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Interview mit Christian Nicolay

Foto von Herrn Christian Nikolay beim Abwurf des Speeres
Speerwerfer Christian Nikolay

Wie bist Du zu deiner Sportart gekommen?
Über die Schule. Im Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ habe ich mich schon recht früh als ganz guter Werfer gezeigt. Mein damaliger Lehrer, Peter Lieser, ist heute immer noch mein Trainer.

Und wie bist Du Leistungssportler geworden?
In meiner Jugend musste ich mich zwischen Leichtathletik und Handball entscheiden. In der Leichtathletik hatte ich dann in der A-Jugend die Norm für die Junioren Weltmeisterschaft geschafft, das machte die Entscheidung dann recht einfach. Seit diesem Zeitpunkt trainiere ich etwa zehnmal pro Woche.

Was treibt Dich an, sportliche Höchstleistungen zu erbringen?
Es ist immer ein Ziel seine persönliche Bestleistung zu steigern und sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen zu wollen.

Gab es Phasen in denen Du mit dem Leistungssport aufhören wolltest?
1998 hatte ich eine schwere Verletzung. Ein Adduktoren-Abriss machte es eine lange Zeit unmöglich richtig zu laufen, oder gar zu werfen. Da habe ich schon ein paar Mal darüber nachgedacht wie es ohne Sport sein würde.

Was bedeutet es für Dich an einem Olympiastützpunkt zu trainieren?
Gute Betreuung ist im Sport sehr wichtig. Da ist es gut, wenn man sich auf „seinen“ Olympiastützpunkt verlassen kann.

Welche Leistungen des Olympiastützpunktes nimmst du in Anspruch?
In erster Linie die trainingsbegleitenden Maßnahmen wie Physiotherapie und die biomechanische Auswertung der Würfe.

Was gefällt Dir an Wettkämpfen?
Es ist schön sich gegen seine Konkurrenten messen zu können.

Was denkst und fühlst Du vor dem Start eines großen Wettkampfs?
Es entwickelt sich eine gewisse Anspannung, die von Minute zu Minute immer größer wird, je näher man zum Wettkampf kommt. Wenn diese Anspannung sich irgendwann nicht mehr einstellt, ist es Zeit ans Aufhören zu denken.

Welche Sportart neben der eigenen gefällt Dir besonders gut, welche findest Du eher fragwürdig?
Als fragwürdig bezeichne ich Frauen-Boxen. Sehr großes Interesse habe ich immer noch am Handball. Ich selbst spiele, wenn es meine Zeit zulässt, Tennis und ein wenig Golf.

Hast Du einen Lieblingssportler?
Keine besonderen.

Fühlst Du Dich richtig gesund oder hast Du es ständig mit großen und kleinen Verletzungen zu tun?
Zurzeit bin ich richtig gesund. Als Speerwerfer hat man aber immer mit kleineren Blessuren zu kämpfen.

Was war bisher Deine schwerste Sportverletzung?
Ein Aduktoren-Abriss 1998 und ein Bandscheibenvorfall 2000.

Wie ist Deine Einstellung gegenüber den Medien? Wird zu viel, zu wenig, meist wahr oder meist falsch über Dich berichtet?
Speerwerfen ist nicht gerade im Mittelpunkt des Medieninteresses, dennoch denke ich, dass ich recht fair von der Presse behandelt werde. Ich habe bis jetzt noch keine derart negativen Erfahrungen gemacht, dass ich mich daran erinnern könnte.

Welche Chancen und Pläne hast Du nach Deinem Sport-Karriereende? Nimmst Du hierbei den Service des Olympiastützpunktes in Anspruch?
Von 1992 bis 1995 habe ich eine Ausbildung zum Bankkaufmann erfolgreich abgeschlossen. Zurzeit bin ich Soldat der Sportfördergruppe Mainz. Der Olympiastützpunkt wird mit Sicherheit wenn es soweit ist, mir behilflich zur Seite stehen.

Ist Hochleistungssport ohne Umfeldmanagement nach deiner Meinung heutzutage überhaupt noch möglich?
Ich denke das Umfeld eines jeden Spitzensportlers sollte schon professionell abgestimmt werden. Das übernimmt seit Jahren die Sportagentur Helmut Ebert für mich.

Wieviel Zeit bleibt Dir noch für private Kontakte außerhalb des Sports?
Meine Freundin ist Speerwerferin. Von daher haben wir dieselben Interessen und sehen uns öfter als andere Sportler ihren Partner. Wir haben auch oft gemeinsame Wettkämpfe und Trainingslager.

Wirst Du in Deinem privaten Umfeld eher bewundert oder eher bedauert?
Meine Freunde freuen sich schon mit mir, und wenn ich von den vielen Reisen erzähle werde ich eher bewundert als bedauert.

Glaubst Du, dass Deine Persönlichkeit eine Andere wäre, wenn du keinen Leistungssport betreiben würdest?
Sport prägt schon sehr. Man wird in jungen Jahren ins kalte Wasser geworfen und muss sich durchsetzen. Davon profitiert man sein ganzes Leben.

Was musst Du laut Ernährungsplan unbedingt essen, und was ist Dein Lieblingsessen?
Ich muss unbedingt Eiweiß zu mir nehmen. Deswegen esse ich viel Fleisch. Am liebsten esse ich ein leckeres Rindersteak.

Hast Du ein Lieblingsbuch? Einen Lieblingsfilm? Welche Musik hörst Du gerne?
Mein Lieblingsfilm ist "Vanilla Sky". Musik höre ich gerne von den "Ärzten".

Was ist Dein sportliches Ziel?
Eine Medaille bei Olympia 2008.


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