Der Bismarckturm in Bochum
Inhaltsverzeichnis
Katrin Grundmann
1. Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit „Der Bismarckturm in Bochum" beschäftigt sich mit dem Bismarckturm im Bochumer Stadtgarten, der dem Ex-Reichskanzler 1910 als Ehrenmal gesetzt wurde. Die Entstehungszeit des Turmes fällt somit in die Zeit des Deutschen Kaiserreiches. Als Produkt eines regelrechten Denkmalbooms, der die Bismarckverehrung implizierte, thront der Riese auf einem Hügel und dient in den heutigen Tagen als Aussichtsturm.
Dass es sich bei dem Turm um ein Bismarckdenkmal handelt, sei vorweggenommen, doch wie genau ist der Begriff des Denkmals definiert? Im eigentlichen Sinne sind Denkmäler Steine (oder nach Vorliebe auch andere Materialien) oder im Allgemeinen gebaute Körper, die errichtet werden, um die Momente der gemeinsamen Geschichte symbolisch zu vergegenwärtigen. Dies involviert, dass Denkmäler sich im öffentlichen Raum befinden und einen gewissen Bezug zu den Memorierenden haben. Denkmal heißt frei übersetzt soviel wie: dem Gedenken dienen, dem Andenken, der Erinnerung. Also ist der soziale Sinn eines Denkmals eine öffentliche und dauerhafte Vergegenwärtigung. Dabei kann das Denkmal als Mahnmal oder auch als Ehrenmal herangezogen werden.
Das 19. Jahrhundert ist schließlich gekennzeichnet von einer Denkmalflut, dessen Grund darin liegt, dass sich immer breitere Schichten das Medium zu Eigen machten. Dies schließt neben einer Vielfalt von Auftraggebern auch ein Anwachsen der formellen Lösungen sowie neue Aufstellungssorte mit ein. An die Seite von traditionellen Personendenkmälern rückte so auch die Architektur, die als Monument für die Ewigkeit gedacht war. Die Architekten machten sich dabei die monumentale Wirkung zu Nutze, um inhaltliche Aussagen zu transportieren. In dieser Tradition steht sicherlich auch der Bochumer Bismarckturm, dessen Form als Symbol für Bismarck galt. Diese Darstellung erlangte einen Bedeutungszuwachs, da Bismarck und somit auch das für ihn geschaffene Denkmal gleichzeitig als Inbegriff der nationalen Einheit zu verstehen ist. Hier liegt auch die eigentliche Absicht des Bismarckdenkmals. Die Präsenz des Turmes soll dem Betrachter die Gründung des Deutschen Reiches unter Bismarcks Schirmherrschaft verdeutlichen und ein Nationalgefühl hervorrufen.
In der Auseinandersetzung mit dem Denkmal kann man daher nicht zwischen politischer und ästhetischer Betrachtung differenzieren. Diese Verschmelzung stellt sich für den Betrachter sicherlich als schwierig heraus. So wird die Aussage selten bis gar nicht hinterfragt und der Zugang bietet sich daher lediglich dem eingeweihten historisch oder kunsthistorisch geschultem Betrachter. Dabei sollte gerade durch den rapiden und schnellen Wachstum unserer Zeit mit seinen sozialen und ökonomischen Umwälzungen, der Wunsch nach Beständigem und Verlässlichem wachsen. Die folgende Hausarbeit macht es sich zur Aufgabe die Bismarcktürme insbesondere den Bochumer Bismarckturm, als Denkmaltyp politisch und somit in seinem historischen Kontext zu untersuchen und ferner auch auf den ästhetischen Gesichtspunkt zu sprechen kommen.
(1) 1.1 Vorgehensweise der Hausarbeit
Der Bau des 1910 eingeweihten Bismarckturmes in Bochum unterlag einer Tradition, die im Jahre 1898 von der deutschen Studentenschaft ins Leben gerufen wurde. Dem Ex-Reichskanzler sollten Ehrenmale in Form einer Säule errichtet werden. Das 2. Kapitel dieser Hausarbeit beschäftigt sich daher eingehend mit dem Bismarckmythos. Obwohl Bismarck in seiner Regierungszeit (1867 bis 1889) in Deutschland umstritten war, wurde er nach seiner Abdankung als Gründervater des Deutschen Reiches von der Nation verehrt und zum Helden stilisiert. Der einsetzende Kult um seine Person nahm besonders nach Bismarcks Tod am 30. Juli 1898 unbeschreibliche Ausmaße an. Der einsetzende Denkmalboom war dafür verantwortlich, dass mehr als 500 Erinnerungsstätten errichtet und ihm mehr als 450 Ehrenbürgschaften verliehen wurden. Auch die Stadt Bochum reihte sich in diese Tradition ein und verlieh dem Ex-Reichkanzler 1885 die Ehrenbürgerschaft.
Im 3. Kapitel werden folglich die Bismarcktürme und somit auch die Feuersäulen behandelt. Neben dem Herausstellen von der Tradition der Türme werden auch Bedeutungszuwächse thematisiert, die anhand zahlreicher Riten wie z.B. das Entzünden der Feuerschale zu Stande kamen. Ferner sei in diesem Kapitel auf die Form als Ausdrucksmittel zu sprechen zu kommen. Kunsthistorisch beleuchtet bildete die Umwandlung von der figürlichen porträthaften Abbildung in eine tektonische Symbolgestalt einen interessanten Gesichtspunkt in der Entwicklung des Individualdenkmals. Dabei befanden sich die Bismarcktürme in einem Spannungsfeld zwischen Denkmal und Zeichen, da sie den neuen Stellenwert der Form als Ausdrucksträger mit reiner Betonung auf dem Architekturalen repräsentierten und diese als Sinnbildlichkeit fähigen Mittels darstellten.
Das 4. Kapitel beschäftigt sich ausschließlich mit dem Bochumer Bismarckturm. Grundlegende Quellen standen im Bochumer Stadtarchiv zur Verfügung, das zahlreiche Zeitungsausschnitte aus den Jahre 1909 bis 2001 archiviert. Zu Beginn des Kapitels sei die historische Entwicklung des Stadtparks zu erwähnen, der als Standort für das Bismarckehrenmal gewählt wurde. Mit der Darlegung der sozialen Relevanz des Stadtparks soll dem Leser die Bedeutung der Standortwahl für den Bismarckturm verdeutlicht werden. Ferner werden in dem Kapitel die Fragen nach dem Baubeschluss, der Ausschreibung, dem Gründungskomitees sowie nach den Kosten für den Bau beantwortet. Nach dieser gründlichen Analyse der Baujahre seien schließlich bauliche Veränderungen oder Sanierungsarbeiten zu erwähnen. Ein weiteres Unterkapitel wird dem Justizrat Otto Hünnebeck gewidmet. Er gilt als Verantwortlicher für die Anregung des Bismarckturmbaues in Bochum.
Abschließend sei in Kapitel 5 ein Resümee zu ziehen, dass dem Leser die historische und kunsthistorische Einordnung des Bochumer Bismarckdenkmals vor Augen führt und letztlich kritische Aspekte in dem Umgang mit dem Ehrenmal aufrollt.
2. Bismarckmythos
Spricht man vom Bismarckmythos so beleuchtet man ein Phänomen, das für die Entwicklung der politischen Kultur im deutschen Nationalstaat nicht überschätzt werden kann. Bismarck entwickelte sich zu einer nationalen Kultfigur, die neben Glorifizierung und Bewunderung vor allem für den Transport von politischen Botschaften benutzt wurde. In der Zeit von 1895 bis 1933 gab es keine politische Ikone, der so leidenschaftlich, massenhaft und aufwendig gehuldigt wurde wie dem Eisernen Kanzler.
(2)2.1 Historischer Kontext
Nach der Thronbesteigung von Wilhelm II. am 15. Juni 1888 veränderte sich erstmals nach über 17 Jahren das Machtgefüge an der Spitze des deutschen Reiches, das 1871 im Spiegelsaal von Versailles ausgerufen wurde.
Der junge Kaiser war nicht bereit in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und entledigte sich somit des Altkanzlers.
