Wie bist Du zu Deiner Sportart gekommen?Ein Junge aus der Nachbarschaft hat im Verein gespielt. Wir sind mit
mehreren Kindern mit ihm zum Training gegangen und ich bin dabei
geblieben.
Und wie bist Du Leistungssportler geworden?Das hat sich mit der Zeit ergeben. Wobei man sagen muss, dass es mir eigentlich nicht so bewusst war.
Was treibt Dich an, sportliche Höchstleistungen zu erbringen?Mir macht es einfach Spaß und ich bin sehr ehrgeizig.
Gab es Phasen, in denen Du mit dem Leistungssport aufhören wolltest?Natürlich gibt es mal Phasen, in denen man nicht so große Lust hat und
einem das alles zu viel wird, doch beim nächsten Erfolgserlebnis geht
es dann meist wieder bergauf.
Was bedeutet es für Dich an einem Olympiastützpunkt zu trainieren?Das kann ich noch gar nicht so genau sagen, denn ich trainiere
hauptsächlich im Verein beziehungsweise im Kader. Aber es ist schon praktisch,
überhaupt die Möglichkeit zu haben am Olympiastützpunkt zu trainieren.
Welche Leistungen des Olympiastüzpunktes nimmst Du in Anspruch?Ich nutze die Physiotherapie und die Laufbahnberatung.
Was gefällt Dir an Wettkämpfen?Der sportliche Vergleich mit anderen.
Was magst Du daran überhaupt nicht?Mir gefällt es nicht, dass manchmal der Wettkampfgedanke überhand nimmt
und einige dadurch unfair werden. Der sportliche Erfolg anderer sollte
anerkannt werden.
Woran denkst Du und was fühlst Du kurz vor dem Start eines großen Wettkampfes?Ich freue mich darauf, denn es ist immer wieder etwas besonderes.
Welcher Wettkampf war für Dich der schönste, welcher der schwierigste?Mein schönster Wettkampf war sicherlich die U19 Weltmeisterschaft 2004 in Thailand -
dort wurden wir Weltmeister. Aber auch "kleinere Erfolge" wie zum Beispiel eine
Meisterschaft mit der Mädchenmannschaft oder Ähnliches waren für mich
immer etwas besonderes.
Ich denke, jeder Wettkampf ist schwierig. Besonders enttäuschend aber
waren die U19- Europameisterschaft 2003 im eigenen Land, bei der wir in der Vorrunde
ausschieden und die
U19-Europameisterschaft 2004, bei der wir das Turnier dominierten,
im Endspiel allerdings einen rabenschwarzen Tag erwischten und 2:1
verloren.
Welche Sportart neben der eigenen gefällt Dir besonders gut, welche findest Du eher fragwürdig?Ich bin eigentlich generell sehr sportinteressiert und sehe mir, wenn
ich Zeit habe, viele Sportarten im Fernsehen an. Aber zum Beispiel
Schach als Sport zu sehen, finde ich ein bisschen übertrieben. Außerdem
finde ich Boxen nicht so toll, weil ich nicht den Sinn dieser Sportart
erkenne. Aber vielleicht habe ich mich bislang auch zu wenig mit der
Sportart auseinander gesetzt.
Fühlst Du Dich richtig gesund oder hast Du ständig mit großen und kleinen Verletzungen zu tun?Es gibt immer mal wieder kleinere und größere Blessuren, aber insgesamt fühle ich mich meistens gesund.
Was war bisher Deine schwerste Sportverletzung?Im Jahr 2001 zog ich mir einen Innenmeniskuseinriss zu. Es folgte eine
Knie-Operation und eine achtwöchige Pause. Das war schlimm (nicht nur
für mich, sondern auch für mein Umfeld).
Was ist Deine Einstellung gegenüber den Medien? Wird zu viel, zu wenig, meist wahr oder meist falsch über dich berichtet?Das ist sehr unterschiedlich. Insgesamt wird noch zu wenig über
Frauenfußball berichtet, aber durch die sportlichen Erfolge der
Nationalmannschaft wird die Sportart mittlerweile zumindest
wahrgenommen. Ich denke, es gibt viele andere Sportarten, die noch gar
nicht von den Medien wahrgenommen werden. über mich persönlich wird
nicht so viel berichtet (das ist auch gut so). Aber wenn es so ist,
werden auch schon einmal Dinge nicht so gut wiedergegeben und es
entsteht ein falscher Eindruck. Es gibt allerdings auch gute Berichte
über mich.
Wie fühlt man sich denn so als Weltmeister?Nicht anders als vorher. Mein Leben hat sich dadurch nicht geändert und
ich bin immer noch der gleiche Mensch wie vorher, worüber ich froh bin.
Welche Chancen und Pläne hast Du nach Deinem sportlichen Karriereende?Darüber mache ich mir jetzt noch keine großen Gedanken, denn
schließlich habe ich noch einiges vor mir, wenn ich von Verletzungen
verschont bleibe. Erst einmal möchte ich mein Studium abschließen.
Nimmst Du hierbei den Service des Olympiastützpunktes in Anspruch?Das kann ich noch nicht genau sagen.
Ist Hochleistungs-Sport ohne Umfeldmanagement nach Deiner Meinung heutzutage überhaupt noch möglich?Als Hochleistungssportler braucht man sicherlich Unterstützung von
vielen Seiten. Ob man das immer als Management bezeichnen muss, ist die
andere Frage. Wichtig sind Menschen im Umfeld, denen man vertraut und
die einen unterstützen.
Wie viel Zeit bleibt Dir noch für private Kontakte außerhalb des Sports?Ich versuche immer, dass noch genug Zeit für Freunde bleibt. Wobei
meine Freunde sehr nachsichtig sind, wenn es einmal zeitlich nicht so
klappt. Es ist manchmal schon schwer, Freundschaften zu pflegen.
Wirst Du in Deinem privaten Umfeld eher bewundert oder bedauert?Eher bewundert, allerdings sehen die Menschen oftmals nur die Seite des
Erfolgs und nicht die des zeitlichen Aufwands und der hohen Belastung.
Glaubst Du, dass Deine Persönlichkeit eine andere wäre, wenn Du keinen Leistungssport betreiben würdest?Das kann schon sein. Aber genau kann ich es nicht sagen, denn ich
treibe schon mein ganzes Leben Sport. Ich denke, dass mich das sehr
geprägt hat.
Was musst Du laut Ernährungsplan unbedingt essen, und was ist Dein Lieblingsessen?Ich habe eigentlich keinen Ernährungsplan, sondern versuche mich nicht
allzu ungesund zu ernähren. Mein Lieblingsessen ist Curry-Reis von
meiner Mama.
Hast Du ein Lieblingsbuch? Einen Lieblingsfilm? Welche Musik hörst Du gerne?Mein Lieblingsfilm ist "Gegen jede Regel" mit Denzel Washington. Typisch - natürlich ein Sportfilm.
In Sachen Musik höre ich eigentlich fast alles, meistens die Charts.
Was ist Dein sportliches Ziel?Mein Ziel ist es, gesund zu bleiben, gute Leistungen im Verein zu
zeigen und mich darüber hinaus in der Frauen-Nationalmannschaft zu
etablieren. Allerdings gebe ich mir dafür noch ein bisschen Zeit.