand ergeben sich markante Formen. Gezielt lassen sich neue Gebäudestrukturen einfügen. Auf dem nördlich gelegen, ehemaligen Sportfeld ist Raum für eine kraftvolle Blocktypologie. Die offenen Bebauungsstrukturen im Osten werden ergänzt. Der Grüne Ring entsteht. In die dichte Waldstruktur im Herzen des Projektgebietes fügen sich neue Typologien ein. Im Waldquartier können Be- und Anwohner die Natur erleben. Offen, kleinkörnig und im unbeschwerten Spiel mit den Bäumen, ergeben die neuen Gebäude eine urbane Wildnis. Im Süden erhält der Hiltroper Volkspark neue Bedeutung durch eine klare Definition von Stadt- und Parkraum. Ein Ensemble aus drei Blockrandstrukturen formuliert das Tor ins Grün und bildet die urbane Adresse zum Castroper Hellweg. Der Übergang zwischen Bürgerpark und Volkspark führt die Besucher an einen Gedenkort für die Opfer des Arbeiterzwangslagers des NS-Regimes vorbei. Klare, ruhige Formen regen zum Nachdenken an. Durch seine offene Gestaltung und Durchlässigkeit wird der Gedenkort Teil der Stadtstruktur, ähnlich wie die unstete Geschichte des Ortes, Teil der Stadtgeschichte ist.

Klimaaktiv, gesund und nachbarschaftlich Leben

Die drei Nachbarschaften verbindet ein enger Bezug zum Freiraum. Dadurch sind sie attraktiv für Radfahrer und Fußgänger. Die weitestgehend autofreien Wohnorte sind lediglich für Menschen mit Mobilitätseinschränkung und den Wirtschaftsverkehr motorisiert zugänglich. Die Mobilitätshubs sind nahe der Bus- und Straßenbahnhaltestellen platziert. Sie laden zum Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr ein.

Präsentation (Quelle: Cityförster + Felixx)

farwick + grote

Gerther GartenQuartier

Kooperative Baulandentwicklung „Gerthe-West“
Erläuterungsbericht Online-Beteiligung Dezember 2020  

Im Ergebnis der Analyse wird das Handlungserfordernis im Wesentlichen darin gesehen, das Planungsgebiet aus sich selbst heraus zu entwickeln, d. h. die versteckten Potentiale zu heben, zu schleifen und mit einem Mehrwert für Hiltrop und Gerthe weiterzuentwickeln. Dazu sind vor allem die vielen Grün- und Freiflächen größtenteils zu erhalten, aufzuwerten und mit neuen Qualitäten zu versehen. Behutsame Reparaturen der Stadtstruktur sind zu tätigen sowie sensible bauliche Ergänzungen vorzunehmen. Die vorhandenen sozialen Einrichtungen sind zukunftsfähig zu machen, um sie langfristig für den Ort zu sichern. Des Weiteren gilt es alternative Mobilität zu stärken, um die Stadtteile nicht weiter zu besondern zu entlasten.

Leitidee

Als eine Art Mantel der Siedlungsentwicklung legt sich von Nordwesten ein Landschaftsraum, bestehend aus dem Landschaftsschutzgebiet entlang des Mühlenbachs und dem Volkspark Hiltrop, als Erholungs- und Begegnungsbereich um den Siedlungsraum. Er verbindet die beiden funktionalen Zentren – die Ortsmitte Gerthe als Nahversorgungszentrum und die Bildungsmitte mit Schulzentrum und Stadtteilbibliothek – mit dem wertvollen Naturraum. Zwischen den beiden Mantelseiten spannt sich das Plangebiet auf. Als „Gerther GartenQuartier“ erweitert es zukünftig mit einem dritten, ergänzenden funktionalen Zentrum – der sozialen Mitte – sowie differenzierten Grün- und Freiraumflächen unter Einbindung vorhandener Qualitäten und neuen Wohnbauflächen das bestehende Siedlungsgefüge maßvoll. Gleichzeitig werden die beiden Stadtteile strukturell sinnvoll und nachhaltig ergänzt und so „fit für die Zukunft“ gemacht. Neue Mobilitätsstationen und neue Wegeverbindungen übernehmen eine zentrale Vernetzungsfunktion zwischen den drei Zentren, den neuen und den bestehenden Wohnflächen sowie dem Landschaftsraum.

