Wir für Sie - die Frauen und Mädchen in Bochum
Inhaltsverzeichnis
Vorbei die Zeiten, in denen Frauen in “lila Latzhosen” auf die Straße gingen, um für ihre Rechte zu kämpfen. Die Vorreiterinnen, die in den sechziger und siebziger Jahren den Weg zur Gleichberechtigung ebneten, haben viel erreicht. Seit gut zwei Jahrzehnten ist Frauenförderung und Gleichstellung institutionalisiert: So wurde 1986 die Gleichstellungsstelle der Stadt Bochum gegründet. Und es gibt eine aus vielen Facetten bestehende - zum Teil ehrenamtliche - Frauenarbeit in Bochum, die von Vereinen, Verbänden und Institutionen mit viel Engagement getragen wird. Fragt man heute Mädchen oder junge Frauen, ob sie „frauenbewegt“ seien, so werden die meisten verneinen – emanzipiert fühlt sich hingegen ein Großteil von ihnen. Und dennoch gibt es immer noch Baustellen, längst sind Frauen nicht in allen Bereichen gleichberechtigt. Waren es früher eher Forderungen nach freiem Zugang zu Bildung oder selbstbestimmtem Muttersein, rücken heute die Felder „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, „Frauen in Führungspositionen“ oder die „Mitsprache im öffentlichen Leben“ ins Blickfeld – Themen, die wir nicht aus den Augen verlieren werden.
Gleichstellung - Die Fakten
Der Schein trügt: Trotz der rechtlich geforderten Gleichberechtigung sind Frauen nach wie vor häufig benachteiligt - in vielen Punkten:
- Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- Beruf und Karriere
- Gestaltung des öffentlichen Lebens
- Gewalt
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Kindererziehung und Familienarbeit ist auch heute noch Frauensache. Viele Mütter kleiner - oder größerer - Kinder schränken ihre Erwerbsarbeit ein oder geben sie gar auf - und nehmen damit in Kauf, dass sie sich auf dem Arbeitsmarkt, beim Einkommen und bei der sozialen Sicherung deutlich schlechter stellen. Auch wenn das Engagement der Väter in den letzten Jahren etwas zugenommen hat - häufig bleibt Vätern neben der Rolle, die eigene Familie ökonomisch abzusichern, eher die Rolle des Freizeitvaters.
Immerhin - nach Einführung des Elterngeldes nutzen rund 10 Prozent der Väter die Möglichkeit, eine Elternzeit zu beantragen. Experten beschreiben zur Zeit einen Wandel des “Väterbildes”. Dennoch - leider gelingt es bisher den Vätern - und auch deren Arbeitgebern - nur zögerlich, sich aus den tradierten Rollen zu lösen und einen neuen Zugang zur Familie zu finden.
Beruf und KarriereFrauen haben in Sachen Ausbildung häufig die Nase vorn. Trotzdem sind unter den rund 2,9 Millionen Führungskräften in Deutschland nur etwa 600.000 weiblich. Viele Frauen stoßen also an die berühmte gläserne Decke. Die Qualifizierung der Frauen spiegelt sich auch nicht in ihrem Gehalt wider - verdienen sie doch im Durchschnitt bei gleicher Arbeitszeit mindestens 20 Prozent weniger als Männer.
Gestaltung des öffentlichen LebensDeutschland hat erstmals in seiner Geschichte eine Kanzlerin. Dennoch sitzen Frauen sowohl in der Politik, als auch in Wirtschaft und Verwaltung selten „am Hebel“. Auf Gruppenfotos von Treffen wichtiger Köpfe finden sich in der Regel höchstens zwei weibliche Gesichter. Zwei Zahlen unterstreichen dieses Bild: Im Landtag NRW sind 51 von insgesamt 187 Abgeordneten weiblich, im Rat der Stadt Bochum sind es 24 von 76. Das ist immer noch zu wenig.
GewaltBundesweit suchen jährlich rund 45.000 Frauen Zuflucht in Frauenhäusern; nach einer repräsentativen Studie des Bundes zu Gewalt gegen Frauen haben 37 Prozent der befragten Frauen in ihrem Leben ab dem 16. Lebensjahr schon einmal Gewalt oder körperliche Übergriffe erlebt - Fakten, die betroffen machen!
Unser Selbstverständnis, unsere Ziele
Frauenleben haben viele Facetten. Jede Frau, jedes Mädchen hat ihre eigene Vorstellung davon, wie sie leben möchte. Wir setzen uns dafür ein, dass Frauen und Mädchen die Entscheidungsfreiheit haben und ihr Leben selbst bestimmen können - getreu dem Motto ”Jede, wie sie mag!” Chancengleichheit ist nicht nur ein Wort, sondern muss mit Leben gefüllt werden. Wir arbeiten dafür, dass aus den Visionen in folgenden Bereichen Realität wird:
- Familie
- Karriere
- Öffentliches Leben
- Gewalt
FamilieKindererziehung und Pflege von Angehörigen ist ein Beruf wie jeder andere auch: Familienarbeit ist gesellschaftlich anerkannt. Deshalb können sich Mütter und Väter gleichermaßen Zeit für die Erziehung ihrer Kinder nehmen und trotzdem arbeiten – beide in einem Beruf, der die Existenz sichert. Mütter und Väter nehmen Elternzeit und nutzen die Möglichkeit, Familie und Job zu verbinden.
