Grafik: Bochumer Panorama mit Stadtwappen.

Interview mit Sven Peter

Sven Peter

Sportarten: Bobsport
Die Fahrer beim Olympiastützpunkt
Beim Olympiastützpunkt Westfalen / Bochum trainierte bis Mai 2004 der Bobfahrer Sven Peter, Jahrgang 1968, 1,90 Meter, 95 Kilo.

Wie bist Du zu Deiner Sportart gekommen?
Der Winterberger Bob-Pilot Christian Schebitz suchte per Videotext.

Und wie bist Du Leistungssportler geworden?
Mit 13 Jahren (1981) bin ich zur Kindersportschule und Jugendsportschule in Rostock gekommen und damit auch zum Leistungssport (Leichtathletik) und erst danach ab 1992 zum Bobsport.

Was treibt Dich an, sportliche Höchstleistungen zu erbringen?
Herausfinden, wo die eigenen Grenzen liegen.

Gab es Phasen, in denen Du mit dem Leistungssport aufhören wolltest?
Diese Phasen gibt es immer mal, besonders nach schweren Verletzungen.

Was bedeutet es für Dich an einem Olympiastützpunkt zu trainieren?
Optimale Trainingsbedingungen und sehr gute Betreuung.

Welche Leistungen des Olympiastützpunktes nimmst Du in Anspruch?
Täglich die Trainingsanlagen, ärztliche Versorgung, Physiotherapie, Essen et cetera.

Was gefällt Dir an Wettkämpfen?
Die gesamte Atmosphäre beflügelt mich.

Was denkst und fühlst Du kurz vor dem Start eines großen Wettkampfs?
Volle Konzentration auf das Rennen.

Bobsport

Welcher Wettkampf war für Dich der schönste, welcher der schwierigste?
Die Europameisterschaften 94 / 95 und der Weltmeistertitel 2001 waren die schönsten, und die olympischen Spiele 1998 in Nagano der schwierigste, da ich 14 Tage als Ersatzmann auf meinen Einsatz gehofft habe, es aber nicht dazu gekommen ist.

Welche Sportart neben der eigenen gefällt Dir besonders gut, welche findest Du eher fragwürdig?
Besonders gut : Leichtathletik und Fußball, Fragwürdig : Damenbobfahren.

Hast Du einen Lieblingssportler?
Carl Lewis, wegen seiner Ästhetik.

Fühlst Du Dich richtig gesund oder hast Du ständig mit großen und kleinen Verletzungen zu tun?
Kleinere Verletzungen gehören zum Sportleralltag.

Was war bisher Deine schwerste Sportverletzung?
Durch einen Sturz bei einer Trainingsfahrt in St. Moritz erlitt ich eine schwere Verbrennung dritten Grades an der Schulter.

Wie ist Deine Einstellung gegenüber den Medien? Wird zu viel, zu wenig, meist wahr oder meist falsch über Dich berichtet?
Meine Einstellung zu den Medien ist gut, aber da Bobfahren eher eine Randsportart ist, haben die wenigsten Sportjournalisten Fachkenntnis und Fakten werden öfter falsch wiedergegeben.

Welche Chancen und Pläne hast Du nach Deinem Sport-Karriereende? Nimmst Du hierbei den Service des Olympiastützpunktes in Anspruch?
Die Laufbahnberatung würde ich in Anspruch nehmen, wenn ich meine beruflichen Ziele nicht verwirklichen kann.

Ist Hochleistungs-Sport ohne Umfeldmanagement nach Deiner Meinung heutzutage überhaupt noch möglich?
Nein.

Wieviel Zeit bleibt Dir noch für private Kontakte außerhalb des Sports?
Im Sommer reduziert möglich, im Winter fast gar nicht.

Wirst Du in Deinem privaten Umfeld eher bewundert oder bedauert?
Bewundert.

Glaubst Du, dass Deine Persönlichkeit eine andere wäre, wenn Du keinen Leistungssport betreiben würdest?
Nein.

Was musst Du laut Ernährungsplan unbedingt essen, und was ist Dein Lieblingsessen?
Ich kann alles essen. Am liebsten esse ich italienisches Essen.

Hast Du ein Lieblingsbuch? Einen Lieblingsfilm? Welche Musik hörst Du gerne?
Nein. Nein. Alles moderne.

Was ist Dein sportliches Ziel?
Weltmeisterschaft 2004.

Nach 20 Jahren Hochleistungssport beendete Sven Peter im Mai 2004 seine sportliche Karriere.

Was war Dein letzter Wettkampf?

Der Weltcup in Cortina im Januar 2004 mit dem 4. Platz. Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2004 habe ich aus gesundheitlichen Gründen leider verpasst.

Wie kam es zu Deiner Entscheidung mit dem Bobfahren aufzuhören?
Das Ausstiegsalter für Bobfahrer liegt so circa bei Anfang 30, so dass ich mit 36 schon eher zu den „Alten Hasen“ gehörte. Als ich eine längere Pause einlegen musste, um alle Blessuren auszuheilen hatte ich Zeit, um über einen Ausstieg und meinen beruflichen Perspektiven nachzudenken.

Und wie sehen die aus? Was macht ein Weltmeister im Bobfahren mit 20 Jahren Erfahrung im Hochleistungssport jetzt beruflich?
Das was er am besten kann: Sport! Im Moment bin ich noch bei der Bundeswehr im Berufsförderungsdienst. Während dieser Zeit absolviere ich ein Praktikum beim Olympiastützpunkt unter anderem als Leichtathletiktrainer. Ab 2005 möchte ich ein Intensivstudium zum Sportökonom beginnen. Dem Bobsport fühle ich mich weiterhin sehr verbunden und vielleicht werden wir auf anderer Ebene noch einmal zueinander finden.


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