Als preußischer Ministerpräsident und Bundeskanzler im Norddeutschen Bund sowie als erster Kanzler des 1871 gegründeten Deutschen Reiches schaffte Fürst Otto von Bismarck die deutsche Nationalstaatsbildung, baute das Sozialversicherungssystem auf und erhielt durch vielfältige strategische Abkommen den Frieden in Europa. Allerdings wurden seine zahlreichen außenpolitischen Erfolge auch durch innenpolitische Niederlagen überschattet, die jedoch beim beginnenden Bismarckkult, insbesondere beim Bürgertum, in den Hintergrund rückten.
Seine Absetzung durch den imperialistischen Kaiser Wilhelm II. fiel in das Jahr 1890.
2.2 Bismarckkult - Bismarckverehrung
Im selben Jahr setzte bezüglich der Bismarckverehrung ein paradoxer Mechanismus ein. Denn Bismarck kam nun die positive Kehrseite seines Sturzes zu Gute. Denn solange Bismarck regierte, blieb er umstritten. Teils gefürchtet, teils gefeiert hielt sich die Bismarckverehrung in Grenzen. Nach seiner Entlassung jedoch wurde der „schmählich Gestürzte"
(3) ins Historische entrückt. „Darum konnte man ihn verehren, ihn ins Übermenschliche emporheben, ihn je länger desto unverhüllter zum urdeutschen Helden, zur mythischen Figur, ja zum Gründergott der Nation stilisieren."
(4)„Die Zeitgenossen sahen den entlassenen Kanzler so, wie er in den vielfach reproduzierten Zeichnungen von Christian Wilhelm Allert (Bismarck-Allers) erscheint: als gütigen deutschen Hausvater, patriarchalisch und volksnah, glücklich im Kreise seiner Familie"
(5). Bis 1892 hielt sich der Bismarck-Kult noch in Grenzen. Lediglich Einzelne machten Bismarck seine Aufwartung, denn nur wer offiziell in Opposition zur Berliner Politik stand, konnte Bismarck seine Hochachtung entgegenbringen.
(6)An Bismarcks 80. Geburtstag im Jahre 1895 wurden ihm 378 Ehrenbürgerschaften verliehen. Nach seinem Tode am 30. Juli 1898 steigerte sich die Verehrung in einen religiösen Kult, der gleichzeitig aber auch Ausdruck nationaler Überheblichkeit war.
(7) 3. Bismarckdenkmäler
Im Zuge dieser zahlreichen Huldigungen setzte im Deutschen Reich ein Denkmalaufschwung ein. Dabei erfassten die Bismarck-Ehrungen nicht nur Bismarck-Denkmäler (über 550), Bismarck-Türme (237), Bismarck-Brunnen und Bismarck-Steine, sondern auch ganze Ortschaften, Ortsteile und Inselgruppen in den deutschen Kolonien. Ferner fand die Gründung von über 300 Bismarck-Vereine statt, die die Errichtung von Bismarck-Denkmälern und -türmen anregten. Einige dieser Vereine entstanden schon recht früh wie z.B. die „Getreuen von Jewer" nach 1871. Die meisten Vereine formierten sich allerdings erst nach 1890 oder noch später. Dabei entstammten die Vereinsmitglieder in der Regel der höheren bis mittleren Bürgerschicht.
(8) Oder es kam teilweise auch zur Bildung eines Ausschusses (Komitees), das eigens für den Aufruf eines Bismarckturm-Baus gegründet wurde. Nach der Übergabe der Errichtung an die Stadt löste sich dieser meistens wieder auf.
Die Projekte wurden oftmals durch Spendensammlungen und durch Feste und Veranstaltungen finanziert.
(9)In der Literatur findet man die Unterscheidung in typische und untypische Bismarck-Denkmäler sowie die Gliederung in unterschiedliche „typische" Denkmäler.
(10) Zu den untypischen Denkmaltypen zählen dabei diejenigen, die Bismarck zu Pferde zeigen.
(11) Die typischen Denkmäler umfassen die uns vertrauten Bismarck Darstellungen oder Monumente wie Bismarcktürme, Feuersäulen, Standbilder, Büsten etc., also Denkmäler im eigentlichen Sinne.
(12)Unter der großen Zahl der Denkmäler heben sich dabei zwei besonders hervor. So das größte Bismarck-Denkmal in Hamburg auf dem Mühlenberg am Millerntor, das als Musterbeispiel für den neuen Denkmalstil zu Beginn des 20. Jahrhunderts gilt. Ferner sei das Bismarck-Denkmal in Stettin zu erwähnen, das 1913-1915 errichtet wurde. In der Form ist die Ruhmeshalle dem Grabmal Theoderichs in Ravenna angenähert.
(13) 3.1 Bismarcktürme
Die Idee dem Altreichskanzler einen Turm zu widmen, entwickelte sich zunehmend ab 1890, dem Jahre seines 75. Geburtstages. Den aller ersten Bismarckturm konnte man allerdings schon im Jahre 1869 verzeichnen. Bis 1897 entstanden vierzehn nach Bismarck benannte Türme. Sein Tod im Jahre 1898 war schließlich Anlass für zahlreiche Initiativen zu weiteren Turmbauten. 1899 verzeichnete man 470 Gemeinden, die die Errichtung eines Bismarckturmes planten.
(14)Vergleicht man die Architektur der Türme, die Grundformen der frühen Bismarcktürme sind die des Rund- und Vierkantturms, so fällt vor allem die Annäherung an mittelalterliche Wehr- und Burgtürme auf. Anscheinend versuchte man hier anhand der Architektur eine Verbindung zum alten Reich zu erzielen.
(15) Dabei abstrahieren die Türme ganz von der Person Bismarcks und verweisen nur noch auf dessen Symbolfunktion als Monument der Stärke, Geschlossenheit, Macht und Kraft. Bis zum Jahre 1898 war der Bismarckturm architektonisch definiert.
Im Folgenden kam jedoch ein Denkmaltypus hinzu, der von der deutschen Studentenschaft hervorgerufen wurde: die „Feuersäule".
(16)Am 3. Dezember 1898, im Todesjahr Bismarcks, erging ein Aufruf der Studentenschaft an das deutsche Volk:
„Wie vor Zeiten die alten Sachsen und Normannen über den Leibern ihrer Gefallenen Recken schmucklose Felsensäulen auftürmten, deren Spitzen Feuerfanale trugen, so wollen wir unserm Bismarck zu Ehren auf allen Höhen unserer Heimat, von wo der Blick über die herrlichsten deutschen Lande schweift, gewaltige granitene Feuerträger errichten. Überall soll, ein Sinnbild der Einheit Deutschlands, das gleiche Zeichen erstehen, in ragender Größe, aber einfach und prunklos, auf massivem Unterbau eine schlichte Säule, nur mit dem Wappen und Wahlspruch des eisernen Kanzlers geschmückt. Keinen Namen soll der gewaltige Stein tragen, aber jedes Kind wird ihn dem Fremden deuten können: Eine Bismarcksäule! [...] Von der Spitze dieser Bismarcksäulen sollen aus ehernen Feuerbehältern Flammen weithin durch die Nacht leuchten, so oft unser Volk in gemeinsamer Feier seines verklärten Helden gedenkt.
Diesen ihren Plan zu verwirklichen, wendet sich die deutsche Studentenschaft an das ganze deutsche Volk. [...] Möge die treue Dankbarkeit und opferfreudige Liebe des deutschen Volkes uns beistehen, dass Wahrheit werde, was wir aus eigener Kraft nur planen und anregen können, unserm Altreichskanzler zum Gedächtnis und zur Ehre unsres geliebten deutschen Vaterlandes."
(17)Die deutsche Studentenschaft unter der Führung eines Bismarck-Ausschusses, der alle deutschen Hochschulen und Universitäten vertrat, verschickte daraufhin zahlreiche Rundschreiben, die einen Aufruf zum Bau von Bismarcksäulen enthielten.
Nach dem Aufruf der Deutschen Studentenschaft wurde ein deutschlandweiter Wettbewerb für alle Architekten ausgeschrieben, um einen idealen Entwurf der Bismarcksäule
(18) zu erzielen. Dabei sollte die Säule eine einfache, aber zugleich originelle und wuchtige, der Persönlichkeit Bismarcks entsprechende Form aufweisen, die vielfach reproduzierbar war. Wichtig war zudem, dass der auszuführende Entwurf nicht durch häufige Wiederholung eintönig wirkt. Außerdem sollte die Bismarcksäule billig und in verschiedenen Größen ausführbar sein.
