Grafik: Bochumer Panorama mit Stadtwappen.

5. Integrationskonferenz am 2. Dezember 2011

Menschen auch im Alter kultursensibel begegnen

Fünfte Integrationskonferenz mit dem Titel "Alter und Würde – Menschen kultursensibel begegnen" am 02.12.2011 im Stadtarchiv in Bochum. Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz spricht zu den Gästen.
"Alter und Würde" - unter diesen beiden Schlagworten stand die diesjährige Integrationskonferenz der Stadt Bochum. Im Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte diskutierten am Freitag (2. Dezember 2011) Akteure aus Migrationsarbeit, Altenhilfe und Wissenschaft, wie Menschen mit Zuwanderungsgeschichte im Alter kultursensibel begegnet werden kann und muss.

Rund 55.000 Menschen in Bochum haben einen Migrationshintergrund. Etwa 7.800 von ihnen sind über 60 Jahre alt. Doch es werden mehr werden, deutlich mehr und sprunghaft mehr. "Vor allem die zweite Generation, die als Kinder mit ihren Eltern in den 60er Jahren nach Deutschland gekommen oder hier geboren ist, ist zahlenmäßig deutlich stärker als die erste", schilderte Bochums Integrationsbeauftragte Nurhan Dogruer-Rütten. "Viele werden als Seniorinnen und Senioren nicht in ihr Heimatland zurückkehren, sondern in Deutschland bei ihren Kindern und Kindeskindern bleiben wollen". Wohn- und Arbeitsverhältnisse würden es diesen aber nicht möglich machen, Eltern oder Großeltern daheim zu pflegen. Daher müssten sich Einrichtungen der Altenhilfe - ob Pflegeheime oder ambulante Pflegedienste - entsprechend qualifizieren.

Fünfte Integrationskonferenz mit dem Titel "Alter und Würde – Menschen kultursensibel begegnen" am 02.12.2011 im Stadtarchiv in Bochum. Besucher informieren sich an zahlreichen Ständen verschiedener sozialer Einrichtungen.
Die Stadt Bochum, aber auch andere Anbieter von Pflegeplätzen und -diensten bilden ihr Personal bereits kultursensibel aus, um Rücksicht auf ethnische und religiöse Bedürfnisse von zum Beispiel Heimbewohnerinnen und -bewohnern nehmen zu können. "Dies ist die Voraussetzung, um Menschen mit Zuwanderungsgeschichte auch im Alter mit Würde und Achtung begegnen zu können", unterstrich Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz in ihrer Rede vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der fünften Integrationskonferenz.

Um interkulturelle Kompetenz entwickeln zu können, müssen alle gesellschaftlichen Ebenen zusammenarbeiten. Dies verdeutlichte Ionna Zacharaki von der Evangelischen Fachhochschule Bochum in ihrem Gastvortrag. Sie verwies auch auf die Mitwirkung der Migrantinnen und Migranten, die in einem selbstreflexiven Prozess für sich klären müssten, was sie im Alter erwarten.

Bochum will die Ideen und Impulse der Integrationskonferenz nutzen, um mit den Betroffenen gemeinsam Angebote zu entwickeln. "Dazu müssen wir zum Beispiel unsere Begegnungsstätten für Seniorinnen und Senioren interkulturell ausrichten", waren sich die Bochumer Integrationsbeauftragte Nurhan Dogruer-Rütten und Eilert Winterboer, Leiter des städtischen Fachdienstes für Altenhilfe, in ihrem gemeinsamen Fachvortrag einig.


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