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Dahlhauser Heide
Außenaufnahme an der Dahlhauser Heide, Fachwerkäuser Lage im StadtplanDie Siedlung Dahlhauser Heide ist ein herausragendes Beispiel einer von Robert Schmohl in den Jahren 1906 bis 1915 als Gartenstadt konzipierten Arbeitersiedlung. Sie galt als eine der Mustersiedlungen der Firma Krupp für die Arbeiter der nahegelegenen Zeche Hannover, die Krupp im Jahre 1872 erwarb. Die auf dem Gelände des ehemaligen Rittergutes Dahlhausen errichtete Kolonie erweckt den Eindruck eines Dorfes aus dem vorindustriellen Zeitalter.
Die Wegführung passt sich in weitgeschwungenen Bögen dem welligen Gelände hervorragend an und erzeugt abwechslungsreiche Straßenbilder.
Die Architektur der Häuser kombiniert englische Vorbilder und Elemente des altwestfälischen Bauernhauses.
Außenaufnahme einer Straße in der Dahlhauser HeideZu jedem Haus gehörten Stall und Garten. Da die Löhne der Bergarbeiter den Lebensunterhalt der Familien bis ins 20. Jahrhundert nicht immer sicherten, spielten Garten und Stall eine Rolle für die Eigenversorgung der Bergmannsfamilien.
Die "Bergmannskuh" (Ziege) lieferte Milch und Fleisch, der im Garten angebaute Kohl (Kappes) sorgte für die Vitaminversorgung. Da Kohl in fast allen Gärten der Dahlhauser Heide zu finden war, wird die Siedlung bis heute liebevoll auch als "Kapp(e)skolonie" bezeichnet.
Die teilweise recht eigentümlich klingenden Straßennamen Sechs-Brüder-Straße oder Sechs-Schwestern-Straße erinnern an die gleichnamigen Kohlefelder, die hier einst unter der Erde lagen.
Gut Haus Dahlhausen
Lage im StadtplanDas vom ehemaligen Gut Dahlhausen übrig gebliebene Herrenhaus an der Berthastraße wurde 1792 vollendet. Es trat an die Stelle einer alten Burganlage, deren Geschichte bis ins Mittelalter reicht. Im Jahre 1809 ging das Gut - es handelte sich um eine Wasserburg, die als Fachwerkkonstruktion in klassizistischem Stil erbaut wurde - in den Besitz der Familie Schragmüller über.
Außenaufnahme des ehemaligen Gutes Haus DahlhausenNach dem Einzug des Bergbaus in Hordel zeigten sich im Laufe der Zeit schwere Bergschäden: Die Gräfte trocknete aus. Jahrelang prozessierten die Eigentümer des Gutes Dahlhausen, bis der Sohn Karl Konrad Schragmüller, dem der Besitz übertragen worden war, das rund 125 Hektar große Gut im Jahre 1890 für 580.000 Mark an die Firma Krupp in Essen verkaufte, der die Zeche Hannover gehörte.
Zeche Hannover - Malakowturm
Lage im Stadtplan
Außenaufnahme des Malakowturms mit angrenzender MaschinenhalleVon der ehemaligen Zeche Hannover wurden nach ihrer Stilllegung 1973 für das Westfälische Industriemuseum der Malakowturm über dem Schacht I und die angrenzende Maschinenhalle vor dem Abriss gerettet und gesichert. Der zweite ursprüngliche Malakowturm über Schacht II war bereits 1938 durch einen doppelt so großen modernen Schachtturm ersetzt worden. Das Grubenlüftergebäude von 1929 mit zwei mächtigen Ventilatoren vervollständigt den denkmalgeschützten Gebäudebestand der ehemaligen Zeche.
Aufnahme einer Zweizylindrigen Compound-Dampfmaschine aus dem Jahr 1893Die alte Maschinenhalle konnte in ihrer wesentlichen Bausubstanz 1982 wieder freigelegt werden. Sie beherbergt die älteste an ihrem originalen Standort erhaltene Fördermaschine des Ruhrbergbaus, eine zweizylindrige Compound-Dampfmaschine von 1893. Maschinenhalle und Malakowturm von Hannover I/II/V sind auf einem Bauplan von 1857 überliefert, der bis zur Bauausführung nur in wenigen Fassadendetails, etwa bei der Fensterverteilung, geändert wurde. Der erhaltene Schachtturm war Mitte 1858 fertig gestellt und zählt mit den Türmen der Zechen "Carolinenglück" in Bochum-Hamme und "Carl" in Essen-Altenessen zu den drei ältesten erhaltenen Malakowtürmen im Ruhrgebiet.
Seine Fassade trägt reichen Ziegelschmuck: Lisenen, Simse, Blendbögen, zwei Bogenfriese sowie einen Zinnenkranz als Bekränzung. Beim schlichter gestalteten Maschinenhaus wurden einige dieser Stilelemente übernommen. Die wuchtige neuromanische Anlage zeugt von unternehmerischem Selbstbewusstsein und Aufbruchstimmung der modernen Industriewelt. Die weitgehend erhalten gebliebenen und restaurierten Fördereinrichtungen im Inneren spiegeln den Ausbauzustand der Krupp-Zeche Hannover um 1900 wider.
