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Inhaltsverzeichnis
Lage
Außenaufnahme der Wallfahrtskirche StiepelZu den ältesten Gründungen des Ruhrgebietes gehört die Kirchengemeinde Stiepel mit ihrem weithin bekannten und einzigen Marien-Wallfahrtsort des Bistums Essen. Auf der Strecke von Bochum-Weitmar Richtung Hattingen, bietet sich dem Auge am Ortseingang Stiepel zur Rechten die neue Klosteranlage der Zisterzienser dar. In ihrem Zentrum erhebt sich die Pfarr- und Wallfahrtskirche mit dem Gnadenbild der "Schmerzhaften Mutter von Stiepel". Die Kirche wird vom modern gestalteten Klosterbau, einem Pilgerzentrum, dem "Klosterhof", einem zur Wallfahrt eingerichteten Restaurant und von hochragenden Bäumen der Außenanlageeingerahmt.
Luftaufnahme des ZisterzienserklostersDominierend in Höhe und baulicher Priorität ist die Kirche, ein neugotischer Bau (fertiggestellt 1915) mit sternförmigem Grundriss, dem sich das Kloster in direktem Anschluss unterordnet. In den Jahren 1974/75 erfolgte eine grundlegende Renovierung des Gotteshauses. Die heutige Farbgebung des Innenraumes wurde 1985 von dem Hattinger Künstler Egon Stratmann in moderner Weise neugestaltet. Seit 1989 befindet sich im Chorraum das Chorgestühl der Mönche, die hier viermal täglich (6, 12,18 und 19.45 Uhr) das feierliche Chorgebet verrichten und dabei den lateinischenChoral pflegen.
Zur Geschichte des Wallfahrtsortes
Außenaufnahme des FreialtarsIm März des Jahres 1001 vergibt Kaiser Otto III. den Hof Stiepel an den Grafen Liudger und seine Gemahlin, Gräfin Imma von Stiepel. Diese erhielt 1008 durch Vermittlung des Kaisers Heinrich II. die Erlaubnis, eine Kirche zu Ehren der Jungfrau Maria zu errichten. Seitdem entwickelte sich Stiepel zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort, der 1294 durch ein Dekret des Papstes BonifazVIII. bestätigt wurde. In der Reformationszeit geht die Kirche für die Katholiken verloren. Als Sitz des Gnadenbildes der "Schmerzhaften Mutter von Stiepel" dient heute die Wallfahrtskirche St. Marien, in die das alte Stiepeler Gnadenbild nach einer langen Odyssee zu Fronleichnam 1920 feierlich übertragen wurde. Seitdem erfreut sich der Ort wieder eines regen Wallfahrtsbetriebes.
Außenaufnahme des KlosterplatzesAuf langjähriges Betreiben des ersten Bischofs von Essen, Kardinal Franz Hengsbach (gestorben 24. Juni 1991), entstand dort eine Niederlassung des Zisterzienserordens der österreichischen Kongregation, nach 661 Jahren die erste Neugründung des Stiftes Heiligenkreuz bei Wien. Die seit 1988 in Stiepel lebenden Mönche betreuen die Wallfahrt zur "Schmerzhaften Mutter", die Pfarrgemeinde St. Marien, den Gästebetrieb des Klosters sowie die geistliche Begleitung derer, die in Stiepel Einkehr und religiöse Anregung suchen. Das neue Kloster wurde am 11. Oktober 1990 durch Abtpräses Gerhard Hradil O Cist/Heiligenkreuz feierlich eingeweiht.
Dort findet auch seit bereits 45 Jahren monatlich eine
Konzertreihe "Marienlob in Lied und Musik" statt.