Strukturplan

Der Grün- und Freiraum bildet das Grundgerüst für die Weiterentwicklung des Planungsgebietes: Im Süden erhält der Volkspark Hiltrop einen neuen adäquaten Auftakt als grüne Antwort auf das gegenüberliegende, neue Schulzentrum. Die Kitsch-Bude und ein Gedenkort für das Zwangsarbeiterlager werden dabei in ein neues Grünflächenkonzept eingebunden. Im Norden wird das Landschaftsschutzgebiet in Richtung Ortsmitte erweitert und die derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen ökologisch aufgewertet. Zwischen diesen beiden übergeordneten Freiräumen liegen vorhandene und neue Grünbereiche, welche sowohl der ökologischen Vernetzung als auch für Freizeit, Begegnung und Naherholung der Stadtteilbewohner*innen dienen.

Soziale Mitte
Um die beiden identitätsstiftenden Gebäude St. Maria-Hilf-Krankenhaus und St. Elisabeth-Kirche herum entsteht die „soziale Mitte“. Durch bauliche Ergänzungen werden fehlende Raumkanten gesetzt, Stadträume besser gefasst und neue öffentliche Begegnungsorte geschaffen. Soziale Nutzungen wie KiTas, Sozialstation, Betreutes Wohnen, Senioren- und Mehrgenerationenwohnen, ein Ausbildungszentrum für Gesundheits-/Kranken- und Altenpflege sowie ggf. weitere Nutzungen aus dem Gesundheits- und Pflegebereich ergänzen die vorhandenen Einrichtungen und stärken sie und die beiden Stadtteile für die Zukunft. Das Umfeld wird gestalterisch aufgewertet und eng mit dem angrenzenden Grünraum verzahnt; die Adressbildung der Einrichtungen sowie die Aufenthaltsqualität werden deutlich erhöht.  

Neues Wohnen – autofreies Quartier
Im Bereich der Sportanlage des BV Hiltrop entstehen neue Wohnbauflächen als baulicher Schwerpunkt innerhalb der bestehenden Grünstrukturen. Eine differenzierte Bebauung aus unterschiedlichen Bautypologien und Wohnformen, die sich aus der städtebaulichen Grundfigur herleitet und sich um grüne Gartenhöfe bildet, lässt urbane, aber überschaubare Wohnadressen entstehen. So wird eine Atmosphäre geschaffen, in denen sich Nachbarschaften entwickeln können. Es ist als autofreies Wohnquartier zukunftsorientiert gedacht. Der öffentliche Raum kann dadurch als Begegnungs- und Kommunikationsraum für die Bewohner*innen entwickelt werden.

Freiraumqualitäten
Die bestehenden Grünstrukturen werden größtenteils erhalten und in einem Gesamtkonzept als „Gerther Gärten“ in ihrer Aufenthalts qualität als Begegnungs-, Kommunikations- und Freizeitraum differenziert weiterentwickelt, aufgewertet und durch neue Grünangebote ergänzt und eng mit der Bebauungsstruktur verzahnt.

Mobilität
Aufgrund der schon vorhandenen, starken Belastung durch den motorisierten Individualverkehr liegt der Fokus der weiteren städtebaulichen Entwicklung auf alternativen Mobilitätsangeboten. Eine Mobilitätsstation im Bereich des Kirmesplatzes/Stadtbahnhalt Heinrichstraße vernetzt ÖPNV mit Car- und (E-) Bike-Sharing-Angeboten. Eine Radstation und eine Quartiersgarage ergänzen das Angebot, das für alle Bewohner*innen der Stadtteile nutzbar ist. Eine zweite Mobilitätsstation ist im Bereich Hiltroper Landwehr zwischen sozialer Mitte und neuem Wohnquartier vorgesehen, eine weitere ist auf dem Gerther Marktplatz angedacht. Der sogenannte „Schwarze Weg“ wird aufgewertet und ausgebaut. Als „Gerther Promenade“ bildet die neue Rad- und Fußwegeverbindung zukünftig das alternativ-mobile Rückgrat des „Gerther GartenQuartiers“ und verbindet das neue Wohnquartier mit der sozialen Mitte, der Bildungsmitte, den Mobilitätsstationen und dem Grün- und Landschaftsraum. Neue Wegeverbindungen vernetzen auch die bestehenden Siedlungsräume mit der „Gerther Promenade“, stärken die Nahmobilität durch kurze Wege und ermöglichen so einen Wechsel hin zu nachhaltiger Mobilität.

