The Message
HoughtonDas Medium als Künstler.
Kunst und Okkultismus.Höhere Wesen diktieren ganze Texte, Stimmen aus dem Jenseits befehlen
zu malen, Geister machen sich durch Klopfzeichen bemerkbar und lassen
Medien in unbekannten Sprachen sprechen. Okkulte Praktiken, Stimmen
höherer Wesen und magische Momente wurden oft nicht nur in der
bildenden Kunst als suspekt empfunden.
Die Ausstellung
The Message - Das Medium als Künstler stellt erstmals die erstaunliche Wirkungsgeschichte eines weitgehend unbekannten Phänomens in der Kunst von 1850 bis heute vor:
Die von Claudia Dichter, Michael Krajewski und Susanne Zander
kuratierte Ausstellung versammelt Gemälde, Zeichnungen und automatische
Radierungen von über 25 Künstlern. Darüber hinaus schlägt sie mit
Filmaufnahmen, Fotoaufnahmen und Tonaufnahmen einen Bogen von den frühesten
mediumistischen Werken aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis
zur Gegenwart.
Theodor PrinzEs werden Bildwerke von zu ihrer Zeit hochberühmten Medien wie Hélène
Smith (1861-1929), Georgiana Houghton (1814-1884), Victorien Sardou
(1831-1908) oder Augustin Lesage (1876-1954) vorgestellt - aber auch
die erstaunlichen Gemälde der Schwedin Hilma af Klint (1862-1944), die
nahezu in Isolation frühe abstrakte Kompositionen parallel zu Wassily
Kandinsky entwickelte.
Der Schriftsteller André Breton verglich 1933
die unerklärlichen Phänomene mit der Kunst der Surrealisten in seinem
ausführlichen Essay "Die automatische Botschaft". Der Amerikaner Ted
Serios belichtete Ende der 60er Jahre vor laufender Kamera des Senders
Freies Berlin Gedankenfotos - Polaroids und Film werden im Kunstmuseum
Bochum vorgestellt. Circa 40 Geisterfotos aus dem berühmten Archiv des
Münchner Parapsychologen Albert von Schrenck-Notzing (1862-1929) bannen
den Kontakt mit dem Übersinnlichen ins Bild; historische Tonaufnahmen
von Medien lassen erstmals okkulte Stimmen hörbar werden.
Vieira-Schmidt-InstallationNoch heute entstehen Bildwerke unter “höherem Einfluss”: Über eine
halbe Million zeichnerische Botschaften der in Berlin lebenden Vanda
Vieira-Schmidt stapeln sich zur meterhohen Installation. Der Amerikaner
Paul Laffoley (*1940) illustriert in seinen Gemälden fantastische
Theorien über Zeitreisen, schwarze Löcher und mathematische Fragen zur vierten und fünften Dimension.
Liste der Künstlerinnen und Künstler:
Gonzales Consuelo Amezcua, Maguerite Burnat-Provins, Helen Butler
Wells, Fernand Desmoulin, Madge Gill, Margarethe Held, Georgiana
Houghton, Hilma af Klint, Paul Laffoley, Augustin Lesage, Raphael
Lonné, Léon Petitjean, Miloslava Ratzingerova, Victorien Sardou,
Malvina Schnorr von Carolsfeld, Ted Serios, Hélène Smith
(Catherine-Elise Müller), Johann-Heinrich Stratil, Barbara Suckfüll,
Jeanne Tripier, Adelma von Vay, Vanda Vieira-Schmidt, Agatha
Wojciechowsky und circa 40 Geisterfotos aus dem Archiv Albert von
Schrenck-Notzing sowie historische Tonaufnahmen, die Andreas Fischer
und Thomas Knoefel in historischen Archiven recherchiert und
zusammengestellt haben.
Laffoley-Mind Physics. The Burning of Samsara. Begleitprogramm zur Ausstellung "The Message"