Der letztendlich preisgekrönte Entwurf "Götterdämmerung" (quadratischer Grundriss, mehrstufiger Unterbau, einfach gehaltener Sockel, Ecken bestehen aus vier Säulen, kapitellartiges Gesims mit Überbau für die Feuerschale) von Wilhelm Kreis charakterisierte schließlich ab April 1899 die Form der Bismarck-Feuersäule. Dieser Entwurf sollte Vorbild für alle Bismarcktürme sein. Der Entwurf wurde bis 1911 insgesamt 47-mal umgesetzt. Aus verschiedenen Gründen wich man in vielen Orten vom Einheitsentwurf ab und beauftragte einen eigenen Architekten. So entstanden Bismarcktürme mit sehr unterschiedlichen architektonischen Formen.
Von den über 400 geplanten Bismarcktürmen wurden jedoch, u.a. aufgrund des 1914 einsetzenden 1. Weltkrieges, "nur" 237 Türme zwischen 1869 und 1933 verwirklicht.
(19) Von diesen sind im Jahre 2001 noch 169 erhalten, einige davon im stark sanierungsbedürftigem Zustand.
3.1.1 Form als Ausdrucksmittel
In den Bismarcktürmen bzw. -säulen manifestierte sich der Versuch die reine Form sprechen zu lassen. Hier tritt die traditionelle Funktion von Architektur zurück und es wurde mit der Reduzierung des zweckdienlichen Anteils der Versuch unternommen den künstlerischen Anteil zu steigern. Die enorme Dominanz der äußeren Form nähert sich so einem „plastischen Zeichen"
(20) an. Dieser Prozess in der Gestaltung der Denkmäler setzte mit dem Bismarckturm ein. Dass es sich bei den Bismarcktürmen, aus deren Tradition sich seit 1898 die Bismarcksäulen entwickelten, um kein „Denkmal im landläufigen Sinne des Wortes [i.e. figürlich]" handelt, wird in dem Aufruf der deutschen Studentenschaft im Dezember 1898 deutlich.
(21) Felix Reuße zitiert in diesem Zusammenhang Schumacher, der darauf hinweist, dass die portraithafte Darstellung von Bismarck wenig von der eigentlichen Aussage vermittelt. Ferner erwiese sich die portraithafte Darstellung als belanglos für jene, die ihn nicht gekannt hatten. Somit begründete er den Griff auf ganz andere Mittel der Darstellung, die er in der abstrakten Sprache sah.
(22) Über diesen Vorgang schreibt Schrade, dass sich hier eine Umgestaltung der von „Portraitgestalt Bismarcks in eine tektonisierte Symbolgestalt" feststellen lässt.
(23) Neu ist folglich, dass diese „Architekturdenkmäler [...] durch ihre Masse, ihre Silhouette, die natürliche Kraft ihres Materials wirken".
(24) Diese neue Bedeutung des Formalen, das hier allein Ausdrucksträger des Denkmals ist, wird von Schrade auch als „Sinnbildlichkeit fähigen Mittels zum Ausdruck des Überindividuellen" bezeichnet.
(25)Dies heißt nichts anderes als, dass die Form des Baues eine Verkörperung der Werte des Ex-Reichskanzlers war. Die kolossalen und massigen Bauten sowie die Rückkehr zu einfachen, primitiven und archaischen Formen wirken in ihrer konzentrierten Zusammenballung als Kraftgebärde.
Volker Plagemann spricht davon, dass die vermeintlichen Eigenschaften Bismarcks mit den nationalen Eigenschaften und Symbolen identifiziert werden.
(26) Und Lutz Engelskirchen geht so weit zu behaupten, dass von Bismarck als historische Persönlichkeit so abstrahiert wird und seine Gestalt mehr zum Symbol des Reichsgedankens wird.
(27)3.1.2 Bedeutungszuwächse
Ein allgemeines Kennzeichen der Bismarck-Türme und Bismarck-Säulen ist ihre Lage. Die Monumente stehen oftmals außerhalb der Orte frei in der Landschaft, überwiegend auf Berggipfeln oder an Berghängen, die als Heiligenberg sinnstiftend wirken: „Auf allen Höhen unserer Heimat".
(28) Ferner verfolgte man damit die Absicht von den Türmen aus weit in das Land hineinblicken zu können und den „touristischen Blick in die Landschaft auf ein patriotisches Fundament zu stellen".
(29) Die herausragende Säule sollte auch von Weitem gut sichtbar und „analog zur historischen und zur Charaktergröße des Geehrten zu sehen"
(30) und damit als Ehrenmal erkennbar sein.
Ferner wurden viele dieser Säulen in der Nähe der Reichsgrenzen postiert. Damit wird eine militärische Assoziation hervorgerufen, die nicht von der Hand zu weisen ist.
(31) Denn die flächenhafte Verbreitung der Bismarcktürme und Säulen, besonders an den Reichsgrenzen, sollten nicht nur das unter Bismarck erweiterte Reich sichtlich abstecken, sondern man versprach sich auch eine außenpolitische Wirkung auf andere Nationalitäten: „einschüchternes Schaustück für staunende Fremde".
(32) Außerdem sollte die massenhafte Verbreitung und Vernetzung der Bismarcksäulen wie sie von der Deutschen Studentenschaft gefordert wurde „Überall soll, ein Sinnbild der Einheit Deutschlands, das gleiche Zeichen erstehen, in ragender Größe, aber einfach und prunklos, auf massivem Unterbau eine schlichte Säule [...]"
(33) in der deutschen Nation eine einheitliche Volksidentität schaffen, die sich gegen den kleinmütigen Geist der Zersplitterung wehrte.
(34) Gesteigert wurde jenes Nationalgefühl sicherlich an den Helden- und Gedenktagen, wenn eine einheitliche Entzündung der Feuerschalen stattfand und das abgesteckte Reich als Netz erleuchten ließ.
Die Bismarcksäule in ihrer einheitlichen Form und als verbindliches ikongrafisches Zeichen für die Einheit des Reiches stellte somit ein Flächendenkmal, das als nationales Allgemeingut fungierte und im Gegensatz zu anderen Nationaldenkmälern auch ein nationales Zentrum schuf.
(35)Neben dieser Bedeutung der außerkünstlerischen Faktoren erhielten einige Türme oder Säulen zusätzlich eine Halle, die dann mit Standbildern von Bismarck oder weiteren Merkmalen ausgestattet wurde.
Auch das Baumaterial wurde nicht unüberlegt gewählt. So stellte man bei der Auswahl zwei Gesichtspunkte voran. Zum einen sollten hauptsächlich deutsche Steine verwendet werden, die bestenfalls in der Nähe abgebaut wurden. Außerdem versuchte man durch die Wahl des Steines auf den Charakter von Bismarck zu verweisen. Daher empfand man roh behauenen, harten Granit als Baumaterial vortrefflich, um Bismarcks Persönlichkeit auszudrücken.
Setzt man sich mit weiteren Bedeutungsebenen auseinander, so muss man schließlich auch die Säule an sich und ihren formalen Eigenwert untersuchen. Plagemann spricht davon, dass die Säule als Zeichen von Einheit, Stärke und Wehrhaftigkeit der deutschen Nation im Sinne nationaler Selbstbestätigung verwendet wird, um eine Volksidentität zu schaffen. Nipperdey bescheinigte hierin den Bismarckschen Nationaldenkmälern einen gewissen Erfolg.
(36) Inwieweit dies tatsächlich stattfand sei an dieser Stelle dahin gestellt.
Abschließend sei noch auf die Fackelzüge und das Feuerentfachen hinzuweisen. Denn die Ideologisierung der Säule im Rahmen des nationalen Bewusstseins ist eng mit dem Akt des Freuentfachens verbunden. Denn gerade mit diesem Höhepunkt an den Denkmälern wird die Säule mit ihren formalen Eigenwerten durch den Akt des Feueranzündens beinahe bis ins Sakrale hochstilisiert.