Die Zeche Hannover ist von April bis Oktober mittwochs bis samstags von 14 bis 18 Uhr, sonntags und feiertags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen für Gruppen sind ganzjährig nach Anmeldung telefonisch unter: 0234/61 00-8 74 oder per E-Mail:
zeche-hannover@lwl.orgIn Bochum-Hordel blieb die für das Revier typische Einheit von Bergwerk, Vorortkern und Kolonie gut sichtbar erhalten. Vor dem ehemaligen Haupteingang der Zeche liegt im Westen Alt-Hordel mit Fachwerkhäusern aus vorindustrieller Zeit, einigen Gründerzeitgebäuden mit aufwendigen Stuckfassaden, zwei Kirchen, einem Gemeindehaus und einer Schule.
Wenige Meter vor dem Zechenplatz befindet sich die Kleinkolonie "Am Rübenkamp" mit drei Arbeiterhäusern aus den 1890er Jahren. Die gleich gestalteten zweistöckigen Häuser wurden in der Blütezeit der Zeche Hannover von privaten Bauherren errichtet und vorwiegend an Bergleute und ihre Familien vermietet. Nach 1900 gingen die Häuser in den Besitz der Friedrich Krupp AG, seit 1872 Besitzerin der Zeche Hannover, über. Die heute zum Westfälischen Industriemuseum gehörigen Häuser wurden Ende der 1990er Jahre unter Denkmalschutz gestellt und behutsam restauriert. Einzigartig sind die teilweise erhaltenen und nach originalen Farbbefunden restaurierten bunten Wandbemalungen und Schablonenmalereien der Wohnräume.
Zeche Knirps
Das Industriemuseum bietet eine besondere Attraktion für Kinder: die Zeche Knirps.
Im Schatten des Malakowturms der Zeche Hannover, Industriedenkmal und Standort des Westfälischen Industriemuseums, eröffnet die Zeche Knirps kleinen Besuchern die Möglichkeit, spielerisch und realistisch den Betriebsablauf in einem Bergwerk zu erleben. Gefördert wird Kies statt Kohle - mit einer Fördertechnik, die 1877 auf der Zeche Hannover vom Zechendirektor Friedrich Koepe entwickelt wurde und noch heute weltweit im Bergbau eingesetzt wird.
Außenaufnahme Zeche KnirpsDas Kinderbergwerk hat mit Malakowturm, Förderanlage, Schacht, Stollen und einer Lorenbahn alles zu bieten, was zu einer richtigen Zeche gehört. Jungen und Mädchen können dort beim Spielen die Arbeitsabläufe über und unter Tage begreifen. Zum museumspädagogischen Programm gehören eine kurze Einstimmung auf den Ort Zeche Hannover, die Erkundung des Industriedenkmals mit Förderschacht und Dampffördermaschine sowie eine Schicht auf dem Kinderbergwerk Zeche Knirps. Das Angebot richtet sich an Schulklassen und Kindergruppen im Alter von sechs bis zwölf Jahren. 10 bis 25 Kinder können das Kinderbergwerk betreiben.
Die Zeche Knirps ist von April bis Oktober samstags von 14 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Für Gruppen nach Anmeldung telefonisch unter: 0234/61 00-8 74 oder per E-Mail: zeche-hannover@lwl.org
Erzbahntrasse und Panoramaweg
Lage im StadtplanVon der Zeche Hannover lohnt ein kleiner Abstecher in die Günnigfelder Straße. Nach etwa 300 Metern Richtung Westen ist ein Teil der Erzbahntrasse erreicht. Ein beeindruckendes Brückenbauwerk, das auf zwei wuchtigen Mittelpfeilern etwa 100 Meter überspannt, mit ihrer Dammlage von zwölf Metern das Landschaftsbild dominiert und von der Dammkrone eine gute Aussicht auf den umliegenden Landschaftsraum bietet.
Erzbahntrasse und PanoramawegDie Trasse verband einst über neun Kilometer den ehemaligen Bochumer Verein mit dem Gelsenkirchener Hafen Grimberg am Rhein-Herne-Kanal. Der Regionalverband Ruhr, vormals Kommunalverband Ruhr (KVR), begann 2001, einen durchgehenden und kreuzungsfreien Panoramaweg zwischen der westlichen Innenstadt an der Jahrhunderthalle Bochum und dem Rhein-Herne-Kanal zu errichten. Dabei werden für den Rad- und Wanderweg die zahlreichen historischen Stahlbrücken genutzt. Der KVR eröffnete 2003 die für den industriegeschichtlichen Panoramaweg gebaute, 130 Meter lange und s-förmig geschwungene Brücke über die Gahlensche Straße. Die Brücke trägt seit 2004 den Namen "Erzbahnschwinge".
Die Erzbahntrasse schließt sich zwischen der Essener Zeche Zollverein und dem Gelsenkirchener Landschaftspark Mechtenberg an den 230 Kilometer langen Emscher Park Radweg an. Wanderer und Radler haben aus bis zu 15 Metern Höhe einen guten Ausblick in die Landschaft des Ruhrgebiets.
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