

Der Name „Kemnade", sprachlich abgewandelt aus Kemenate, hat seinen Ursprung in dem lateinischen „domus caminata", das ein steinernes Kaminhaus bezeichnete, welches Zimmer mit eigenen Feuerstellen besaß. Die Geschichte des Hauses reicht in das 12. Jahrhundert zurück.

Außenaufnahme der Wasserburg Haus Kemnade
Für lange Zeit stellte eine Fähre die einzige Verbindung
zwischen den Stiepeler Bürgern und ihrer Burg her. Erst 1928 ersetzte
die Kemnader Brücke diesen Weg. Mit der Fähre konnte man jedoch auch
weiterhin „übersetzen". Bis 1960 wurde der Fährbetrieb
aufrechterhalten; der Straßenname „An der Alten Fähre" erinnert heute
daran.

Zeichnung des ursprünglichen Gebäudes des Hauses Kemnade
In langer Bauzeit war aus heimischem Ruhrsandstein das heutige Haus Kemnade entstanden: ein Burghaus, das durch die geschlossene Bauweise und die schlichte Gestaltung der Fassaden auffiel. In den folgenden Jahren gehörte es zum Besitz verschiedener Lehnsträger, bis Kaiser Napoleon das Lehnswesen 1809 aufhob. Die Wasserburg kam somit in den persönlichen Besitz seiner Bewohner.
Im Jahre 1921 erwarb die Stadt Bochum Haus Kemnade von dem damaligen Eigentümer, dem königlichen Kammerherrn Baron Ludwig von Berswordt-Wallrabe. Als Zeugnis früherer Baukultur steht Haus Kemnade, ein Bauwerk der Renaissance, unter Denkmalschutz. Bedeutungsvoll sind der Rittersaal im ersten Obergeschoss mit seiner kunstvollen Stuckdecke und dem großen Renaissance-Wappenkamin. Auch die gotische Kapelle im Erdgeschoss sowie der Kamin im kleinen Saal mit Darstellungen der Schöpfungsgeschichte gehören zu den Sehenswürdigkeiten des Hauses.

Musikinstrumentensammlung Grumbt
Zu den Schätzen in der Burg Kemnade gehört auch die Sammlung Ehrich. Sie zeigt eine Zusammenstellung ostasiatischer Kulturgüter, die auch sehenswerte japanische Gürtelschnallen umfasst, insbesondere eine herausragende Kollektion von Netsuke, sowie verschiedene Darstellungen der sieben japanischen Glücksgötter.

Neben dem Sparen bildet die Entwicklung und Geschichte der Zahlungsmittel und des Geldes einen weiteren Schwerpunkt. Traditionelles Naturalgeld wie Muschelketten, Teeziegel, Salzblöcke und Kanonenrohre sind in der Schatzkammer ebenso zu bestaunen wie die Entwicklung des Münzwesens.
Mit den Münzen brauchten die Menschen Möglichkeiten, diese zu verstauen. Von zierlich bestickten Portemonnaies bis zu massiven mittelalterlichen Geldtruhen zeigt die Schatzkammer viele Möglichkeiten der Geldaufbewahrung.
Ein Sammelgebiet mit lokalhistorischem Bezug bilden die Not- und
Inflationsgeldscheine in Millionenwerten aus Bochum und Umgebung.
Kleine und große Unternehmen brachten 1923 eigene Geldscheine heraus.
So dokumentieren sie ein Stück Stadtgeschichte.

Innenaufnahme des Bauernhausmuseums
Östlich der Oberburg steht ein Vierständer-Fachwerkhaus, das um 1800 erbaut wurde und in dem die Stiepeler Meierei untergebracht war. Um es vor dem Verfall zu bewahren, wurde es Anfang der 70-Jahre an seinem alten Standort zerlegt und hinter Haus Kemnade wieder aufgebaut und eingerichtet. Das Bauernhausmuseum zeigt eine Sammlung ländlicher Kultur, zu der Möbel des 16. bis 18. Jahrhunderts aus Westfalen und dem Bergischen Land sowie bäuerliches Gerät gehören. Es ist vom 1. Mai bis zum 31. Oktober geöffnet.


Vom Freizeitbad lohnt ein Spaziergang zum nahe gelegenen Haus Herbede, einer ehemaligen Wasserburg, die bereits im Jahre 1200 urkundlich erwähnt wird. Im Biergarten oder in der Gastronomie des Hauses lohnt eine kurze Rast, um den Kemnader See weiter zu erforschen.
Auf den Ausflugsschiffen "MS Kemnade" und "MS Schwalbe" können Gäste die Ruhr und das Ruhrtal einmal anders erleben. Auf sonnigen Oberdecks geht die Fahrt über den Kemnader See oder auf der Ruhr über die Schleuse Herbede zwischen Witten-Bommern und dem Hafen Heveney.
Notfall an der Ruhr und am Kemnader See (RuSIS)

Gemutet 1786, wurde der Stollen ab 1830 aufgefahren. Er war 2.000 Meter lang. Zu Spitzenzeiten hatte die Zeche eine Belegschaft von 480 Mann. Die Bergleute förderten jährlich etwa 120.000 Tonnen Esskohle.
Das Stollenmundloch steht unter Denkmalschutz und wurde 1985 durch die
Untere Denkmalbehörde der Stadt Bochum restauriert. Neben dem
ehemaligen Zechengebäude ist ein Flözaufschluss sehenswert.
Nahe dem Ölbacheinlauf in den Kemnader See steht Luhns Mühle, die ihren Ursprung im Jahr 1826 hat. Am 8. März 1826 schloss Carl Luhne mit dem Erbpächter Johann Heinrich Hedtmann einen Erbpachtvertrag für einen Pachtzins von 40 Reichstalern „für immer und ewig", um auf einer kleinen Wiese am Ölbach das Hammerwerk "Luhnsche Hammer "zu errichten. Die Schmiede belieferte Kunden am Ort und in der Umgebung mit Eisen für Wagenbau, Hufbeschlag und Herstellung von landwirtschaftlichen Geräten.
Am 28. Juni 1832 kaufte Carl Luhne den Mühlenkotten einschließlich Öhlmühle für 1.140 Reichstaler, ließ das alte Fachwerkhaus abreißen und errichtete ein neues Mühlenhaus näher zum Ölbach hin. Als der Betrieb der Öhlmühle nicht mehr lohnte, wandelte Carl Luhne sie 1854 in eine Korn- und Mahlmühle um.

Aufnahme eines alten Korn- und Mahlensteins
Gustav Luhn starb 1901. Sein ältester Sohn Gustav Luhn jun. übernahm den Mühlen- und Sägekotten. Er errichtete zwischen Mühle und Sägeschuppen eine Werkstatt, in der er Spaten- und Schaufelstiele sowie Waschbretter herstellte.
Im Jahre 1926 kaufte der Ruhrverband die Wasserrechte, um den Ölbach zu verlegen und an seinem Unterlauf Klärteiche anzulegen. Damit wurde der Mühle das Betriebswasser entzogen. Sie wurde auf elektrischen Antrieb umgestellt. Luhns Mühle wurde in diesen Jahren ein beliebtes Ausflugsziel mit Gartenwirtschaft. Heute ist die ehemalige Mühle Teil des Freizeitzentrums Kemnade. Im früheren Wohngebäude sitzen Information und Verwaltung. Die ehemalige Sägewerkshalle dient als Bootslager und ist Teil eines Betriebshofs geworden. Im Westflügel des früheren Mühlengebäudes befindet sich ein Wassersportgeschäft.