(37) In einer Untersuchung zum deutschen Denkmal heißt es, dass Denkmäler ihren Sinn erst durch gemeinsame Handlungen, Feuer und Feste aktualisieren; der individuelle Betrachter wird durch den in eine Gemeinschaft hineingebundene Festteilnehmer ersetzt, dem überindividuellen Gegenstand sollte der nicht mehr individuelle Adressat entsprechen.
(38) Auch wenn diese mythisch-pathetisch und religiöse Inszenierung der Feuerschalen ursprünglich Bismarck gewidmet war, so lässt sich nicht leugnen, dass es sich gleichzeitig um eine Art vaterländische Weihestätte handelte.
(39)Weitere außerkünstlerische Fixierungshilfen seien Wappen, Bepflanzung und Wahlsprüche.
(40)4. Der Bochumer Bismarckturm
Die Stadt Bochum in der ehemaligen Grafschaft Mark weist schon recht früh die ersten Anzeichen von Bismarck-Verehrung auf. So wird nach dem Preußischen Ministerpräsidenten und Reichskanzler schon im Jahre 1874, nach der Reichsgründung und dem deutsch-französischen Krieg, eine Straße benannt. Ferner unterhielt die Stadt Bochum eine besondere Beziehung zu Bismarck, da am 17. September 1880 der Vorsitzende der Handelskammer, Kommerzienrat Louis Baare den Auftrag von Bismarck erhielt einen Entwurf zur Sozialgesetzgebung vorzubereiten. Am 5. Juni 1885 beschloss die Stadtverordnetenversammlung Bismarck zum Ehrenbürger der Stadt Bochum zu machen. Drei Jahre später ernannte Bochum sich selbst zur „Bismarck-Stadt". Als nächstes Zeichen der Bismarckverehrung folgte im Jahre 1896 das Bismarck-Denkmal auf dem Bismarckplatz, dass aus eingeschmolzener französischer Kanonenbronze hergestellt wurde.
Im Jahre 1908 wurde der Bau eines Bismarckturmes als Zeichen nationaler Gesinnung von dem Justizrat Otto Hünnenbeck angeregt. Daraufhin bildete sich ein Bismarck-Ausschuss unter dem Vorsitz des Stadtrates Bosch.
Die Grundsteinlegung zum Bau dieses Turmes fand am 28. März 1909 statt. Die Einweihung erfolgte am 16. Oktober 1910.
(41)Bis heute befinden sich in Bochum zahlreiche Bismarck-Reminiszenzen.
4.1 Der Bochumer Stadtpark
Im 19. Jahrhundert gehörte die Schaffung von öffentlichen Parkanlagen zu den kommunalen Aufgaben der europäischen Städte. Die Stadtverordneten erhielten in Bochum am 22. August 1869 die ersten Anregungen eine große, parkartige Grünanlage zum Wohle der Bevölkerung zu schaffen. Der deutsch-französische Krieg sowie Streitereien um die Rechte an der Bochumer Vöde brachten jedoch einen Aufschub mit sich, sodass sich der endgültige Beschluss noch einige Jahre hinzog.
(42) Die Kommission wandte sich inzwischen an den bewährten Kölner Stadtgärtner Anton Strauss, der 1871 einen Entwurf und Erläuterungen zur Anlage eines Stadtgartens in Bochum vorlegte. Die Parkkommission empfahl sein Projekt ausführen zu lassen. Erst 1875 wurde schließlich mit nur einer Stimme Mehrheit im Bochumer Stadtparlament die Ausgestaltung eines Teiles der Vöde
(43) als Grünanlage beschlossen.
(44) Der Plan sah eine Anlage mit recht vielen Bäumen, Wegen und Rasenflächen vor, die der städtischen Bevölkerung eine Abwechslung zu ihrem Arbeitsalltag bieten sollte. Daher spielte bei der Standortauswahl auch die Nähe zur städtischen Bevölkerung eine bedeutende Rolle.
(45) Schon in einem Reiseführer „Führer durch Bochum" um die Jahrhundertwende wurde der Stadtpark als „großzügige von keinem Orte im westlichen Reich übertroffene Waldanlage"
(46) gepriesen.
(47) Am 17. März 1876 fiel letztlich die endgültige Entscheidung zum Bau, die einen Kostenaufwand von 120.000 Mark genehmigte. In den kommenden Jahren sollten drei Bauabschnitte erfolgen, die die heutige Gesamtanlage ausmachen. Der erste Abschnitt schuf den Parkteil unter Einbeziehung des Buddeschen Gartens. Ab 1893 fand eine waldartige Erweiterung und Aufforstung des Höhenrückens bis zum heutigen Bismarckturm statt. Schließlich folgte der letzte Bauabschnitt in den Jahren 1903-1905 bis zur Gudrunstraße. Die Bauleitung hatte Gartendirektor Finken aus Köln, dem auch die ausgedehnte Wasserfläche zu verdanken ist.
(48) Diese letzte Erweiterung kostete alleine 470.000 Mark. Das Parkhaus wurde in den letzten beiden Vorkriegsjahren erbaut und umfasste eine Summe von 650.000 Mark. Die Pläne dafür lieferte Prof. Elkhart.
(49)Somit ist der Stadtpark Bochum heute einer der ältesten kommunalen Großanlagen im Lande.
4.2 Der Turm des eisernen Kanzlers
Nachdem im Jahre 1908 auf Anregung von Otto Hünnebeck beschlossen wurde dem Altreichskanzler und Ehrenbürger einen Gedächtnisturm zu errichten, wurde auch der Standort vom Magistrat und den Stadtverordneten bewilligt. Das vaterländische Projekt sollte im Bochumer Stadtpark errichtet werden, denn das ansteigende Gelände jenseits des neuen Teiches bot vorteilhafte Bedingungen als Standort eines Ehrenmals und Aussichtsturmes.
Den Plan, dem Ex-Kanzler eine Feuersäule als Ehrenmal zu errichten, fasste Bochum im Vergleich zu den anderen Städten im Reich recht spät. Das Vorhaben von der Errichtung weckte in allen „vaterländisch Gesinnten" Begeisterung, sodass die Kostenfrage in den Hintergrund rückte. Diese wurde von dem „Geschäftsführenden Ausschuss zur Errichtung eines Bismarckturmes in Bochum" angegangen, der allein durch Spenden von Bürgern, Firmen, Vereinen und Institutionen einen Geldbetrag von 100.000 Goldmark zusammengetragen hatte.
Die Bismarckfreunde der Stadt Bochum wollten die ganze deutsche Architektenwelt für das Projekt begeistern. Die folgende Ausschreibung zu diesem Wettbewerb erzielte enorme Reaktionen. Schließlich wurden 650 Einsendungen gezählt, die einen Beweis dafür lieferten wie begeistert auch die Architekten auf das Vorhaben einer Bismarckturm-Errichtung reagierten.
Die eingesendeten Zeichnungen und Modelle wurden in der Aula der Oberrealschule unter Anordnung ihrer Eingangsnummer ausgestellt. Obwohl alle Arbeiten einer gemeinsamen Idee zu Grunde lagen, ließen sich sehr unterschiedliche Projekte herausstellen. Daher reihten sich neben zahlreichen neuen Entwürfen auch eine Anzahl von Nachläufern bekannter Vorbilder an. Die meisten jener Schöpfungen wiesen anscheinend Anklänge an die Kreisschen Entwürfe auf.
Von den 650 eingesendeten Arbeiten wählte die Jury lediglich 121 Werke für die Ausstellung aus. Zahlreiche unkünstlerische Modelle sowie schon ausgeführte oder entworfene Bismarckprojekte wurden gnadenlos von vorneherein aussortiert. Das Preisrichterkollegium, das sich aus den Herren Professor Kreis (Düsseldorf), Landesbaurat Zimmermann (Münster), Stadtbaurat Kullrich (Dortmund), Stadtbaurat Bluth (Bochum) und den Fabrikanten Walter Bosch (Bochum) zusammensetzte, hatte auch zuvor den ausgewählten Standort für das vaterländische Projekt besichtigt. Dies sollte bei der Auswahl des preisgekrönten Entwurfes von Nutzen sein. Nach einer weiteren kritischen Besichtigung gelangten 25 Modelle und Zeichnungen in die nächste Runde.
