Schon in der Grundschule hat mir das Springen am meisten Spaß gemacht. Dann bin ich in meinem
ersten Verein eingetreten und habe Gefallen an der Leichtathletik gefunden. Seitdem bin ich
immer dabei geblieben.
Und wie bist Du Leistungssportler geworden?Ich habe früher schon immer mit Älteren und Leistungsstärkeren zusammen trainiert. Ihre
Leistungen wollte ich immer viel früher erreichen. Das war die größte Motivation und
Ansporn für mich. Und mit der Zeit sind meine Leistungen immer besser geworden und
ich habe gemerkt, welches Potential ich habe. Das möchte ich jetzt ausschöpfen.
Was treibt Dich an, sportliche Höchstleistungen zu erbringen?Ich möchte mein individuelles Leistungsmaximum erreichen. Das ist mein Ansporn. Auch
der Vergleich mit anderen Athleten ist mir sehr wichtig und motiviert mich. Meine
Vitalität und Dynamik im Alltag begünstigen das Treiben des Leistungssports.
Gab es Phasen, in denen Du mit dem Leistungssport aufhören wolltest?Nein, bisher noch nicht. Aber es hat die Phase gegeben, in welcher ich mich entscheiden
musste, ob ich den Leistungssport überhaupt betreiben möchte. Wie ich mich entschieden habe,
wisst ihr ...
Was bedeutet es für Dich an einem Olympiastützpunkt zu trainieren?Der größte Vorteil hier ist, dass die sportlichen Anlagen alle hier vorhanden sind. Ich
brauche also keine weiten Anfahrten zu anderen Trainingsstätten aufzunehmen, um die
gleichen sportlichen Bedingungen zu finden. Zudem ist es auch angenehm, mit anderen
Leistungssportlern zusammen zu trainieren und sie beim Training zu beobachten.
Welche Leistungen des Olympiastützpunktes nimmst du in Anspruch?Tägliche Leistungssportler-Seelsorge.
Was gefällt Dir an Wettkämpfen?In erster Linie möchte ich wissen, was mein Körper zu diesem Zeitpunkt in der Lage ist,
zu leisten. Danach steht der Leistungsvergleich und Wettkampf mit anderen Athleten.
Was magst Du daran überhaupt nicht? Zu wissen, dass es Methoden gibt, die der Leistungssteigerung dienen und nicht erlaubt sind.
Woran denkst Du und was fühlst Du kurz vor dem Start eines großen Wettkampfs?Ich hoffe, dass ich an nichts denke. Der Denkprozess muss vorher abgeschlossen sein. Dann werden die
"Programme abgespult". Dann ist es meine Aufgabe, das zu tun, was von mir verlangt wird. Nicht mehr,
und nicht weniger. Vor großen Wettkämpfen ist es wünschenswert, wenn ein Gefühl von Sicherheit in
die eigene Leistungsstärke vorhanden ist.
Welcher Wettkampf war für Dich der schönste, welcher der schwierigste?Der schönste Wettkampf war für mich meine erste internationale Meisterschaft. Die Junioren-Weltmeisterschaft auf
Jamaika. Dort habe ich viel gelernt und neue Eindrücke bekommen dürfen. Jamaika ist ein tolles Land. Der
schwierigste Wettkampf für mich war die U23-Europameisterschaft 2003. Nach meiner Qualifikation für diese
Meisterschaft habe ich mich verletzt und konnte bis zum Wettkampf nicht trainieren. Diese Ungewissenheit ist
anstrengend gewesen und hat erhebliche Probleme im Wettkampf nach sich gezogen.
Welche Sportart neben der eigenen gefällt Dir besonders gut, welche findest Du eher fragwürdig?Es faszinieren mich alle Sportarten, in denen individuelle Leistungen miteinander objektiv verglichen werden
können. Mannschaftssportarten dagegen interessieren mich nicht so.
Fühlst Du Dich richtig gesund oder hast Du ständig mit großen und kleinen Verletzungen zu tun?Leistungssportler bewegen sich täglich in körperlichen Grenzbereichen. Dann ist es klar, dass die Grenze das ein oder
andere Mal überschritten wird. Große Verletzungen habe ich genug gehabt. Kleine "Weh-Wehchen" habe ich manchmal.
Was war bisher Deine schwerste Sportverletzung?Das war ein Bandscheibenvorfall im Januar 2001. Aber lasst uns nicht von Verletzungen reden, es gibt viel
schöne Dinge, die ich erlebt habe.
Welche Chancen und Pläne hast Du nach Deinem sportlichen Karriereende?Erst einmal hoffe ich, dass es bis dahin noch eine lange Zeit ist. Ich habe keine feste Vorstellung. Sicher
werde ich im Sportbereich bleiben.
Nimmst Du hierbei den Service des Olympiastützpunktes in Anspruch?Noch nicht, aber wenn es der Zeitpunkt verlangt, dann bestimmt.
Ist Hochleistungs-Sport ohne Umfeldmanagement nach Deiner Meinung heutzutage überhaupt noch möglich?Mit Sicherheit nur eingeschränkt. Leistungssportler sind enormen Belastungen ausgesetzt. Dann ist es nur
hilfreich, wenn alle unnötigen Belastungen verteilt werden können.
Wieviel Zeit bleibt Dir noch für private Kontakte außerhalb des Sports?Das ist eine Frage des Zeitmanagements. Natürlich gibt es Phasen, in denen kaum Zeit für ausgedehnte private
Kontakte gibt. Doch es gibt auch Phasen, in denen ist das sehr gut möglich. Das ist eine Frage des
Wollens, der Organisation und der Einstellung. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Wirst Du in Deinem privaten Umfeld eher bewundert oder bedauert?Beides habe ich erlebt.
Glaubst Du, dass Deine Persönlichkeit eine andere wäre, wenn Du keinen Leistungssport betreiben würdest?Ja klar. Der Leistungssport fordert ganz bestimmte Eigenschaften und
Einstellungen. Der Leistungssport ist eine Charakterschule. Oft lassen
sich diese Dinge nicht nur im Training umsetzen, sondern sie verlangen
auch die Umsetzung im Alltag. Diese Eigenschaften übertragen sich auf
den Alltag und prägen selbstverständlich meine Persönlichkeit.
Was musst Du laut Ernährungsplan unbedingt essen, und was ist Dein Lieblingsessen?Aufgrund des hohen Kohlenhydratverbrauchs ist die "Kohlenhydratmast" unverzichtbar. In welcher Art und Weise ist dabei
eigentlich egal. Gerne esse ich gebratene Nudeln mit viel Gemüse. Aber auch Reis mit einem schönen Putenbrustfilet gebe ich
grundsätzlich nie zurück.
Hast Du ein Lieblingsbuch? Einen Lieblingsfilm? Welche Musik hörst Du gerne?Ich muss gestehen, dass ich kaum lese. Und Filme sehe ich noch weniger ... aber alle Bond-Filme kenne ich auswendig.
Musik läuft bei mir immer. Meistens elektronische Musik.
Was ist Dein sportliches Ziel?Der Olympische Zehnkampf!