KarriereFrauenberufe? Männerberufe? Diese Klischees sind veraltet. Das Einzige, was zählt, sind Fähigkeiten und Qualifikationen der Bewerberinnen und Bewerber. Dadurch kommen auch ungefähr gleich viele Frauen wie Männer in Unternehmen und Organisationen nach ganz oben. Und natürlich verdienen Frauen genau so viel wie ihre männlichen Kollegen.
Öffentliches LebenIn Politik, Wirtschaft und Verwaltung entscheiden gleich viele Frauen und Männer. Dass die Verantwortlichen bei allen Planungen genau hinschauen, ob die Interessen und Belange beider Geschlechter berücksichtigt sind, ist selbstverständlich. So wird das Umfeld für Männer und Frauen lebenswert gestaltet.
GewaltGewalt gegen Frauen und Mädchen hat keine Chance mehr. Es gibt weder seelische, noch körperliche Übergriffe; Frauen und Mädchen können sich überall ohne Angst bewegen. Wer dennoch von Gewalt betroffen ist, kann mit Schutz und Hilfe rechnen, und zwar schnell und unbürokratisch.
Unsere Arbeit
Die Situation der Frauen und Mädchen haben wir fest im Blick. Wir entwickeln Maßnahmen und Projekte, um die Lage ständig zu verbessern. Dabei unterstützen wir Sie, die Bochumer Frauen, wenn Sie Rat und Informationen suchen, Hilfe brauchen oder selber mitmischen und gestalten möchten. Die Bereiche, mit denen wir uns beschäftigen, sind so unterschiedlich wie die Frauen, die in dieser Stadt leben. Wir verfolgen das Geschehen und setzen selber Schwerpunkte oder greifen Impulse aus Verwaltung und Politik auf. Andere Arbeitsfelder rücken in den Mittelpunkt, weil ein Thema gerade unter den Nägeln brennt. Einige Beispiele dafür sind:
- Gender Mainstreaming
- Kooperation und Netzwerkarbeit
- Projektarbeit
Gender MainstreamingGender Mainstreaming – dieses Konzept schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: So werden zum einen die Interessen von Frauen und Mädchen gestärkt. Zum anderen geht Gender Mainstreaming noch einen Schritt weiter – nämlich in die Richtung, dass grundsätzlich im Hinblick auf Rollenverteilung und Geschlechterverhältnis etwas geändert werden muss. Jede Entscheidung, jedes Vorhaben, hat Auswirkungen auf Frauen und Männer. Und genau das müssen die Verantwortlichen berücksichtigen. Und das nicht erst ganz zum Schluss, sondern von Anfang an. Denn fest steht: Frauen und Männer, Mädchen und Jungen haben unterschiedliche Bedürfnisse. So wünschen sich Mädchen beispielsweise häufig andere Spielplätze als Jungen, Frauen benötigen bei Krankheit oft eine andere Behandlung als Männer, und Frauen und Männer haben unterschiedliche Wünsche an eine familienfreundliche Stadtplanung. Gender Mainstreaming ist somit nicht Aufgabe eines oder einer Einzelnen. Vielmehr müssen alle Akteurinnen und Akteure aus Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen, wenn sie diese Strategie umsetzen wollen. Wir begleiten und koordinieren den Prozess, bringen unser Wissen ein und vermitteln auch Expertinnen und Experten.
Kooperation und NetzwerkarbeitEinzelkämpferinnen können zumeist nur wenig bewegen – zusammen sind wir stärker. Daher legen wir großen Wert auf Vernetzung. Je mehr Frauen in einem Boot sitzen, desto mehr können wir erreichen. Netzwerkarbeit ist daher ein wichtiger Pfeiler unserer Arbeit. Dabei flechten wir ein tragfähiges Netz an Beratungsangeboten, Bildungsangeboten und Hilfsangeboten. Zudem sind wir in zahlreichen Netzwerken organisiert, die sich die Chancengleichheit zwischen Frau und Mann auf ihre Fahnen geschrieben haben. Ein besonders gutes Beispiel für erfolgreiche Netzwerkarbeit ist das “Netzwerk gegen Häusliche Gewalt“ – dieses Projekt haben wir zusammen mit der Polizei ins Leben gerufen. Das Ziel: betroffenen Frauen und ihren Kindern schnell und wirkungsvoll zu helfen. Neben uns wirken verschiedene Bochumer Organisationen und Beratungseinrichtungen mit. Außerdem arbeiten wir in unterschiedlichen Arbeitskreisen zum Thema “Schutz vor Gewalt” mit. Wir kooperieren zum Beispiel mit Frauen aus Verbänden, Kirchen, Parteien, Gewerkschaften und arbeiten mit verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung zusammen. Dabei setzen wir auf kontinuierlichen Austausch, denn ohne Information über die Arbeit der anderen kann Netzwerken nicht funktionieren. Und: Wer selber ein Netzwerk aufbauen oder Kontakte knüpfen möchte, sollte zu uns kommen. Auf unsere Kompetenz in Sachen Netzwerke und Kooperationen können Sie bauen!
ProjektarbeitStadtentwicklung, Gesundheit, Wohnen und Familienfreundlichkeit: Das sind die Themen der Zukunft. Aber auch Kunst, Kultur und Sport sind Bereiche, die viele spannende Ansatzpunkte haben. Und wir gestalten in vielen Projekten mit – immer das Ziel vor Augen, die Situation von Frauen und Mädchen zu verbessern.
Wir sind für Sie da - für die Frauen und Mädchen in Bochum.
Sprechen Sie uns an!