Schließlich hatte das Preisgericht 3 Arbeiten ausgewählt, von denen 2 Entwürfe von dem selben Architekten stammten. Der erste und zweite Preis ging an den Düsseldorfer Architekten Gottlieb Nestler. Die Arbeiten hatten die Nummer 223c „Im Park", die für den ersten Preis nominiert wurde, und 223a „Deutsch". Beide Zeichnungen schienen die Bedingungen dieser Aufgabe bestens zu erfüllen. Der dritte und letztlich auch ausgeführte Entwurf stammte aus der Feder des Architekten Albert Friebe aus Breslau. Die Jury urteilet über seine Zeichnung „Der Riese" folgendes Urteil: „Vortrefflicher Turmgedanke, sehr einfach im Umriss und wuchtig in der Wirkung durch die beiden Gürtel von halbsäulenartigen Lisenen
(50), gut gegliedert ist der obere Teil besonders eindrucksvoll und originell. Auch der mit Stufenunterbau versehene Sockel ist gelungen. Die Lösung des Turms als Aussichtsturm mit Feuerbecken ist vortrefflich durchgeführt und für die ausgesetzte Summe
(51) ausführbar."
(52)Außer diesen drei gekrönten Entwürfen riet die Jury zum Ankauf von sieben weiteren Arbeiten. Schließlich musste die Ausführungskommission beraten welcher Entwurf letztlich ungesetzt wurde.
(53) 4.2.1 Grundsteinlegung
Die Grundsteinlegung fand unter großer Beteiligung heimischer Vereine und Bürger schließlich am 28. März 1909 statt. „Inmitten der Weihestätte erhob sich der Grundstein zum Turm [...] Damen und Herren in großer Zahl, Verehrerinnen und Verehrer des Altreichskanzlers, hatten sich bereits dort oben eingefunden, aus Nah und Fern waren sie erschienen. Die Spitzen der Behörden und Verwaltung, wie alle Kreise der Bürgerschaft waren vertreten."
(54)Die Ausführungskommission entschied sich zu dem Bau des Turmes „Der Riese" von Albert Friebe. Die Bauleitung übernahm Heinrich Robert und die Ausführung Konrad Bleckmann, beide stammten aus Bochum.
(55)Die Fertigstellung des Aussichtsturmes mit Feuerschale fiel in das Jahr 1910, sodass am 16. Oktober nach 19-monatiger Bauzeit die Einweihung stattfand.
„Der 16. Oktober 1910 war ein Spätherbst und sah ganz Bochum auf den Beinen. Aus allen Ecken der Stadt strömten die Bürger/ innen in den Stadtpark, um einem Ereignis beizuwohnen, das die Seelen bewegte. Die Einweihung des Bismarckturmes. Fahnen und Blechmusik umrahmte die Zeremonie, die der damalige Oberbürgermeister Graff im nationalistischen Sprachduktus seiner Zeit mit den Worten schloss: „Wir wollen versichern, dass bis in die fernsten Zeiten am 1. April eines jeden Jahres die Flammen emporlodern und kündigen solle
(56), dass Bochum seinen Ehrenbürger Bismarck nicht vergisst.
(57)Die anschließende Weiherede hielt der Bismarck-Geschichtsschreiber Prof. Dr. Horst Kohl. Darin verkündete er, dass der Bismarckturm als ein Wahrzeichen deutscher Dankbarkeit sowie deutscher Treue zu verstehen ist. Ferner diene er auch als ein Mahnzeichen zur Einigkeit und zu einem starken deutschen Nationalgefühl.
(58) Gleiches unterstrich auch die verfasste Widmungsschrift: „Dankbarkeit baute den Turm dir, Bismarck, Schöpfer der Einheit. Sie zu wahren getreu, mahnen soll uns der Turm."
(59) Mit seinen 34 m zählt der Bismarckturm zu den 10 teuersten und höchsten seiner Art. Die Kosten für den heute 102 Jahre alten Bau wurden auf 95.000 Goldmark veranschlagt. Als Baumaterial wurde entsprechend dem Aufruf der Deutschen Studentenschaft „.. erbaue sie es aus den Steinen der engsten Heimat, damit überall aus solchem Bestreben herausklinge das stolze Bekennen, dass Bismarck jener deutschen Landschaft, jeder deutschen Stadt gleichmäßig gehört..."
(60) Ruhrsandstein aus Hohensyburg verwendet. Trotz des einheitlichen Baumaterials lässt sich die massig wirkende Säule in 2 Architekturelemente unterteilen. Der erste Bauteil erstreckt sich folglich bis zur Turmmitte und ist durch eine besonders schlichte Ausführung gekennzeichnet. Hier dominiert vor allem das wuchtige vorgelagerte Portal. Jenes wird von zwei ebenfalls aus Ruhrsandsteinen geformten Wandpfeilern gerahmt auf denen ein monumentaler Giebel ruht. Unter diesem und oberhalb der hölzernen Eingangstür befindet sich die Inschrift „Bismarck". Auf dieser Höhe weist der Turm 5 Fenster auf.
Ein aus schmalen länglichen Steinen geformter Gürtel umrahmt den Turm in Höhe der Giebelspitze und leitet den folgenden nur mit 4 Fenster versehenen schlichten Säulenschaft ein, der sich bis zur Turmmitte erstreckt. Ein weiterer Gürtel, der sich von den wuchtigeren Ruhrsandsteinblöcken abhebt, unterteilt den Turm in eine obere und untere Hälfte. Dieser Bauteil ist vor allem durch die „pfeilerartigen Mauerstreifen"
(61) gekennzeichnet, die sich in gleichen Abständen um die Säule lagern. Anschließend folgt die Aussichtsplattform auf der ein weiteres mit Wandpfeilern umlagertes Bauelement lagert. Von diesem wurde 1988 die Feuerschale entfernt. Insgesamt befinden sich in der oberen Säulenhälfte 8 Fenster von denen jeweils 4 auf einer Ebenen angeordnet sind.
Im Inneren des Turmes befindet sich eine Säulenhalle. Diese wird vor allem durch die sich dem Eingang gegenüber befindende Nische dominiert. Hier befindet sich der Sockel, auf dem einst eine Bismarckbüste thronte. An den Seiten wird die Nische von zwei Säulen flankiert auf denen ein Rundbogen lagert. Neben dieser kapellenartigen Ausführung befinden sich die ehemaligen Aufgänge zum Turm.
Über 149 Treppen
(62), die im engeren Turmhals zu einer Wendeltreppe verlaufen, erreicht man die Aussichtsplattform.
(63) Heute ist der Aufstieg allerdings nur von einer Seite her möglich. Über den Türen, die mit einem Gitter versehen sind, befinden sich eingelassene Löwenköpfe. Ferner weist diese Gedenkhalle an den Seiten des Portals, das ebenfalls mit einem Rundbogen versehen ist, zwei weitere kleinere Nischen auf, die jeweils mit einem Fenster ausgestattet sind. In einer Nische wurde eine Tafel mit der Inschrift „1. April 1909" eingelassen, dem Tag, an dem die jährlichen Gedenktage stattfinden sollten. Heute befindet sich auch die neu angefertigte Gedenktafel für Otto Hünnebeck im Turminneren. Die Inschrift wurde allerdings nicht getreu übernommen (siehe Kapitel 4.1.39).
Der Aufstieg zum Turm führt über drei Plattformen. Heute bietet die erste Plattform dem Besucher anhand von Schrifttafel einige historische und kunstgeschichtliche Informationen zu dem Bochumer Bismarckturm und seiner Tradition. Von der dritten Plattform aus, führt schließlich eine Wendeltreppe zur Aussichtsplattform von der man einen schönen Rundumblick auf das Ruhrgebiet hat.
4.2.2 Der Bismarckturm im Laufe der Jahre
Setzt man sich mit der Baugeschichte des Bismarckturmes auseinander so stellt man fest, dass im Laufe der Zeit einige Sanierungsarbeiten an dem Turm stattfanden.
Den zweiten Weltkrieg überstand das Monument ohne kriegsbedingte Schäden. Der Sicherheits- und Hilfsdienst (SHD) richtete in dieser Zeit eine Beobachtungsstation auf dem Turm ein. Ein genaues Postierungsdatum ist allerdings nicht überliefert. Im Jahre 1948 wurde der Turm nach einer ersten Renovierung schließlich wieder zur Besteigung freigegeben.