Präsentation (Quelle: farwick + grote)

RMPSL.LA

Kooperative Bauentwicklung „Gerthe-West“

Charakterstarke vielfältige Entwicklung
Das Konzept basiert auf der nachhaltigen Entwicklungstheorie und bildet einen wirtschaftlich sinnvollen Stadtteil mit Wohn-, Erholungs- und ökologischen Qualitäten. Das Projekt respektiert das Erbe der Vergangenheit  (Geschichte), antwortet auf gegenwertigen Bedarf (Entwicklung) und sichert die Zukunft für nächste Generationen (Natur).

Ein neuer Grünkorridor
Als neue verbindende Struktur bietet sich die Entwicklung des Planungsgebiet als grüner Korridor an – dieser integriert Bestandsstrukturen (Bestandsgehölze, Denkmalort Arbeitslager, Kitschbude) zu einem attraktiven und vielfältigen Verbindungsraum zwischen den neuen und alten Quartieren. Zudem trägt es zum Biotopverbund (Verbindung Hiltroper Volkspark – Gysenberg, Ostbach, Langeloh) bei und gewährleistet einen zukunftsorientierten Umgang mit den Themen Klima und Wassermanagement. Vom Ortseingang mit ÖPNV Anbindung entsteht so ein Parkraum von dem Anwohner und Neubewohner gleichermaßen profitieren.

Starke Quartiere
Die Neuentwicklung setzt auf die Analyse der lokalen Gegebenheiten und Umgebung. Als Ergebnis entstehen angepasste aber individuell geprägte moderne Quartiere mit starken Identitäten. Die Quartiere charakterisieren sich nicht nur durch eine große Vielfalt an Gebäudetypologien, sondern auch durch eine breite angesprochene Zielgruppe und somit einer durchmischten Bevölkerungsstruktur. Unter anderem entstehen hier Tinyhouses, familienfreundliche Doppel- und Reihenhäuser, Wohnhäuser als Bestandteile charakterstarker Höfe und Geschosswohnungsbau mit lebendigen Erdgeschosszonen als urbane Akzentuierung.

Verkehr
Dank der Nutzung des Potenzials des bestehenden ÖPNV-Netzes und der Entwicklung verkehrsberuhigter Quartiere werden die umliegenden Straßen nicht weiter belastet. Die Entwicklung der Intercity-Veloroute bzw. Fahrradumgehungsroute bedingt weiterhin Sicherheit, Annehmlichkeit und Zeitersparnis für die Fahrradpendler. Des Weiteren erhält Haltestelle Heinrichstraße als wichtiger Umsteigepunkt ein Mobility-Hub mit Taxisstände und E-Ladesäule sowie Fahrradabstellplätzen. Der nördliche Teil wird durch die neue Bushaltestelle Sodinger Str./Am Hillerberg entlastet. Neue Anbindungen in den Planungsraum stärken die Anbindung an das Ortsteilzentrum und fördern so ein Fußläufiges Einkaufserlebnis.

Gesellschaft
Die Gesellschaft profitiert durch diverse Einwohnerstruktur geprägt von Menschen verschiedenen ökonomischen Schichten und Alters: Kinder, SchülerInnen und Studierende, Arbeitende, Senioren, so dass sich ein nachhaltiges soziales Netz bilden kann. Die charakterstarken Quartiere verbessern ein lokales Zugehörigkeitsgefühl. Die Coworking- und Gemeinschaftsräume bieten eine Möglichkeit an, ein soziales Synergieeffekt zu schaffen. Ein neuer Impuls ist auch durch den Neubau des Pflegeausbildungszentrums zu erhoffen.

