eGovernment
Die Umsetzung des elektronischen Verwaltungshandelns auf der Basis
des Internets, kurz: eGovernment, ist konsequent in die moderne Öffentliche Verwaltung integriert worden.
Ständig neue Herausforderungen, wie die Barrierefreiheit des Internetauftritts und das WEB 2.0,
erfordern schnelles und innovatives Handeln der Verwaltung.
Eine Stadt muss sich als innovativer Dienstleister im Internet präsentieren und damit
einen Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes leisten. Des Weiteren
ist die Verwaltung durch das Informationsfreiheitsgesetz verpflichtet, den Bürgerinnen
und Bürgern frei verfügbare Informationen auf allen möglichen Kommunikationswegen zur Verfügung zu stellen.
Das Internet hat die Welt erobert:
- Rund 80 Prozent aller Deutschen haben heute einen Zugang (privat oder dienstlich) zum Internet
- Bürger nutzen das Internet zur Information und für
Überweisungen, Einkäufe, Hotel-, Flugbuchung und vieles mehr
- Bürger erwarten, auch Dienstleistungen der Öffentlichen Verwaltung online
24 Stunden täglich nutzen zu können
- Firmen vernetzen ihre Geschäftsprozesse weitestgehend mittels
Internettechnologie
- Firmen erwarten auch von der Öffentlichen Verwaltung durchgängige und
schnelle elektronische Bearbeitung
- Kein Student schreibt seine Haus- und Diplomarbeiten ohne die Hilfe des Internets
eGovernment ist eine strategische Herausforderung für die Verwaltung auf dem Weg
von der Obrigkeits- hin zur kundenorientierten, kommunikativen
Dienstleistungsverwaltung.
Die Kommune hat eine Daseinsverpflichtung im Netz. Sie will im
Gegensatz zu anderen Anbietern nichts anpreisen oder verkaufen
und hat keine Gewinnerzielungsabsicht. Die Internet-Präsentation
kann dabei das Verwaltungsangebot sinnvoll ergänzen und verschiedene
Vorgänge erleichtern. eGovernment führt zwar zu einem Kulturwandel innerhalb der
Verwaltung, wird aber die klassische Verwaltung in
absehbarer Zeit nicht ersetzen können und wollen.
Der persönliche Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern wird auch
in Zukunft zum "Tagesgeschäft" der Stadtverwaltung gehören, dabei müssen aber auch neue Wege beschritten werden.
eGovernment hat sich weitestgehend durchgesetzt, zu einer
Effizienzsteigerung der Verwaltung geführt und wird
Verwaltungsabläufe in naher Zukunft revolutionieren.
Dafür sprechen auch das ständig wachsende
Informationsbedürfnis der Bürger, die politischen Zielsetzungen und die rasante technische Entwicklung.
Im Wesentlichen besteht eGovernment aus drei Säulen:
- Interaktion / Transaktion
Die Stadt Bochum präsentiert sich seit dem 18. Dezember 1995 unter
"www.bochum.de" im Internet. Zur Zeit werden die Seiten der städtischen Präsentation
monatlich über fünf Millionen mal abgerufen, das sind circa 350.000 Besucher.
Aus anfangs bescheidenen 100 sind mittlerweile fast 35.000 Seiten geworden. Davon
informieren rund 65 Prozent über die Stadtverwaltung und ihre Dienstleistungen. Die
restlichen Seiten widmen sich der Stadtpolitik, der Gesamtstadt Bochum, deren Infrastruktur und den
so genannten weichen Standortfaktoren.
In zahlreichen Test / Untersuchungen von Hochschulen,
Instituten und der Fachpresse schnitt Bochum bei
verschiedenen Internet-Rankings wiederholt positiv ab.
Zuletzt wurde die Bochumer Internet-Präsentation im Juni 2006 als bestes "Virtuelles
Rathaus in NRW" von der Universität Münster ausgezeichnet. Dabei wurde besonders das breite Informationsangebot,
die Navigation im Bürgerservice und die Aufbereitung der Informationen im Politikbereich gelobt.
Ein weiterer Test von 190 städtischen Internetauftritten der Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft und Unternehmensberatung Ernst und Young in Juni 2011 bestätigte das mit dem 8. Platz.
"Die Daten müssen laufen, nicht der Bürger". Daher wird und wurde das "Virtuelle Rathaus Bochum"
konsequent ausgebaut.
Im Einzelnen besteht eGovernment in Bochum zur Zeit aus:
- Ämterpräsentationen mit Anfahrtsplan und direkter Anbindung zum Stadtplan und
Fahrplan der Bogestra.
- Ansprechpartnerinnen / Ansprechpartner inklusive E-mail et cetera., Öffnungszeiten,
Beschreibung von Dienstleistungen, Merkblättern und Ortsrecht
- 280 Formularen, 45 Transaktionen beziehungsweise Online-Anwendungen
- Auffindbarkeit von Dienstleistungen:
- Dienstleistungen von A - Z (auch mit Synonymen)
- Dienstleistungen nach Lebenslagen
- Dienstleistungen und Ämter über Suchmaschine
- Ämter von A - Z (auch mit Synonymen)
- Ämter nach Fachbereichen
- 11 Portale für spezielle Zielgruppen
- Bestellformular für Broschüren und Stadtinformationen
- Verschiedene Newsletter
- Zentrales Kontakt-Formular in dem der Bürger seinen "Wunsch" bzw. sein
"Ärgernis" der Verwaltung mitteilt. Das geht beim Presseamt ein, wird dort bearbeitet, aber
in den meisten Fällen an den Amtsbriefkasten der zuständigen Dienststelle
weitergeleitet. Das entspricht größtenteils dem Wunsch des Bürgers,
der nicht wissen will, welches Amt, welcher Sachbearbeiter zuständig ist, sondern einfach:
Wo kann ich was zu welchem Zeitpunkt erledigen?
Was kostet es und was muss ich eventuell mitbringen?
Seit dem zweiten Quartal 2008 wird in Bochum ein
CMS (Redaktionssystem) eingesetzt, das auch die gesetzlich vorgeschriebene
Barrierefreiheit der Internet-Präsentation ermöglicht. Dieses System hat die Aktualität,
Attraktivität und die Servicefreundlichkeit des eGovernments weiter gesteigert und wird die Basis
für zukünftige Projekte wie Wissensmangement und Call-Center bilden. Weiterhin ist die
Europäische Dienstleistungsrichtlinie umgesetzt worden.
Im Bereich der interaktiven Dienstleistungen müssen noch die
folgenden fundamentalen Grundlagen aufgebaut werden:
- Bezahlung
- Signatur
- Zeitstempel
Eine Präsenz im WEB 2.0, zum Beispiel bei Facebook, wird ebenfalls überlegt.
Die Realisierung dieser Komponenten erfordert weiteren personellen
und auch finanziellen Aufwand. Hierfür wäre auch eine Kooperation mit weiteren Partnern
sinnvoll.
Weitere Informationen zum Thema "eGovernment in Bochum" erhalten Sie in der
Internet-Redaktion.