(64) Nach einer weiteren Sanierung im Jahre 1961
(65) war der Bismarckturm bis 1988 für Besucher zugänglich.
Eindringendes Wasser hatte allerdings im Laufe der Zeit das Innere wieder renovierungsbedürftig gemacht. Ein Kostenvoranschlag von 120.000 DM wurde angesetzt, um den Turm erneut zu sanieren und dem Besucher einen sicheren Zugang zu ermöglichen.
(66) Dabei würde es sich allerdings nur um einen Bruchteil der notwendigen Arbeiten handeln. Der Gesamtrenovierungsplan umfasste eine Kostenhöhe von 1 Mio. DM.
(67) In der Mitte des Jahres 1988 war der erste Bauabschnitt, der die Außenarbeiten an dem Turm umfasste, abgeschlossen. Trotz umfangreicher Arbeiten wurde der Turm noch nicht der Öffentlichkeit zuggängig gemacht.
(68)Mit Unterbrechungen und längerem Renovierungsstillstand wurden bis 1999 folgende Arbeiten ausgeführt: Ausstemmen der alten Fugen und die Neuverfugung, Imprägnierung, Erneuerung der Fenster, Entfernung der Flammenschale von der Spitze (steht seit 1995 neben dem Bismarckturm), stattdessen die Anbringung einer Zinkmütze, Betonarbeiten und Dichtung. Insgesamt wurden 316.000 DM verbraucht, um den Turm einigermaßen zu renovieren. Weitere 150.000 sollten für den Putz, Handlauf, Anstrich etc. aufgewendet werden. Die Kosten für die Instandsetzung des schadhaften Sockels waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht projektiert.
(69)Der Bismarckturm befand sich zu diesem Zeitpunkt auf der vorläufigen Denkmalschutzliste.
Die Notsicherung wurde zwar im Jahre 1996 abgeschlossen, aber letztlich fehlten noch zahlreiche Arbeiten, die vor einer erneuerten Öffnung des Denkmals vorgenommen werden mussten.
Am 20. Februar 2001 schrieb schließlich die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, dass der Bau- und Verwaltungsausschuss der Stadt bereit war 540.000 DM zu investieren. Ferner wurden die Geldmittel zur Bewachung und zum Betrieb des Turmes bewilligt. Die angesetzten Kosten beliefen sich auf 34.000 DM / Jahr. Zu den zu verrichtenden Arbeiten vor der gänzlichen Eröffnung zählten weitere Betonarbeiten, Erneuerung der Installation, Wiederherstellung der Außentreppen sowie die Schaffung von Ausstellungs- und Verweilzonen in den Zwischengeschossen.
(70)Am 29. Juni 2001 um 18.30 Uhr wurde der sanierte und mit einer weißen Plane "verhüllte" Bismarckturm vom Oberbürgermeister der Stadt Bochum enthüllt. Nach 17-jähriger Sperrung wurde der Turm der Öffentlichkeit mit Hilfe der Bochumer Kortum-Gesellschaft wieder zugänglich gemacht.
(71)4.2.3 Justizrat Otto Hünnebeck
Der Bau des Bochumer Bismarck-Denkmals fand auf Anregung des Justizrates Otto Hünnebeck statt: „Im Jahre 1910 ist auf Anregung und unter persönlicher Förderung meines Vaters im Bochumer Stadtpark der Bismarckturm errichtet worden."
(72)Die Bochumer Bürger und Bismarckfreunde beschlossen somit auch den Turmgründer in Form einer Bronzetafel zu ehren. Am 1. April des Jahres 1911 wurde folglich die jährliche Gedenkfeier zu Ehren des Altkanzlers abgehalten und ferner am selbigen Tage die Bronzetafel mit der Aufschrift:
Otto Hünnebeck
Justizrat und Stadtrat in Bochum
1859 - 1911
plante und förderte die Errichtung dieses
Turmes mit rastlosem Eifer. Seinem
Andenken gilt diese Tafel. Freunde (errichteten?)(73)
sie im Jahre seines frühen Todes.(74)
enhüllt.
Unter den Anwesenden befanden sich neben zahlreichen Bürgern aus allen Kreisen und Vereinen auch Mitglieder des Stadtverordnetenkollegiums, der Vorstand der Nationalliberalen Partei, Stadtrat Walter Bosch und weitere einflussreiche Bochumer Bürger.
Die Rede zur Enthüllung der Gedenktafel hielt Justizrat Dr. Mummenhoffs:
„Verehrte Bismarckgemeinde! So darf ich sie nennen. Unser Bismarckturm, das stolze Wahrzeichen unserer Stadt und ihres wertvollen Parks, steht vollendet: Seine Gedenkhalle ward mit der Bronzebüste des Helden von Donndorfs Meisterhand geschmückt, und wer nun sie betritt, um oben von des Turmes Zinnen Rundschau über das Land der Arbeit zu halten, der hemmt wohl den Fuß, und sein Blick ruht voll überzinniger Dankbarkeit auf dem ehernen Haupt, dessen rastlos Sorgen und die Blüte und den Frieden der deutschen Arbeit brachte [...] Wir wollten ein sichtbares Zeichen stiften für den Mann, dem sie Stadt Bochum ihren Bismarckturm verdankt. Er fasste zuerst den Plan, er überwand den Kleinmut der Bedächtigen, er riß mit sieghaftem Eifer die Lauen mit sich fort, er stellte zur Ausführung des Werkes die richtigen Männer an den rechten Platz: er überwachte den Fortschritt der Arbeit, und das liebste Ziel seiner Spazierwege war diese Stelle. So hat er uns auch bei diesem Werke das Banner des Vaterlandes vorangetragen, uns und ihm zur Freude..."
(75)Über die Platzierung der Gedenktafel wird in dem Märkischen Sprecher vom 3. April 1911 Folgendes geschrieben:
„Ins Mauerwerk des Turmbodens eingelassen, umrahmt von starken Blöcken des Ruhrsandsteins, ist die Tafel vom Wege aus, der Teich und Turm verbindet, gut sichtbar. Aus patiniertem Grund ragen die Relief-Lettern in der hellen Bronze wirksam heraus."
(76)Nach der festlichen Enthüllung der Bronzetafel verlagerte sich die Festgesellschaft in die Halle des Turmes und betrachtete die Bismarckbüste. Schließlich wurde zum Ende hin die Feuerschale auf dem Bismarckturm entzündet. Der Park wurde von dem Flammenfanale in ein glühendes Rot getaucht, dass auch die Bismarckfreunde im weiten Umkreis noch wahrnehmen konnten. Somit schloss sich Bochum der jährlichen Tradition an mit dem Feuerzeichen den Ex-Reichskanzler zu ehren.
(77) 4.2.4 Die Bismarckbüste
Über die Bismarckbüste, die einst im Turminnern stand, vermag man heute wenig schreiben. Denn die Büste, die der Künstler Albert Donndorff eigens für den Bochumer Bismarckturm schuf, wurde 1912 durch eine größere Bronzebüste von August Gerber aus Köln ersetzt. Diese wurde wiederum im 2. Weltkrieg eingeschmolzen.
Nach einer Beschreibung im Märkischen Sprecher handelte es sich bei der Donndorff-Büste um eine wuchtige, sehr realistisch geformte Büste, die ein „wunderbares Gleichmaß in der Darstellung des Staatsmannes"
(78) erzeugte. Anscheinend thronte die 1,3 m hohe Büste auf einem schlichten 1,58 m hohem Postament, das durch seine Einfachheit den Blick des Betrachters nicht von dem eigentlichen Kunstwerk ablenkte.
Die Platzierung der Büste im Innern trug einen wesentlichen Teil dazu bei, dass ihre höchst plastische Wirkung entstand.
(79)5. Schlussbetrachtung
Dem Bochumer Bismarckdenkmal wiederfuhr das gleiche Schicksal wie den zahlreichen anderen Denkmälern des Kaiserreiches. Sie wurden zu Orten touristischer Nutzung und willkommenes Ziel des sonntäglichen Familienausfluges.
