Interview mit Franz Sagmeister

Wie bist Du zu Deiner Sportart gekommen?Ich wurde vor sieben Jahren von Bekannten angesprochen. Diese haben mich gefragt, ob ich nicht
Lust hätte bei einem Probetraining am Königsee teilzunehmen. Dieses Probetraining
war mein Einstieg zum Bobsport.
Und wie bist Du Leistungssportler geworden?Im selben Jahr habe ich mich dann an der Sportschule der Bundespolizei beworben und wurde
dort auch aufgenommen. Seit dieser Zeit betreibe ich Leistungssport.
Was treibt Dich an, sportliche Höchstleistungen zu erbringen?Das Ziel, am Ende auf dem Treppchen ganz oben zu stehen.
Gab es Phasen, in denen Du mit dem Leistungssport aufhören wolltest?Bis jetzt noch nicht.
Was bedeutet es für Dich an einem Olympiastützpunkt zu trainieren?Für mich hat es den einen Vorteil, weil man hier ideale Trainingsbedingungen hat.
Welche Leistungen des Olympiastützpunktes nimmst Du in Anspruch?Vor allem die medizinische Versorgung, wie Arzt und Physiotherapie.
Was gefällt Dir an Wettkämpfen?Sich mit anderen Mannschaften zu messen.
Was magst Du daran überhaupt nicht?Zu verlieren.
Was denkst und fühlst Du kurz vor dem Start eines großen Wettkampfs?Ich konzentriere mich nur darauf, einen guten Job zu machen.

Welcher Wettkampf war für Dich der schönste, welcher der schwierigste?
Der schönste war in Salt Lake City bei den Olympischen Spielen, der schwierigste war die
Qualifikation dafür.
Welche Sportart neben der eigenen gefällt Dir besonders gut, welche findest Du eher fragwürdig?
Eishockey finde ich sehr gut. Welche Sportart ich fragwürdig finde? Fällt mir jetzt
so auf Anhieb nichts ein.
Fühlst Du Dich richtig gesund oder hast Du ständig mit großen und kleinen Verletzungen zu tun?Im Moment fühle ich mich rundum gesund.
Was war bisher Deine schwerste Sportverletzung?Eine Verletzung am Knie, letztes Jahr.
Wie ist Deine Einstellung gegenüber den Medien? Wird zu viel, zu wenig, meist wahr oder meist falsch über Dich berichtet?-
Welche Frage würdest Du gern einmal gestellt bekommen?-
Welche Chancen und Pläne hast Du nach Deinem Sport-Karriereende? Nimmst Du hierbei den Service des Olympiastützpunktes in Anspruch?Nach dem Sport werde ich weiterhin bei der Bundespolizei bleiben.
Ist Hochleistungs-Sport ohne Umfeldmanagement nach Deiner Meinung heutzutage überhaupt noch möglich?Nein. Das ist meiner Meinung nach heutzutage nicht mehr möglich.
Wieviel Zeit bleibt Dir noch für private Kontakte außerhalb des Sports?Die Zeit ist natürlich weniger geworden seitdem ich den Sport betreibe, aber der Kontakt ist
nach wie vor vorhanden. Man freut sich dann umso mehr, wenn man sich wieder sieht.
Wirst Du in Deinem privaten Umfeld eher bewundert oder bedauert?Den meisten gefällt es was ich mache, jedoch nicht alle könnten das, ständig
unterwegs zu sein und aus dem Koffer zu leben.
Glaubst Du, dass Deine Persönlichkeit eine andere wäre, wenn Du keinen Leistungssport betreiben würdest?Ich denke schon.
Was musst Du laut Ernährungsplan unbedingt essen, und was ist Dein Lieblingsessen?Nein muss ich nicht, und Pfannkuchen esse ich sehr gerne.
Hast Du ein Lieblingsbuch? Einen Lieblingsfilm? Welche Musik hörst Du gerne?Herr der Ringe, Knockin' on Heavens Door, bei der Musik höre ich eigentlich fast alles.
Was ist Dein sportliches Ziel?Turin 2006.
Im Oktober 2005 beendete Franz Sagmeister seine aktive Sportlerkarriere.Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?Ich bin ja seit 1989 bei der Bundespolizei und war dort für den
Bobsport freigestellt, solange ich in der Nationalmannschaft aktiv war.
Die Bundespolizei bietet mir viele Möglichkeiten und dort werde ich nun auch versuchen beruflich Fuß zu fassen.
Fällt es schwer nach so langer Zeit im Hochleistungssport plötzlich aufzuhören?
Es fällt mir nicht so schwer wie manche Leute glauben. Für mich stand
im Laufe der Saison fest, dass dies meine letzte sein wird, ganz egal
ob ich mich für die Olympischen Spiele in Turin qualifiziere oder auch
nicht. Somit kam es für mich nicht allzu überraschend, denn ich habe in
den Monaten davor lange darüber nachgedacht, was ich machen werde.
Machst Du privat weiter Sport? Wenn ja welche?Ich denke mal, Sport an sich wird mich mein ganzes Leben hindurch
begleiten. Jedoch nicht mehr so extrem wie in den letzten zehn Jahren.
Habe in Zukunft vor, mich etwas mehr mit Ausdauersportarten wie
Fahrradfahren und Joggen zu befassen.