

Markgenossen waren die in Bauernschaft Weitmar erbeingessenen Bauern, später auch einige Hofbesitzer aus Bochum. Ihre erblichen Anteilsrechte (Holz- und Weidennutzung) waren nach der Wirtschaftsgröße der Höfe festgelegt. Durch regellose Holzungen und Viehhütungen war die Weitmarer Mark um 1650 ziemlich heruntergewirtschaftet. Im Zuge der bergbaulichen Entwicklung wurde auch die "Mark" gemäß königlichem Erlass vom 12. Juni 1756 in den handlungsfreieren Privatbesitz überführt. Nach dem erst 1829 abgeschlossenen Teilungsprozess erhielten 21 Markgenossen anteilige Holz- und Landzuweisungen. Das aufstehende Holz ist danach fast restlos abgehauen worden, auf den freigelegten Waldflächen entstanden Bergmannshäuser, seit 1871 Bergmannssiedlungen der Zeche Prinz-Regent. Noch während des Markenteilungsverfahrens (1817 bis 1829) wurde als Landstraße zur Brenscheder Heide die heutige Markstraße gebaut.


Zusammen mit dem Weitmarer Holz gehörte es zur Abtei Werden und wurde als Lehnsbesitz an Adelsfamilien vergeben. Die Familien wohnten zunächst nicht selbst auf dem Hof, sondern ließen ihn von einem Bauern, dem Schulten von Weitmar, bewirtschaften.
Aus diesem Schultenhof entstand in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts der erste Rittersitz Haus Weitmar. Im Mai des Jahres 1464 erhielt der Amtmann des märkischen Amtes Bochum, Wennemar von der Brüggeney genannt Hasenkamp, die Erlaubnis, auf dem Schultenhof in Weitmar ein neues Wohnhaus zu errichten. Das eigentliche Familienstammhaus auf der Flur Hasenkamp in Stiepel war baufällig.
Als die Arbeiten an dem neuen Wohnhaus im Jahre 1464 begannen, war der Hof noch
im Lehnsbesitz der Familie von Galen. Diese verzichtete jedoch auf ihre Rechte
und so belehnte der Abt zu Werden 1481 Wennemar von Hasenkamp mit dem Schultenhof
zu Weitmar und gleichzeitig mit dem Holzrichteramt der Weitmarer Mark und dem
Hof Bisping, der ebenfalls zur Abtei Werden gehörte. Aus diesem Lehnsbesitz und dem
Eigenbesitz derer von Hasenkamp entstand das Rittergut Weitmar, weithin schon
damals unter dem Namen Haus Weitmar bekannt.

Nach 300jährigem Besitz starb 1765 mit dem Tod des unverheirateten Johann von
Hasenkamp das Geschlecht der Hasenkamps in Haus Weitmar aus. Zunächst übernahm
das Kloster Werden die Betreuung des Schlosses und der Güter. Nach zehn Jahren
erwarb es dann ein Herr von Vaerst, der sich auch von der immer noch bestehenden
Lehnsherrschaft der Abtei Werden freikaufte. Die Familie Vaerst lebte jedoch
auch nur sechs Jahre auf Haus Weitmar und verkaufte den Besitz im Jahre 1780 an
Friedrich von Berswordt-Wallrabe, den Stifter der Familienlinie Weitmar. Nachdem
Friedrich von Berswordt-Wallrabe im Jahre 1848 die Erbtochter Phillipine von Syberg
heiratete, kam auch das Haus Kemnade in seinen Besitz, das die Stadt Bochum 1921
kaufte. Haus Weitmar ist im Eigentum der noch heute dort ansässigen Familie von
Berswordt-Wallrabe geblieben.

Der bauliche Verfall der Kirche führte dazu, dass die evangelische Kirchengemeinde
in den Jahren 1866 bis 1868 an anderer Stelle die heutige Matthäuskirche
baute und den Kirchenbesitz mit der Kirchenruine im Jahre 1890 an Ludwig von
Berswordt verkaufte. Die Familie Hasenkamp, die nach der Reformation katholisch
geblieben war, errichtete für den katholischen Bevölkerungsteil auf dem Hofgelände
des Hauses Weitmar im Jahre 1748 eine weitere Kapelle. Diese wurde nach dem Bau
der Franziskuskirche in ein Wohn- und Wirtschaftsgebäude einbezogen.

Bei einem Fliegerangriff am 13. Mai 1943 wurde auch Haus Weitmar getroffen. Bis auf die Umfassungsmauern wurden das alte Schloss und die Kapelle - und damit auch unersetzliche kulturelle und materielle Werte - zerstört.
Erhalten geblieben sind im Schlosspark mehrere, zum Teil jahrhundertealte Bäume. Diese Naturdenkmale mit bizarren Baumkronen und -stämmen laden zu einem beschaulichen Spaziergang durch den Park. Von der alten Schlossruine aus kann dieser Spaziergang, einem ausgeschilderten Wanderweg folgend, fortgesetzt werden. Über einen Feldweg führt der Weg entlang einer alten Kohlebahntrasse zum Bahnhof Dahlhausen oder zur ehemaligen Dahlhauser Flussbadeanstalt direkt ins schöne Ruhrtal.
Seit den 1990er Jahren befindet sich im Schlosspark-Weitmar das museale Ensemble Situation Kunst (für Max Imdahl), ein Teil der Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum. 2010 wurde im Rahmen von RUHR.2010 in der alten Schlossruine von Haus Weitmar ein weiteres Gebäude für Wechselausstellungen, der sogenannte Kubus, eröffnet.