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FREMD(E) IM REVIER!?
Ausstellungskatalog dokumentiert die Themen "Fremdsein" und "Migration" im Ruhrgebiet vom Mittelalter bis in die Gegenwart - und eröffnet damit neue Blickweisen für die Zukunft
Für das gemeinsame Ausstellungsprojekt Fremd(e) im Revier!?, das die Anerkennung der Ruhr2010 GmbH als Kulturhauptstadtprojekt gefunden hat, haben sich Archive aus Bochum, Bottrop, Dinslaken, Essen, Gelsenkirchen, Marl, Mülheim, Recklinghausen und Wesel sowie zahlreiche andere Kooperationspartner des Themas Fremdsein und Migration angenommen. Aufgearbeitet wurde die Geschichte des Fremden im Ruhrgebiet anhand unzähliger Archiv- und Museumsstücke. Das Ruhrgebiet hat sich wie keine andere Region Deutschlands durch Zuwanderung erst konstituiert. Es zog die Menschen an wie ein Magnet. In der Industrialisierungsphase kamen sie freiwillig als finanzstarke Unternehmer und als junge Arbeitssuchende, in den Kriegsjahren wurden viele Fremde ins Ruhrgebiet verschleppt und zur Arbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen gewzungen.
Fremd(e) im Revier umspannt einen weiten Bogen: Von den Fremden des Mittelalters und den Glaubens- und Revolutionsflüchtigen der frühen Neuzeit über die Arbeitsmigranten ds 19. und 20. Jahrhunderts bis hin zur heutigen Situation hier lebender Migrantinnen und Migranten. Das Fremdsein und das Heimischwerden war die Erfahrung, die viele Neubürger des Reviers gemacht haben. Den umgekehrten Prozess der Ent-Fremdung erlebten und erlitten vor allem die jüdischen Bürgerinnen und Bürger aus dem Ruhrgebiet während des "Dritten Reiches".
Die Beiträge des vorliegenden Buches untersuchen das Gegen-, Neben- und Miteinander von Fremden und Einheimischen. Sie stellen das spannende Wechselspiel von "fremd" und "eigen" vor. Fremd(e) im Revier liefert neue Blickweisen und kann somit zur Grundlage für die Entwicklung der zukünftigen Gesellschaft werden.
Klaus Wisotzky und Ingrid Wölk (Herausgeber)
Fremd(e) im Revier!?
Zuwanderung und Fremdsein im Ruhrgebiet
352 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen, Hardcover, 24,95 EURO
ISBN 978-3-8375-0350-0
Hubert Schneider / Susanne Schmidt / Jürgen Wenke
Leben im Abseits
Agnes und Wilhelm Hünnebeck aus Bochum. Verfolgt als Mischling ersten Grades (Agnes und Wilhelm), verurteilt als Homosexueller (Wilhelm).
Viele Leben gerieten aus der Bahn, als am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde. Von Beginn an nahmen die Nationalsozialisten alle ins Visier, die nicht in ihr politisches und rassistisches Weltbild passten.
Wilhelm Hünnebeck, ein in der Zeit der Weimarer Republik erfolgreicher Bochumer Rechtsanwalt und Notar, war homosexuell, und seine Mutter war jüdischer Herkunft. Um ihn geht es in diesem Buch, aber auch um seine Schwester Agnes. In einer hoch angesehenen und gesellschaftlich fest verankerten Familie aufgewachsen, schien den Geschwistern ein ähnlicher Status vorherbestimmt zu sein wie ihren Eltern. Und doch kam es anders – nach 1933.
Die Autorin und die beiden Autoren betrachten die Geschichte Agnes und Wilhelm Hünnebecks aus unterschiedlichen Perspektiven und haben sorgfältig recherchiert: in Bochum, Göttingen, Münster, Gladbeck, Freiburg und in Berlin. Sie haben – wie Susanne Schmidt in der Einleitung ihres Aufsatzes darlegt – neben den archivierten Quellen auch bisher unbekanntes Material zu Tage gefördert und ausgewertet. Entstanden ist ein ungewöhnliches Buch.
Broschiert, 174 Seiten, zahlreiche Abbildungen
Klartext-Verlag Essen
ISBN: 978-3837502053
14,95 Euro
Bochum, der Hellwegraum und die Grafschaft Mark im Mittelalter
Stefan Pätzold (Hg.)
Bochum, der Hellwegraum und die Grafschaft Mark im MittelalterEin Sammelband
(Schriften des Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte 2)
Bochums Mittelalter liegt in vielerlei Hinsicht noch im Dunkeln. Wie man sich die Anfänge des Ortes vorzustellen hat, wann er Stadt wurde, wie die Bochumer Pfarrei St. Peter entstand und wie es den Frauen in der Stadt erging – das sind nur einige der Fragen, die es noch zu beantworten gilt.
Aufsätze renommierter Fachleute beleuchten in diesem Sammelband wesentliche Themen der Stadt-, Verfassungs-, Kirchen- und Sozialgeschichte Bochums sowie des damals selbstständigen Wattenscheid. Dabei ordnen sie die Entwicklung beider Orte in den regionalen Kontext des Hellwegraumes und der Grafschaft Mark ein.
Aus dem Inhalt:
INGRID WÖLK
Vorwort
STEFAN PÄTZOLD
Bochum, der Hellwegraum und die Grafschaft Mark im MittelalterEinleitende Bemerkungen
STEFAN PÄTZOLD
Königshof und Kirche im frühmittelalterlichen BochumSTEFAN PÄTZOLD
„Die eigentliche Zeit, da der Ort eine Stadt geworden“Bochums Stadtwerdung im Spätmittelalter
THOMAS SCHILP
Essen – Bochum – DortmundMittelalterliche Städte am Hellweg im Vergleich
HEINRICH SCHOPPMEYER
Die Städtepolitik der Grafen von der MarkSTEFAN PÄTZOLD
Von der „villa“ zum „wibbold“Wattenscheids Geschichte im Mittelalter
STEFAN PÄTZOLD
Der „Stiepeler Stiftungsbrief“Die Urkunde des Kölner Erzbischofs Heribert für Gräfin Imma von 1008
GUDRUN GLEBA
SpurensucheMöglichkeiten weiblicher Existenz im mittelalterlichen Bochum
Erhältlich zum Preis von 19,00 Euro