Allgemeine Hinweise

Für viele Fragen zur derzeitigen Lebenssituation und des Zusammenlebens von Bürgern und Bürgerinnen in einer Stadt wie Bochum, ermöglichen die vorliegenden Daten zu den Privathaushalten wichtige Antworten und Erkenntnisse. Komplexe Haushaltsstrukturen sind Bestandteil der Lebensformen in einer Stadt, die zum Beispiel das Nachfrageverhalten für ganz unterschiedlich ausgeprägte städtische Lebensbereiche (zum Beispiel am Wohnungsmarkt) beeinflussen.

Daten zur Zahl und Struktur der Haushalte, die nun auch kleinräumig für das Stadtgebiet zur Verfügung stehen, beinhalten somit hilfreiche Informationen für aktuelle und zukünftige Planungen der Infrastrukturbedarfe einer Stadt.





Was ist ein Privathaushalt?

Als Privathaushalt wird in der amtlichen Statistik "jede zusammenwohnende und eine wirtschaftliche Einheit bildende Personengemeinschaft" definiert. Wer also alleine wirtschaftet, bildet auch dann einen eigenen Haushalt, wenn er sich mit weiteren Personen eine gemeinsame Wohnung teilt.


Wie ist das Verfahren zur Haushaltegenerierung aufgebaut?

Als Datenquelle für das Verfahren wird das Einwohnermelderegister der Kommunen genutzt. Das Register enthält nicht automatisch Angaben zu den Haushalten einer Stadt, aber aus den dort vorhandenen Informationen führt das Programm die an einer Adresse wohnenden Personen (anhand von Merkmalsvergleichen wie zum Beispiel Namensgleichheit, gleiches Einzugsdatum, und so weiter) als Personengemeinschaft beziehungsweise Haushalt zusammen.

Mit Hilfe des Haushaltegenerierungsverfahrens (HHGEN2000) werden somit Schätzwerte zur Struktur und Zahl der Haushalte ermittelt, die annähernd der Realität einer Stadt entsprechen. Die Haushalte werden also nicht - wie bei der Volkszählung 1987 erfolgt - erhoben, sondern beruhen auf einem komplizierten Rechenverfahren.


Bevölkerung in Privathaushalten

Die Bevölkerung in Privathaushalten entspricht in Bochum der wohnberechtigten Bevölkerung. Das bedeutet, es werden alle Einwohner mit Hauptwohnsitz und Nebenwohnsitz, abzüglich der Bevölkerung in Altenheimen und Anstalten, erfasst.

Ab Auswertungsjahr 2007 Berücksichtigung zusätzlicher Bevölkerungsgruppen in Bochum:
Die Bevölkerung in Studentenheimen, Schwesternheimen und in Altenwohnungen wird in das Haushaltegenerierungsverfahren einbezogen, da hier zunehmend die Ausstattung der Wohungen (mit Küche und Bad) auf eine selbstständige Haushaltsführung ausgerichtet ist. Dies führt in Bochum vorrangig zu einer deutlichen Erhöhung der Einpersonenhaushalte.




Wie wird der Datenschutz berücksichtigt?

Die Einzeldaten aus der Einwohnerdatei einer Stadt werden für das Verfahren nicht auf der Grundlage von Personennamen und Ordnungsmerkmalen zur Verfügung gestellt. Statt Namen werden nur "Namensübereinstimmungs-Markierungen" und statt Ordnungsmerkmalen nur abgeleitete "Kernhaushaltsnummern" gespeichert.


Was muss bei der Nutzung der Daten (Datenqualität) berücksichtigt werden?

Die Ergebnisse die ermittelt werden, können nur annähernd der Realität einer Stadt entsprechen, da es sich um ein Schätzverfahren handelt.

Die veröffentlichten Daten sind in Tabellenform aufbereitet und gerundet. Durch Aufrundung beziehungsweise Abrundung kann sich eine Abweichung zum Ergebnis der Gesamtstadt ergeben.

Das Haushaltegenerierungsverfahren generiert auf der Basis der Einwohnermeldedaten die Haushalte. Die Einführung der Zweitwohnsitzsteuer in Bochum zum 01. Januar 2004 wirkt sich unmittelbar auf die Haushaltedaten ab 2004 aus. Es erfolgten zahlreiche Ummeldungen und Abmeldungen von Bürgern und Bürgerinnen, die in Bochum eine Zweitwohnung besaßen. Diese melderechtlichen Statusveränderungen bewirken in direktem Zusammenhang auch eine Veränderung der Bevölkerungszahl und Haushaltezahl.

Verfahrensänderungen:
Auf Grund der Weiterentwicklung des Generierungsverfahrens können - erstmals ab 2007 - die Bezugspersonen im Haushalt eindeutiger gekennzeichnet werden. Dies kann im neuen Verfahren dazu führen, dass die sonstigen Mehrpersonenhaushalte weniger werden, die Zahl der Einpersonenhaushalte und der nichtehelichen Paare zunimmt.

Mögliche Auswirkungen der Hartz IV Gesetzgebung sind bei der Betrachtung der aktuellen Ergebnisse zu bedenken, aber nicht direkt ableitbar.

Die Zahl der Einpersonenhaushalte ist zumeist überschätzt, da unter anderem eine Zuordnung auf Grund der veränderten Namensgesetzgebung bei Heirat oder in den Fällen von nichtehelichen Lebensgemeinschaften schwierig ist.
Wenn zum Beispiel die Einzugsdaten in die gemeinsame Wohnung voneinander abweichen (dies ist der Fall, wenn ein Partner in die Wohnung des anderen gezogen ist), können vom Generierungsverfahren diese oft nicht als zu einem Haushalt gehörend erkannt werden und bilden dann jeweils einen eigenen Haushalt.


Für alle Städte des KOSIS (Kommunales Statistisches Informationssystem) -Verbundes steht das Programm des Haushaltegenerierungsverfahrens (HHGEN2000) zur Nutzung zur Verfügung.
Erläuterung KOSIS-Verbund: Der KOSIS-Verbund ist eine kommunale Selbsthilfeorganisation, die mit Unterstützung des Deutschen Städtetages die Datenverarbeitungs-Instrumente vor allem für kommunale Statistik, Stadtforschung und Planung sowie Wahlen kooperativ und damit kostensparend organisiert, das heißt entwickelt oder beschafft, wartet und pflegt. Träger des KOSIS-Verbundes ist der Verband Deutscher Städtestatistiker (VDSt).