Interview mit Lina Rohe
Wie bist Du zu Deiner Sportart gekommen?Ich
bin mit neun Jahren in die Nähe unseres Vereinsfreibades
(SV Blau Weiß Bochum) gezogen und da habe ich Wasserball
einfach mal ausprobiert. Und es hat mir gefallen.
Und wie bist Du Leistungssportlerin geworden?In
den ersten
Jahren macht man schnell große Fortschritte, aber dann wird es
immer schwerer, sich zu verbessern. Und das hat mich gereizt, sehr
viel Zeit dafür zu investieren.

Was treibt Dich an, sportliche Höchstleistungen zu erbringen?Meine
Mannschaft nach vorne zu bringen und am Ende, wenn es geklappt hat
oder nicht geklappt hat, sagen zu können, man hätte alles gegeben.
Gab es Phasen, in denen Du mit dem Leistungssport aufhören wolltest?Ja, ich
glaube, diese Phasen durchläuft jeder Sportler. Am schlimmsten
ist es, wenn man morgens um fünf Uhr aufstehen muss, um zum Training zu gehen
oder wenn man kein einziges Wochenende frei hat und die Freunde
total vernachlässigt. Aber solange man weiß, wofür man das alles
tut, gehen die Phasen auch wieder vorbei.
Was bedeutet es für Dich an einem Olympiastützpunkt zu trainieren?Ich denke es ehrt einen Sportler, es ist etwas Besonderes.
Welche Leistungen des Olympiastützpunktes nimmst Du in Anspruch?Unter
der Woche eigentlich nicht so viel, dafür bin ich fast jedes
Wochenende dort, trainiere, esse und schlafe dort.
Was gefällt Dir an Wettkämpfen?Zu sehen, dass es sich lohnt, so viel zu trainieren und zu gewinnen natürlich.
Was magst Du daran überhaupt nicht?Ich denke mal, verlieren möchte niemand.
Was denkst und fühlst Du kurz vor dem Start eines großen Wettkampfs?Kribbeln
im Bauch, die ganze Mannschaft ist angespannt, aber das ist sofort
nach dem Anpfiff verflogen.
Welcher Wettkampf war für Dich der schönste, welcher der schwierigste?Der schönste
die Weltmeisterschaft in Australien (2001), die schwierigste weiß ich im
Moment nicht.

Welche Sportart neben der eigenen gefällt Dir besonders gut, welche findest Du eher fragwürdig?
Handball
gefällt mir. Volleyball auch. Turnen nicht so, aber ich würde es
nicht fragwürdig bezeichnen, es wäre nur einfach nichts für mich.
Fühlst Du Dich richtig gesund oder hast Du ständig mit großen und kleinen Verletzungen zu tun?
Ich
bin nicht häufig krank und hatte zum Glück auch noch keine
ernsthafte Verletzung. Nur wie jeder Wasserballer Schulterprobleme durch die
einseitige Belastung.
Was war bisher Deine schwerste Sportverletzung?
Wie gesagt, keine ernsthafte.
Welche Chancen und Pläne hast Du nach Deinem Sport-Karriereende?Gute Frage, ich habe nämlich absolut keine Ahnung, was ich später beruflich
machen will. Mein erstes Ziel ist zunächst das Abitur.
Nimmst Du hierbei den Service des Olympiastützpunktes in Anspruch?Ich
denke schon, dass die Laufbahnberatung mir helfen kann, wenn ich mein
Abitur fertig habe.
Ist Hochleistungs-Sport ohne Umfeldmanagement nach Deiner Meinung heutzutage überhaupt noch möglich?Schwer, denke ich.
Wieviel Zeit bleibt Dir noch für private Kontakte außerhalb des Sports?Sehr
wenig, die meisten Freunde hat man beim Sport und die anderen müssen häufig
zurückstecken.
Wirst Du in Deinem privaten Umfeld eher bewundert oder bedauert?Eher bewundert.
Glaubst Du, dass Deine Persönlichkeit eine andere wäre, wenn Du keinen Leistungssport betreiben würdest?Ja
mit Sicherheit, der Sport, die Mannschaft, das prägt eine Persönlichkeit.
Es ist schwer zu sagen, ob und wie anders ich wäre. Aber ich bin mir ziemlich
sicher, das ich anders wäre.
Was musst Du laut Ernährungsplan unbedingt essen, und was ist Dein Lieblingsessen?Beim Wasserball ist das nicht ganz so streng, wie in anderen Sportarten mit
der Ernährung. Natürlich sollten wir darauf achten, nicht so viele
Süßigkeiten zu essen und vor einem Wettkampf viel Kohlenhydrate zu
uns zu nehmen. Mein Lieblingsessen sind Aufläufe aller Art mit Gemüse.
Ich esse kein Fleisch.
Hast Du ein Lieblingsbuch? Einen Lieblingsfilm? Welche Musik hörst Du gerne?Ich
bin ein absoluter Lesemuffel, deshalb wüsste ich nicht, was mein Lieblingsbuch
ist. Mein Lieblingsfilm: Romeo und Julia
Was ist Dein sportliches Ziel?Ein Traum für jeden Sportler ist
die Olympiade, denke ich. Für mich natürlich auch.