
Donezk, seit 1987 unsere Partnerstadt in der inzwischen selbstständigen Ukraine, übertrifft Bochum sowohl an Fläche wie an Einwohnern bei weitem. Sie zählt immerhin rund 1,2 Millionen Menschen und ist damit nach der Landeshauptstadt Kiew, nach Charkow und Odessa die viertgrößte Stadt der Ukraine.

Mit einer großen Geschichte dagegen kann sich Bochums Partnerstadt nicht hervortun. Denn sie wurde erst im Jahre 1869 gegründet und hieß zuerst nach ihrem walisischen Gründer John Hughes "Jusowka", wurde später Stalino genannt und heißt seit 1961 Donezk. Die UNESCO zählt das 358 Quadratkilometer große Donezk (Bochum; 145 Quadratkilometer) zu den zehn grünsten Städten der Welt, und die UNO hat der Stadt dafür eine begehrte Auszeichnung zuerkannt. Immerhin, auf jeden Einwohner der Millionenstadt entfallen gut 16 Quadratmeter Grünanlagen; darunter ist besonders der in seiner Artenvielfalt herausragende Botanische Garten. Donezk ist nicht nur unter historischem Blickwinkel eine junge Stadt; die Hälfte der Einwohner ist unter 35 Jahre alt.
Ihre Herkunft nach besteht die Bevölkerung zu rund 40 Prozent aus Ukrainern, ebenso viele Einwohner sind Russen, den Rest bilden die vielen anderen Völkerschaften der alten Sowjetunion und Ausländer (vorwiegend Griechen, Kubaner, Araber). Die Stadt gliedert sich in neun Bezirke und wird, ähnlich wie bei uns, durch Bezirksverwaltungsstellen verwaltet. Der Stadtrat, vergleichbar mit unserer Stadtverordnetenversammlung, wird direkt vom Volk für vier Jahre gewählt. Donezk ist die Gebietshauptstadt des Donezbeckens (Donbass), eines der größten Kohlereviere der Welt.
Jährlich werden im Donbass mehr als 20 Millionen Tonnen Kohle gefördert, es gibt hier die größten Zechenanlagen der Welt. Neben dem Bergbau und der Stahlindustrie, die etwa 100 Arten Stahl herstellt und in zahlreiche Länder exportiert, gibt es in Donezk 150 weitere Industriebetriebe, Textil-, Möbel- und Maschinen-Fabriken. Auch die größte Spielzeugfabrik der Ukraine liegt in Donezk. Gut ausgeprägt ist der Bildungssektor.
Zu den Naherholungsgebieten der Stadt gehört neben dem Asowschen Meer auch der 150 Kilometer entfernte Kurort Slawjanogorsk am nördlichen Donez. Außerhalb des Ortes wurde am Ufer des Flusses eine schöne Naherholungszone eingerichtet. Hier stehen den Besuchern neben Hotels und Erholungsheimen auch Sanatorien zur Verfügung.
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