(80)Die Anfänge der Demokratie und gerade auch die Ereignisse der jüngsten Geschichte mit ihrer Heldenverehrung waren dafür verantwortlich, dass die Ehrendenkmäler in Vergessenheit gerieten. „Den eigentlichen Pol bildet das Vergessen des Denkmals. Es wird nicht mehr als Denkmal, sondern überhaupt nicht mehr oder nur noch als Kunstwerk wahrgenommen."
(81)Hier bildete der Bochumer Bismarckturm keine Ausnahme. Im Jahre 1910 als Ehrendenkmal für Bismarck in Folge des Denkmalbooms in der Bismarckstadt Bochum eingeweiht, diente er immerhin bis 1920 als Schauplatz der sich jährlich wiederholenden Bismarckehrungen. Denn schon wenige Jahre nach seiner Fertigstellung war eine Reizschwelle in der Denkmalerrichtung erreicht und das Monument als öffentliche Aufgabe lief Gefahr zu Tode geritten zu werden. Grund dafür waren die zeitgenössischen und nationalhistorischen Legitimationsversuche. Denn die meisten der Denkmäler, die aus dem Kaiserreich stammten, hatten als gemeinsames Ziel die Vergewisserung und Beschwörung der inneren und äußeren Einheit des Reiches. Und dieses Ringen um die politische und kulturelle Einheit wurde mit Beginn des Ersten Weltkrieges in Frage gestellt. Damit wiederfuhr neben den Kaiser Wilhelm-Denkmälern vor allem auch den Bismarckdenkmälern eine Bedeutungsabnahme. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Turm dann entsprechend den politischen Umständen als Beobachtungsstation für den Sicherheits- und Hilfsdienst benutzt. Letztlich ist auch die Entwicklung in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, folglich in der neuen Demokratie, kennzeichnend für den Umgang mit Heldendenkmälern. Der Bismarckturm blieb des Öfteren wegen Renovierungsarbeiten geschlossen und geriet in der Bochumer Bevölkerung nahezu in Vergessenheit. Nur vereinzelte Zeitungsausschnitte unter Überschriften wie „Trauriger Riese"
(82) erinnerten an die Existenz des alten historischen Gemäuers.
Seit seiner Neueröffnung im Juni 2001 liegt dem Bochumer Bismarckturm daher ein neues Konzept zu Grunde, das es sich zur Aufgabe macht dem Betrachter den Bismarckturm als Zeichen einer vergangenen Epoche und als Denkmal näher zu bringen. Die zahlreichen Texttafeln, die überdimensional groß die erste Plattform im Turminnern schmücken, versuchen dem Besucher einen historischen Einblick zu vermitteln und die kulturellen und kunstgeschichtlichen Besonderheiten und Traditionen des Bochumer Bismarckturmes sowie der Bismarckdenkmäler im Allgemeinen darzulegen. Denn die „Zeit sollte eigentlich gekommen sein, solche Bauten weniger in ihrer ursprünglichen Sinngebung, vielmehr als Ausdruck einer vergangenen Epoche zu verstehen und zu erhalten"
(83).
Dass die Vermittlung der ursprünglichen Sinngebung dabei heutzutage nicht mehr möglich ist, erklärt sich aus den zahlreichen politischen Entwicklungen und Geschehnissen in den vergangenen Jahrzehnten. Der Pathos, der den Denkmälern und hier insbesondere den Bismarckehrungen zu Grunde lag, ist in der Nachwelt einer Nachdenklichkeit gewichen, die allerdings zu Neubewertungen anregt. Daher sollte man versuchen die Denkmäler trotz ihrer oftmals patriotischen und nationalen Prägung zu erläutern und sinnvoll, lehrreich und teils mahnend zu präsentieren.
(84) So wird auch in Bochum der Versuch unternommen dem Besucher nicht nur einen Panoramablick auf das Ruhrgebiet zu ermöglichen, sondern nach einer unterzogenen Neubewertung dem Bismarckturm eine andere Sinngebung zu verleihen, welches verstärkt durch die künstlerischen Installationen (zur Zeit der Verfassung dieser Hausarbeit sind diese allerdings nicht vorhanden) zum Ausdruck kommt.
Dem einzelnen Betrachter auf das Monument der einstigen Monarchie bietet die vergangene Zeit die Möglichkeit die Geschichte zu reflektieren und diese neu zu deuten. Hier könnte das Denkmal vom Stein der Erinnerung zum Stein des Anstoßes werden. Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit dem undemokratischen und autoritären Regierungssystem des Kaiserreiches für das Bismarck bis heute als Symbol steht bis hin zu dem Personenkult im Dritten Reich. Bezieht man die Erfahrungen aus der jüngsten Geschichte in die Reflektion mit ein, so wird die Heldenverehrung und Huldigung kritisch hinterfragt. Das Denkmal soll dem zeitgenössischen Betrachter nicht nur ästhetisch ansprechen oder Ausgangspunkt von kunsthistorischen Untersuchungen sein, sondern vielmehr gegenwärtige sozialkritische Analysen zulassen. Folglich soll es als Schlüssel zur sozialen, politischen, kulturellen, historischen aber auch kunsthistorischen Betrachtung der Vergangenheit und Gegenwart dienen.
6. Literatur
- Alings, Reinhard: Monument und Nation; Das Bild vom Nationalstaat im Medium Denkmal; Zum Verhältnis von Nation und Staat im deutschen Kaiserreich 1871
- Anderes, Bernhard: Das Denkmal und die Zeit; Alfred A. Schmid zum 70. Geburtstag gewidmet von Schülerinnen und Schülern, Freunden und Kollegen, Luzern 1990
- Arndt, Karl: Denkmal - Zeichen - Monument : Skulptur und öffentlicher Raum heute, München, 1989
- Baedeker, Allianz-Reiseführer: Deutschland
- Bismarck - Preussen, Deutschland und Europa, Ausstellungskatalog, Hrsg. Deutsches Historisches Museum, Berlin 1990
- Borsdorf, Ulrich: Orte der Erinnerung; Denkmal, Gedenkstätte, Museum, Frankfurt/Main 1999
- Engelskirchen, Lutz: Zweimal Bismarck; Die Wuppertaler Bismarckdenkmäler, Göttingen 1998
- Grousilliers, Albert de: Das Bismarck-Museum in Bild und Wort; ein Denkmal deutscher Dankbarkeit, Berlin 1899
- Historische Zeitschrift, Nr. 206, 1968
- Kirschbaum, Juliane: Denkmalpflege als Standort- und Wirtschaftsfaktor; Dokumentation der Tagung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz anläßlich der Fachmesse "Denkmal '94" am 26. Oktober 1994 in Leipzig
- Kirschbaum, Juliane: Historische Parks und Gärten - ein Teil unserer Umwelt, Opfer unserer Umwelt; Dokumentation der Tagung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz anlässlich der Fachmesse "Denkmal '96" am 30. Oktober 1996 in Leipzig /Bonn 1997
- Kloss, Günther / Seele, Sieglinde: Bismarck-Türme und Bismarck-Säulen: eine Bestandsaufnahme, Petersberg 1997
- Küppers, Paul: Bismarck : Erinnerungen und Urkunden aus einer Bismarck-Stadt der westfälischen Mark zum 100. Geburtstag des Eisernen Kanzlers, Bochum 1915
- Laumann-Kleineberg, Antje: Denkmäler des 19. Jahrhunderts im Widerstreit; Drei Fallstudien zur Diskussion zwischen Auftraggebern, Planern und öffentlichen Kritikern, Frankfurt/Main 1989
