
Nach 1933 profitierte das Hüttenwerk mit nachgeschalteten Stahlwerken und Bearbeitungsbetrieben von der Rüstungskonjunktur und profilierte sich neben Krupp und Rheinmetall als führender Hersteller von Geschützen und Granaten. Der wirtschaftliche Aufschwung ging einher mit der Öffnung des Unternehmens für die NSDAP und ihre Gliederungen. Nationalsozialistische Organisationen gewannen durchgreifenden Einfluss auf die gesamte Belegschaft: Der Bochumer Verein wurde zu einem "Nationalsozialistischen Musterbetrieb".

Während des Zweiten Weltkrieges beschäftigte der Bochumer Verein Tausende von Zwangsarbeitern (zivile ausländische Arbeitskräfte, Kriegsgefangene und Häftlinge aus Konzentrationslagern) aus Westeuropa und Osteuropa. Der Bochumer Verein war damit der größte von der Zwangsarbeit profitierende Einzelbetrieb in Bochum. Noch Anfang 1945 setzte das Unternehmen weit über 7.500 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ein.Sie lebten in Lagern, größtenteils unter menschenunwürdigen Bedingungen. Dies trifftbesonders für die Menschen zu, die in einem Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Werksgelände des Bochumer Vereins (an der Brüllstraße) untergebracht waren. Eine große Zahl der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiterverstarb während der Kriegszeit infolge von Unterernährung, Auszehrung, Mangelerscheinungen oder Misshandlungen.