Präsentation (Quelle: RMPSL.LA)


Hinweis zur Bürgerbeteiligung in Coronazeiten:

Durch die Covid-19-Pandemie wurde der Start des Rahmenplanverfahrens von März auf Oktober 2020 verschoben. Alle Beteiligungsbausteine werden laufend an die Pandemiebedingungen angepasst, deshalb kann es je nach Pandemielage und geltenden Schutzmaßnahmen immer wieder zu notwendigen Anpassungen kommen.

Weiterhin sollen so viele interessierte Bürger*innen wie möglich die Chance erhalten, sich zu informieren und einzubringen. Die genauen Veranstaltungstermine werden frühzeitig bekannt gegeben.

Die Beteiligungsbausteine:

Der Planungsprozess wird begleitet von verschiedenen Veranstaltungen, die allen interessierten Personen offenstehen.

Quatiersspaziergang

Im August 2019 fand mit dem Quartiersspaziergang eine erste Öffentlichkeitsveranstaltung in einer sehr frühen Projektphase statt. Zu diesem Zeitpunkt waren weder das Moderationsbüro, noch die Planungsbüros beauftragt. NRW.URBAN organisierte zusammen mit der Stadt Bochum diese Begehung, um sich als Treuhänder der Stadt der interessierten Öffentlichkeit vorzustellen, mit den Beteiligten ins Gespräch zu kommen, über das geplante Verfahren zu informieren und die Anregungen und Kritikpunkte aus der Bürgerschaft aufzunehmen. Mehrere hundert Teilnehmer folgten der Einladung, ausgehend von dem Gerther Marktplatz gemeinsam das Plangebiet zu erkunden. In den vielen Gesprächen konnten eine Reihe von Ideen, aber auch Vorbehalten, Sorgen und Kritikpunkten aufgenommen werden. Da aufgrund der hohen Teilnehmerzahl nicht alles persönlich aufgenommen werden konnte, bestand im Nachgang der Veranstaltung die Möglichkeit, die Anregungen auch schriftlich der Stadt Bochum und NRW.URBAN zuzusenden. Die erhaltenen Anmerkungen wurden in einer Dokumentation zusammengefasst und veröffentlicht. Sie dienen allen Planungsbeteiligten als „Einstiegslektüre“ in das Projekt und sollen im weiteren Prozess berücksichtigt werden.

Fahrplan Verfahrensablauf

Die Auftaktveranstaltung soll den offiziellen Startschuss für den Prozess der dialogorientierten Rahmenplanung darstellen. Sie ist als öffentliche Abendveranstaltung konzipiert, bei der sich alle Planungsbeteiligten, darunter auch die beauftragten Planungsteams und Fachgutachter, der interessierten Öffentlichkeit vorstellen und über den Verfahrensablauf informieren. Tagsüber wird sich in einem nichtöffentlichen Veranstaltungsteil das Begleit- und Empfehlungsgremium konstituieren und der Kick-Off mit den Planungsteams stattfinden. Im Anschluss an diesen Auftakt besteht in Präsenz- und Online-Beteiligungsformaten für die Bürgerschaft die Möglichkeit, zu grundsätzlichen Fragestellungen und Positionen zu dem Projekt Stellung zu beziehen.
Die Aufzeichnung der Auftaktveranstaltung können Sie hier einsehen.

Die ursprünglich für den 14. November 2020 vorbereitete erste Planungswerkstatt musste aufgrund der kurzfristig verschärften Coronaschutzmaßnahmen leider abgesagt werden. Nach Absage der ersten Planungswerkstatt hat das Moderationsbüro plan-lokal im Austausch mit der Stadt Bochum und NRW.URBAN kurzfristig ein Alternativkonzept erstellt, das um Anregungen des Begleit- und Empfehlungsgremium und der Bürgerinitiativen ergänzt wurde. Die Planungsteams stellen ihre Einschätzungen und Leitgedanken nunmehr in Form einer Präsentation vor, sowohl auf der städtischen Projektinternetseite als auch im Rahmen einer Ausstellung im Amtshaus Gerthe. Ebenfalls sowohl im Internet als auch im Rahmen der Ausstellung besteht die Möglichkeit zur Kommentierung der Beiträge (per E-Mail oder Kommentarkarten). Sich aus den planerischen Überlegungen ergebende besonders relevante Fragen an die Gutachter können auf gleichem Wege weitergeleitet und im Rahmen der Dokumentation beantwortet werden. Im Nachgang an diesen Beteiligungsbaustein überführen die Planungsteams die Ideen und Entwicklungsansätze in städtebauliche Zwischenentwürfe.  