- Lipp, Wilfried: Denkmal - Werte - Gesellschaft; Zur Pluralität des Denkmalbegriffs, Frankfurt 1993
- Lipp, Wilfried: Natur - Geschichte - Denkmal; Zur Entstehung d. Denkmalbewußtseins d. bürgerl. Gesellschaft, Frankfurt/Main 1987
- Machtan, Lothar: Bismarck und der deutsche Nationalmythos, Bremen 1994
- Mattenklott, Gert: Denk ich an Deutschland..." Deutsche Denkmäler 1790 bis 1990; in: Deutsche Nationaldenkmale 1790-1990, Bielefeld 1993
- Mai, Ekkehard / Schmirber, Gisela: Denkmal - Zeichen - Monument; Skulptur und öffentlicher Raum heute, München 1989
- Mai, Ekkehard: Die Denkmäler im Kaiserreich; in:
- Mai, Ekkehard: Kunstpolitik und Kunstförderung im Kaiserreich; Kunst im Wandel der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Berlin 1982
- Mai, Ekkehard: Kunstverwaltung, Bau- und Denkmal-Politik im Kaiserreich, Berlin 1981
- Mennell, Arthur / Garlepp, Bruno: Bismarckdenkmal für das deutsche Volk, Chicago, Berlin 1895
- Mittig, Hans-Ernst: Denkmäler im 19. Jahrhundert; Deutung und Kritik, München 1972
- Mörsch, Georg: Aufgeklärter Widerstand; Das Denkmal als Frage und Aufgabe, Basel 1989
- Nipperdey, Thomas: Deutsche Geschichte 1866 - 1918, München
- Raab, Fritz: Das Denkmal, Hamburg 1979
- Reinartz, Dirk / von Krockow, Christian: Bismarck; Vom Verrat der Denkmäler, Göttingen 1991
- Riegl, Alois: Kunstwerk oder Denkmal?; Alois Riegls Schriften zur Denkmalpflege, Wien 1995
- Reuße, Felix: Das Denkmal an der Grenze seiner Sprachfähigkeit, Stuttgart 1995
- Scharf, Helmut: Kleine Kunstgeschichte des deutschen, Darmstadt 1984
- Sonderheft Denkmal, Wuppertal 1994
- Speitkamp, Winfried: Die Verwaltung der Geschichte; Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft 114, Göttingen 1996
- Tacke, Charlotte: Denkmal im sozialen Raum; Nationale Symbole in Deutschland und Frankreich im 19. Jahrhundert, Göttingen 1995
- Tietenberg, Annette: Das Kunstwerk als Geschichtsdokument; Festschrift für Hans-Ernst Mittig, München 1999
- Ullmann, Hans-Peter: Das deutsche Kaiserreich 1871-1918, Frankfurt/Main 1995
7. Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Der Bochumer Bismarckturm um 1920; Ansichtskartenmotiv 1920; in:
www.bismarcktuerme.de/ebene4/nrw/bochum.htmlAbb. 2: Der Bochumer Bismarckturm, Juni 2001; Foto: J. Bielefeld, Menden; in:
www.bismarcktuerme.de/ebene4/nrw/bochum.htmlAbb. 3: Enthüllung des Bismarckturmes am 29.06.2001, in:
www.bismarcktuerme.de/ebene4/nrw/bochum.html- Vgl. Engelskirchen, S. 86
- Vgl. Machtan, S. 7
- Zit. nach Reinartz, Graf von Krockow, S. 17
- Zit. nach: Reinartz, Graf von Krockow, S. 17/18
- Zit. nach Ausstellungskatalog DHM, S. 455
- Zit. nach Ausstellungskatalog DHM, S. 456
- Vgl. Kloos, Seele, S. 9
- Vgl. Reinartz, Graf von Krokow, S. 20
- Vgl. Kloos, Seele, S. 9
- Vgl. Reinartz, Graf von Krokow, S. 21
- Ebenda, S. 21
- Ebenda, S. 22 ff.
- Vgl. Kloos, Seele, S. 16
- Plagemann, S. 230
- Ebenda, S. 22
- Kloos, Seele, S. 23
- Aufruf der Deutschen Studentenschaft, in: Kloss, Seele, S. 24, vgl. Mai 19, S. 34
- Ebenda, S. 24
- Vgl. Kloss, Seele, S. 9
- Zit. nach Mittig, 1985, S. 76; in: Reuße, S. 100
- Zit. Plagemann 1972, S.219; in: Reuße 1995, S. 1001
- Vgl. Reuße, S. 102
- Zit. nach Schrade, S. 97
- Zit. nach Schumacher, S.83; in: Reuße, S. 102
- Zit. nach Reuß, S. 102
- Vgl. Plagemann, S. 246, in: Reuße, S. 102
- Vgl. Engelskirchen, S. 36
- Zit. nach Aufruf der deutschen Studentenschaft 1898
- Zit. nach Tittel, S. 259, in: Reuß, S. 106
- Zit. nach Reuß, S. 106
- Vgl. Mattenklott, S. 40
- Zit. nach Reuß, S. 110
- Zit. nach Aufruf der deutschen Studentenschaft 1898
- Vgl. Reuß, S. 110
- Vgl. Reuß, S. 110
- Vgl. Nipperdey, S. 577; in Reuß, S. 110
- Vgl. Reuß, S. 107
- Vgl. Nipperdey, S. 579; in: Reuß, S. 107
- Vgl. Krockow, Bismarck, S. 25
- Vgl. Reuß, S. 105
- Vgl. Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), Nr. 83, 07.04.1990
- Vgl. Ruhr-Nachrichten, 02.09.1951
- die Bezeichnung für eine in Westfalen übliche Form von wechselweise ackerbaulich und als Grünland genutzten Gemeinheitsländereien
- Vgl. Bochumer Rundschau, 21.09.1950
- Vgl. Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), Nr. 150, 30.06.1992
- Zit. in: Bochumer Rundschau, 21.09.1950
- Vgl. Bochumer Rundschau, 21.09.1950
- Vgl. Ruhr-Nachrichten, Nr. 214, 15.09.1973
- Vgl. Ruhr-Nachrichten, 02.09.1951
- Pfeilerartige Mauerstreifen
- Die angesetzten Kosten beliefen sich auf 95.000 Mark
- Zit. nach: Märkischer Sprecher, Nr. 202, 12. Dezember 1908
- Vgl. Märkischer Sprecher, Nr. 202, 12. Dezember 1908
- Küppers, S. 30
- Vgl. Kloss; Seele, S. 54
- Die Befeuerung fand in den Jahren 1910-1920 statt
- Zit. nach: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), Nr. 83, 07.04.1990, Küppers, S. 29
- Küppers, S. 30
- Ursprünglich für den Turmeingang verfasst; heute allerdings nicht mehr vorhanden.
- Aufruf der Deutschen Studentenschaft 1898
- Zit. nach Märkischer Sprecher, Nr. 202, 12. Dezember 1908
- Ehemals 150 Treppen
- Vgl. Kloss, Seele, S. 55,56; Timm, S. 26
- Vgl. Timm, S. 25
- Über die Art und Umfang der Renovierungsarbeiten liegen keine Informationen vor
- Vgl. WAZ, Nr. 129, 04.06.1987
- Vgl. Ruhr-Nachrichten, Nr. 67, 19.03.1988
- Vgl. Ruhr-Nachrichten, Nr. 137, 14.06.1988
- Vgl. Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Nr. 191, 18.08.1999
- Vgl. Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Nr. 44, 21.02.2001
- Vgl. www.bismarcktuerme.de
- Zit. nach: Wilhelm Hünnebeck aus seinem Schreiben vom 28. April 1933 an den Oberlandesgerichtspräsidenten in Hamm
- Die Quelle befindet sich in einem schlechten Zustand
- Auf der sich heute im Turminneren befindenden Tafel wurde der letzte Satz „..Freunde (errichteten?) sie im Jahre seines frühen Todes" ausgelassen
- Justizrat Dr. Mummenhoff, Märkischer Sprecher, 03.04.1911, in: Akte Denkmäler und Brunnen, Registratur Kulturamt Nr. 45, vgl auch „Bismarck. Bochum, Erinnerungen und Urkunden aus einer Bismarckstadt der westfälischen Mark, 1915
- Zit. nach Märkischer Sprecher, 03.04.1911, in: Akte Denkmäler und Brunnen, Registratur Kulturamt, Nr. 45
- Vgl. ebenda
- Zit. nach Märkischer Sprecher, 03.04.1911, in: Akte Denkmäler und Brunnen, Registratur Kulturamt, Nr. 45
- Vgl. Märkischer Sprecher, 03.04.1911, in: Akte Denkmäler und Brunnen, Registratur Kulturamt, Nr. 45
- Vgl. Engelskirchen, S. 2
- Zit. nach J. Spielmann; in: Mai / Schmirber, 1989, S. 112
- Vgl. Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Nr. 129, 04.06.1987
- Timm, S. 23
- Kloss, Seele, S. 7
Autorin: Katrin Grundmann