Gnadenbild
IAufnahme des Altars in der Wallfahrtskirche mit Blick auf die bunten KirchenfesterDie gegen Mitte des 15. Jahrhunderts entstandene Holzskulptur hat eine Höhevon 67 cm und zeigt die Gottesmutter sitzend in frontaler Haltung. Sie trägt einen Ordenshabit der damaligen Zeit mit Hals und Kinn verdeckendem Tuch und einem über die Schulter fallenden Schleier. Den Kopf mit leichter Neigung nach links gewendet, schaut sie, ohne ihren ruhig verhaltenen Blick zu fixieren, über den Oberkörper Jesu hinweg. Sie stützt ihren toten Sohn, der quer über ihren Knien liegt, mit ihrer rechten Hand im Nacken. Ihre Linke berührt wie in zarter Behutsamkeit seine linke Hand, welche mit der rechten gekreuzt auf seinem Lendentuch ruht.
Es handelt sich um eine spätgotische Arbeit, die sich als typisch für die nördlich der Alpen liegende Region ausweist. Ursprünglich befand sich das Gnadenbild von Stiepel in der alten Dorfkirche, die im Zentrum des alten Ortskerns gelegen, eine der baugeschichtlich interessantesten Kirchen des Ruhrgebiets darstellt. Nachdem im 17. Jahrhundert die Gemeinde Stiepel
Aufnahme des Gnadenbildes der "Schmerzhaften Mutter"zum protestantischen Glaubenübergetreten war, trat die "Schmerzhafte Mutter" im Jahre 1825, durch eine Schenkung eingeleitet, eine fast 100 Jahre dauernde Reise an, die sich über verschiedene Stationen im Ruhrgebiet bis ins Sauerland erstreckte. Seit 1920 befindetsich das Gnadenbild wieder in Stiepel und erhielt bei der großen Renovierung der Wallfahrtskirche im Jahre 1974 seinen heutigen Platz auf einer etwa 2,5 Meter hohen Mariensäule in der linken Seitenkapelle der Kirche.
Die "Schmerzhafte Mutter" ist das ganze Jahr über Ziel vieler Besuche und Wallfahrten in Stiepel, die ihren Höhepunkt in der sogenannten Monatswallfahrt am 11. jedenMonats finden.
Die Anlage des Klosters
Außenaufnahme einer Steinsäule mit Blick auf die farbenfrohe MalereiDie Stiepeler Klosteranlage wurde von 1988 bis 1990 in Zusammenarbeit des Bistums Essen mit dem Orden der Zisterzienser erstellt. Die architektonische Konzeption des Bochumer Architektenteams Reiser & Partner entspricht, in seinem Baustil den modernen Erfordernissen angeglichen, weitgehend dem alten Klosterplan des Ordens,der im Hochmittelalter entworfen wurde.
Dieser Tradition gemäß entfaltet sich das Kloster um Kirche und Kreuzgang und bietet insgesamt 16 Mönchen Platz. Um das eigentliche Klostergebäude gruppieren sich im selben Stil errichtete Bauten: die Pilgerhalle zur Aufnahme und Betreuung von Pilgergruppen verschiedener Größe und das Pfarrheim der örtlichen Kirchengemeinde. Unterhalb des Klosters zur Straße nach Hattingen hin, liegt das Gelände des künftigen Klostergartens und der "Kreuzberg", ein Waldstück mit integriertem, begehbaren Kreuzweg.
Außenaufnahme Steinsäule mit Blick auf die farbenfrohe MalereiEbenfalls sehenswert und gut geeignet zu Meditation und Gebet, ist der "Glaubensweg Mariens", eine Besonderheit von Stiepel. In 14 Stationen zeigt er Situationen aus dem Leben der Gottesmutter auf, in denen sie sich dem Beter als "Schwester im Glauben" erweist. Die farbenfrohen Malereien des Hattinger Künstlers Egon Stratmann, der auch einige Fenster der Kirche gestaltete, stammen aus den Jahren1978/79 und wurden nach Art eines Kreuzweges auf einem eigens dafür angelegten Gelände östlich der Kirche aufgestellt. Insgesamt will der Wallfahrtsort Bochum-Stiepel seinen Besuchern Möglichkeiten zur ruhigen Einkehr und geistlichen Besinnung, aber auch zu einem gemütlichen Spaziergang bieten.
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