Infoschreiben zur Anpassung aufgrund des Ausfalls der ersten Planwerkstatt

Innerhalb der 2. Planungswerkstatt stellen die Planungsteams ihre Zwischenentwürfe der Öffentlichkeit vor. Die Bürgerinnen und Bürger sollen auch hier die Möglichkeit des direkten Feedbacks erhalten. In einem Zwischenkolloquium werden die Planungsteams ihre Zwischenentwürfe mit den Mitgliedern des Empfehlungsgremiums diskutieren. Anschließend werden die Entwürfe auf Grundlage der an diesem Tag kommunizierten Überarbeitungsempfehlungen in der Bearbeitungsphase II final bearbeitet.

Den Abschluss der zweiten Bearbeitungsphase bildet die öffentliche Abschlusspräsentation. Die Planungsteams stellen ihre ausgearbeiteten Entwürfe vor. Die Bürgerinnen und Bürger sollen auch hier die Möglichkeit haben, Hinweise und Anregungen zu den Entwürfen abzugeben. Unter Berücksichtigung des Feedbacks der Öffentlichkeit wird das Empfehlungsgremium die Entwürfe diskutieren und fachlich bewerten. Ziel ist es dabei, eine fachlich abgewogene Empfehlung zur weiteren Bearbeitung und bauleitplanerischen Umsetzung auszusprechen.

Hieran knüpft die politische Abwägung und Beschlussfassung zur Rahmenplanung in den politischen Gremien an.

Ergänzend zu der Beteiligung vor Ort werden Onlineformate zur Beteiligung angeboten. Gerade in Zeiten mit strengen Coronaschutzmaßnahmen sind Onlineformate eine geeignete Ergänzung bzw. Alternative zu Präsenzveranstaltungen.

PLAN-PORTAL

Zu Beginn des Jahres 2020 führte das Moderationsbüro plan-lokal elf sogenannter Schlüsselpersonengespräche durch. Die Gespräche wurden unter anderem mit den aktiven Bürgerinitiativen, lokalen Vereinen und Akteuren sowie größeren Eigentümern geführt. Sie sollten dazu dienen, von Beginn an einen transparenten und vertrauensbasierten Austausch zu gestalten, der die unterschiedlichen Positionen und Perspektiven berücksichtigt. In den Gesprächen nahm das Büro plan-lokal die unterschiedlichen Positionen und Interessen sowie die Erwartungen an den Beteiligungsprozess auf und wird diese Eindrücke bei der Konzeption der weiteren Beteiligungsformate berücksichtigen.

Die Berücksichtigung der bürgerschaftlichen Interessen wird des Weiteren über die Zusammensetzung des Begleit- und Empfehlungsgremiums gewährleistet.
Das Gremium besteht aus Fachwelt und Bürgerschaft und begleitet die Planungen zum Bauprojekt „Gerthe-West“. Vertreterinnen und Vertreter so unterschiedlicher Bereiche wie Architektur, Stadt- und Verkehrsplanung oder Wohnungsbau bis hin zur Archäologie treffen hier auf Anwohnerinnen und Anwohner sowie eine Bürgerinitiativen-Vertreterin.
Über ein Losverfahren wurden vier engagierte Bewohnerinnen und Bewohner des Bochumer Nordens zufällig ermittelt.
Mit einem Einführungs-Workshop in der Ko-Fabrik am Montag, 27. Juli, wurden die Vertreterinnen und Vertreter aus der Bürgerschaft auf ihre anstehenden Aufgaben in dem Gremium vorbereitet.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Bild mit den Mitgliedern des Begleitgremiums
Im Vordergrund die vier Vertreterinnen und der Vertreter der Bürgerschaft (v.l.): Ilka Leißnig, Ulrike Hohendorff, Michaela Hukriede, Daniel Gränitz und Mara Walenzus.